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Ansa cervicalis

Die Ansa cervicalis (Halsnervenschlinge) ist eine Nervenschlinge des Plexus cervicalis aus Fasern von C1 bis C3. [B] Sie versorgt die unteren Zungenbeinmuskeln, die das Zungenbein und den Kehlkopf senken. [B]

Ihre obere Wurzel läuft eine Strecke weit mit dem N. hypoglossus; der Hirnnerv dient dabei nur als Leitschiene. [B] In der Chirurgie ist die Schlinge vor allem als Spendernerv für den gelähmten Kehlkopf bekannt. [B]

Das Wichtigste in Kürze

  • Die Schlinge versorgt M. omohyoideus, M. sternohyoideus und M. sternothyreoideus; Fasern aus C1 erreichen über den N. hypoglossus zusätzlich M. thyrohyoideus und M. geniohyoideus. [B]
  • Ein Hautgebiet hat sie nicht; ein Ausfall bleibt im Alltag meist unauffällig. [I]
  • Heiserkeit gehört nicht zu ihr, sondern zum N. laryngeus recurrens aus dem N. vagus. [B]
  • Sie wird als Spendernerv verwendet: Die Verbindung zur Stimmbandnerv-Endstrecke ist das am häufigsten durchgeführte Wiederherstellungsverfahren bei einseitiger Stimmlippenlähmung. [B]
  • Wichtigste Abgrenzungen: N. laryngeus recurrens, N. hypoglossus, N. vagus, N. phrenicus, Wurzel C1 bis C3. [I]

Schwerpunkt dieser Seite ist die Differenzialdiagnostik in den Kapiteln 8 bis 12. Die Kennzeichen [B], [I] und [H] erklärt der Abschnitt Lesart dieser Seite.

Teil A · Überblick

1. Kurzbild

MerkmalAngabeKennzeichen
Fasern ausC1 bis C3; obere Wurzel aus C1, untere Wurzel aus C2 und C3[B]
AbgangPlexus cervicalis; die obere Wurzel läuft zunächst mit dem N. hypoglossus[B]
Faserartbewegend; kein Hautgebiet[B]
ZielgebietM. omohyoideus, M. sternohyoideus, M. sternothyreoideus; über C1-Fasern am N. hypoglossus auch M. thyrohyoideus und M. geniohyoideus[B]
Leitzeichen einer Schädigungkeines im Alltag; beschrieben sind Beschwerden beim Schlucken und bei hoher Stimmlage[I]
Wichtigste AbgrenzungenN. laryngeus recurrens, N. hypoglossus, N. phrenicus (Kapitel 9 bis 11)[I]
Tabelle 1: Kerndaten der Ansa cervicalis. Reihenfolge: von der Herkunft zum klinischen Bild. Verlauf und Varianten stehen in Kapitel 16.

Die zugehörigen Segmentseiten sind Segment C1, Segment C2 und Segment C3.

Herkunft: anatomische Standardwerke.

2. Verlauf in Kürze

  1. Obere Wurzel: Fasern aus C1 lagern sich dem N. hypoglossus an und verlassen ihn wieder als absteigender Ast. [B]
  2. Untere Wurzel: Fasern aus C2 und C3 ziehen von hinten seitlich zur Mittellinie. [B]
  3. Schlinge: Beide Wurzeln vereinigen sich vor oder seitlich der Halsgefäße zur Schlinge. [B]
  4. Endäste: Von der Schlinge ziehen kurze Äste zu den unteren Zungenbeinmuskeln. [B]

Lage und Form der Schlinge schwanken; Einzelheiten stehen in Kapitel 16.

Herkunft: anatomische Standardwerke.

3. Die versorgten Muskeln

Die unteren Zungenbeinmuskeln ziehen das Zungenbein und den Kehlkopf nach unten. Sie stabilisieren das Zungenbein beim Schlucken und beim Sprechen. [B]

Der M. thyrohyoideus spannt zusätzlich das Verhältnis von Kehlkopf und Zungenbein; er wird von C1-Fasern über den N. hypoglossus erreicht. [B] Derselbe Weg versorgt den M. geniohyoideus. [B]

Ein Hautgebiet hat die Schlinge nicht; jeder Hautbefund spricht gegen sie. [I]

Herkunft: anatomische Standardwerke.

Teil B · Klinik

4. Schädigungsorte und Anlässe

Ort oder AnlassMechanismusKennzeichen
Ausräumung der HalslymphknotenDurchtrennung der Wurzeln oder der Schlinge[B]
Eingriffe an Schilddrüse und HalsgefäßenNähe zum Operationsfeld[B]
Planmäßige Entnahme als Spendernervbeabsichtigte Durchtrennung zur Wiederherstellung des Kehlkopfnervs[B]
Operation an der HalsschlagaderZug oder Durchtrennung benachbarter Hirnnerven; für N. vagus 3,99 %, für N. hypoglossus 3,79 %[B]
Tabelle 2: Orte und Anlässe. Reihenfolge nach der Häufigkeit, mit der sie in der Literatur genannt werden.

Eigene Häufigkeitszahlen für die Schlinge selbst liegen dieser Fassung nicht vor. [I] Die Zahlen der letzten Zeile betreffen die Nachbarnerven. [B]

Herkunft: Kakisis et al. 2017; Crumley 1991; anatomische Standardwerke.

5. Beschwerdebild

Ein alleiniger Ausfall bleibt im Alltag meist unauffällig, weil die Zungenbeinmuskeln mehrfach angelegt sind und sich gegenseitig vertreten. [I]

Beschrieben sind ein verändertes Gefühl beim Schlucken und Mühe bei hoher Stimmlage, weil der Kehlkopf weniger gut stabilisiert wird. [I] Nach planmäßiger Entnahme als Spendernerv ist dieser Ausfall der bewusst in Kauf genommene Preis. [B]

Heiserkeit gehört nicht zum Bild. [B]

Herkunft: anatomische Standardwerke; Aynehchi et al. 2010.

6. Untersuchung

  • Das Zungenbein beim Schlucken beobachten und tasten: Hebung und Senkung im Seitenvergleich. [I]
  • Die Halsmuskeln unterhalb des Zungenbeins beim Sprechen und Schlucken betrachten. [I]
  • Stimme prüfen: Heiserkeit weist auf den N. laryngeus recurrens, nicht auf die Schlinge. [B]
  • Zunge herausstrecken lassen: Abweichen weist auf den N. hypoglossus. [B]

Herkunft: anatomische Standardwerke.

7. Apparative Diagnostik

Die Nadeluntersuchung der unteren Zungenbeinmuskeln ist möglich, wird aber selten angewandt. [I] Eine Normwertreihe liegt dieser Fassung nicht vor. [I]

Vor einer Wiederherstellung des Kehlkopfnervs wird die Kehlkopfmuskulatur elektromyographisch untersucht; der Befund beeinflusst das Ergebnis. [B]

Herkunft: Wang et al. 2011; Aynehchi et al. 2010.

Teil C · Differenzialdiagnostik

8. Differenzialdiagnostik: Überblick und Vorgehen

Das Wichtigste in Kürze

  • Heiserkeit spricht gegen die Schlinge und für den N. laryngeus recurrens. [B]
  • Abweichen der Zunge spricht für den N. hypoglossus, auch wenn die obere Wurzel mit ihm läuft. [B]
  • Die Schlinge hat kein Hautgebiet; jeder Hautbefund spricht gegen sie. [I]
  • Ein Ausfall der Schlinge wird im Alltag kaum bemerkt. [I]
  • Ihre größte Bedeutung liegt in der Verwendung als Spendernerv. [B]

Die Ordnung dieser Kapitel folgt drei Leitfragen. [I]

  1. Ist die Stimme betroffen? Das führt zu Kapitel 9. [I]
  2. Ist die Zunge oder das Schlucken betroffen? Das führt zu Kapitel 10. [I]
  3. Ging ein Eingriff am Hals voraus? Das führt zu Kapitel 11. [I]

Diese Kapitel beschreiben allgemein, wie sich Krankheitsbilder voneinander abgrenzen. Sie stellen keine Diagnose für eine einzelne Person und ersetzen keine ärztliche Untersuchung.

Herkunft: anatomische Standardwerke; Kakisis et al. 2017; Aynehchi et al. 2010.

9. Differenzialdiagnostik: Heiserkeit und Stimmstörung

BefundWahrscheinlicher UrsprungAbgrenzendes Zeichen
Heiserkeit mit stillstehender StimmlippeN. laryngeus recurrens aus dem N. vagusStimmlippe bewegt sich nicht; Kehlkopfspiegelung entscheidet [B]
Mühe bei hoher Stimmlage ohne HeiserkeitN. laryngeus superior, äußerer AstStimmlippen beweglich, Tonhöhe eingeschränkt [B]
veränderte Stimmführung ohne Heiserkeit nach HalseingriffAnsa cervicalisZungenbeinmuskeln betroffen, Stimmlippen beweglich [I]
Heiserkeit mit Schluckstörung und GaumensegellähmungN. vagus vor Abgang des Kehlkopfnervsmehrere Hirnnervenausfälle [B]
Tabelle 3: Stimmstörungen und ihre Zuordnung. Reihenfolge: erst die Kehlkopfnerven, dann die Schlinge, zuletzt der Stamm des N. vagus.

Herkunft: anatomische Standardwerke; Kakisis et al. 2017.

10. Differenzialdiagnostik: Zunge, Zungenbein und Schlucken

Die obere Wurzel läuft mit dem N. hypoglossus, gehört aber nicht zu ihm. [B] Daraus folgt für die Untersuchung: Eine Schädigung des Hirnnervs lässt die Zunge beim Herausstrecken zur kranken Seite abweichen; eine Schädigung der Schlinge tut das nicht. [B]

Beschwerden beim Schlucken können von beiden Seiten kommen: von den Zungenbeinmuskeln über die Schlinge oder von Zunge und Rachen über die Hirnnerven. [I] Ein Abweichen der Zunge, eine Gaumensegellähmung oder ein fehlender Würgereflex sprechen für die Hirnnerven. [B]

Herkunft: anatomische Standardwerke.

11. Differenzialdiagnostik: Beschwerden nach einem Eingriff am Hals

Nach Eingriffen am Hals sind mehrere Nerven zu trennen. [I] Die Zusammenschau von 26 Arbeiten mit 20.860 Operationen an der Halsschlagader beziffert Schäden an N. vagus mit 3,99 %, an N. hypoglossus mit 3,79 %, am Mundwinkelast des N. facialis mit 1,58 % und am N. accessorius mit 0,21 %. [B]

Die Schlinge selbst wird in solchen Reihen nicht eigens erfasst, weil ihr Ausfall kaum auffällt. [I] Wird sie planmäßig entnommen, ist der Ausfall Teil des Eingriffs. [B]

Herkunft: Kakisis et al. 2017; Crumley 1991.

12. Differenzialdiagnostik: Was gegen die Schlinge spricht

Die folgenden Befunde sprechen gegen eine Schädigung dieses Nervs und weisen auf eine andere Ursache.

  • Heiserkeit mit stillstehender Stimmlippe: spricht für den N. laryngeus recurrens. [B]
  • Abweichen der Zunge beim Herausstrecken: spricht für den N. hypoglossus. [B]
  • Taubheit an der Halshaut: spricht für die Hautäste des Halsgeflechts. [B]
  • Atemnot im Liegen mit Zwerchfellhochstand: spricht für den N. phrenicus. [B]
  • Schwäche beim Schulterheben: spricht für den N. accessorius. [B]

Herkunft: die in den Kapiteln 9 bis 11 genannten Quellen.

Teil D · Verlauf und Behandlung

13. Verwendung als Spendernerv

Die Verbindung eines Astes der Schlinge mit der Endstrecke des Stimmbandnervs ist das am häufigsten beschriebene Wiederherstellungsverfahren bei einseitiger Stimmlippenlähmung. [B] Die Technik wurde 1991 in einer Behandlungsreihe beschrieben. [B]

Eine Verlaufsreihe an 237 Behandelten nach schilddrüsenbedingter Stimmlippenlähmung berichtet über Langzeitergebnisse dieses Verfahrens. [B] Eine randomisierte Vergleichsstudie stellte Wiederherstellung und Stimmlippenverlagerung gegenüber. [B] Eine systematische Übersicht von 2010 fasst die Verfahren zusammen. [B]

Die Stimmlippe wird dadurch nicht wieder beweglich; Ziel ist der Erhalt von Spannung und Muskelmasse. [B] Diese Seite gibt keine Behandlungsempfehlung. [I]

Herkunft: Crumley 1991; Wang et al. 2011 (237 Behandelte); Paniello et al. 2011; Aynehchi et al. 2010.

14. Warnzeichen

Achtung: Diese Befunde gehören ärztlich abgeklärt

Die folgenden Punkte sprechen gegen eine harmlose örtliche Ursache. Sie sind keine Diagnose und keine Handlungsanweisung, sondern ein Hinweis auf Abklärungsbedarf.

  • Neue Heiserkeit, die länger als drei Wochen besteht. [I]
  • Heiserkeit zusammen mit Schluckstörung, Verschlucken oder Atemnot. [B]
  • Neue Schluckstörung nach einem Eingriff am Hals. [I]
  • Tastbare, wachsende Schwellung am Hals. [I]

Diese Seite stellt keine Diagnose, gibt keine Therapieempfehlung und ersetzt keine ärztliche Untersuchung.

15. Häufige Fragen

Gehört die Ansa cervicalis zum N. hypoglossus?

Nein. Ihre obere Wurzel läuft eine Strecke mit dem Hirnnerv; die Fasern stammen aus C1. [B]

Macht ein Ausfall der Schlinge heiser?

Nein. Heiserkeit gehört zum Kehlkopfnerv aus dem N. vagus. [B]

Warum wird die Schlinge als Spendernerv verwendet?

Weil ihr Ausfall kaum auffällt und sie nahe am Kehlkopf liegt. [B]

Wird die Stimmlippe nach der Wiederherstellung wieder beweglich?

Nein. Ziel ist der Erhalt von Spannung und Muskelmasse, nicht die Rückkehr der Bewegung. [B]

Teil E · Anatomische Einzelheiten

16. Ursprung, Verlauf und Varianten

Die obere Wurzel führt Fasern aus C1, gelegentlich auch aus C2; sie verlässt den N. hypoglossus dort, wo dieser um die A. occipitalis biegt. [B] Die untere Wurzel führt Fasern aus C2 und C3. [B]

Die Schlinge liegt meist vor der V. jugularis interna, seltener dahinter; die Höhe schwankt. [B] Zusätzliche Äste zum Zwerchfellnerv und Verbindungen zum N. vagus sind beschrieben. [B]

Wegen dieser Streubreite ist die Schlinge im Operationsfeld nicht an einer festen Stelle zu erwarten. [I]

Herkunft: anatomische Standardwerke.

17. Was diese Schlinge nicht führt

Die Schlinge führt kein Hautgebiet und keine vegetativen Fasern eigener Art. [B] Die Kehlkopfmuskeln versorgt sie nicht; das tun die Äste des N. vagus. [B]

Ein Sklerotom gehört zum Segment, nicht zu einer einzelnen Schlinge. [I]

Herkunft: anatomische Standardwerke.

18. Reflexzonenmodelle

Die drei folgenden Modelle stammen aus der Zeit um 1900 und aus der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Sie ordnen Haut- oder Gewebezonen inneren Organen über gemeinsame Rückenmarkssegmente zu. [H] Ein kontrollierter Nachweis ihrer Zonengrenzen liegt nicht vor. [H] Sie stehen hier zur Einordnung, nicht als Grundlage der Differenzialdiagnostik.

ModellGrundgedanke und VoraussetzungBezug zu C1 bis C3Kennzeichen
Head-Zonenüberempfindliche Hautzonen bei Erkrankung eines inneren Organs; setzt viszerale Afferenzen voraus, die auf Hautsegmente überleitennicht definierbar; die Schlinge hat kein Hautfeld und die Segmente führen keine Organfasern [I][H]
Mackenzie-Zonentastbare Veränderungen in Muskulatur und Unterhaut bei Organerkrankung; setzt viszerale Afferenzen mit Projektion in die Muskulatur vorausfür diese Schlinge nicht belegt [I][H]
Bindegewebszonen nach Dickeveränderte Verschieblichkeit des Unterhautgewebes, Grundlage der Bindegewebsmassage; setzt einen Organbezug vorauskeine kontrollierte Zuordnung zu dieser Schlinge bekannt [I][H]
Tabelle 4: Geschichtliche Reflexzonenmodelle und ihr Bezug zu diesem Nerv. Reihenfolge nach Erstbeschreibung.

18.1 Der Nucleus intermediolateralis und die vegetativen Fasern

Die vorgeschalteten sympathischen Nervenzellen liegen im Nucleus intermediolateralis, einer schmalen Zellsäule im Seitenhorn des Rückenmarks. Sie reicht vom Segment Th1 bis etwa L2. [B]

Ihre Fasern verlassen das Rückenmark mit den Vorderwurzeln dieser Segmente und treten über die weißen Verbindungsäste (Rami communicantes albi) in den Grenzstrang ein. [B] Nach der Umschaltung dort kehren nachgeschaltete Fasern über die grauen Verbindungsäste (Rami communicantes grisei) in die Spinalnerven zurück und erreichen mit ihnen Schweißdrüsen, Gefäßmuskulatur und Haarbalgmuskeln ihres Gebiets. [B]

Für Kopf und Hals steigen die Fasern aus den oberen Brustsegmenten im Grenzstrang auf und schalten im Ganglion cervicale superius um. [B] Oberhalb von Th1 gibt es keine eigene Zellsäule. [B]

Die Segmente C1 bis C3 besitzen keine solche Zellsäule. Die Schlinge führt deshalb keine vorgeschalteten sympathischen Fasern. [I] Nachgeschaltete Fasern erreichen die Gewebe ihres Gebiets über graue Verbindungsäste aus dem Halsteil des Grenzstrangs. [B]

Für die Untersuchung folgen daraus zwei Punkte. Ein Schaden am Nervenstamm nimmt im eigenen Hautgebiet meist auch die Schweißbildung, weil die nachgeschalteten Fasern im Stamm mitlaufen. [I] Ein Schaden an der Wurzel innerhalb des Wirbelkanals lässt die Schweißbildung dagegen meist unberührt, weil die grauen Verbindungsäste erst danach hinzutreten. [I]

Herkunft: neuroanatomische Standardwerke, darunter Bähr und Frotscher, Duus’ Neurologisch-topische Diagnostik, sowie Standring, Gray’s Anatomy.

Achtung: Zwei ähnliche Namen

James Mackenzie beschrieb um 1900 ein Reflexzonenmodell. [H] Robin McKenzie entwickelte in den 1970er Jahren ein Bewegungsverfahren für die Wirbelsäule. [B] Die beiden Modelle haben nichts miteinander zu tun. [I]

Herkunft: Head, Mackenzie und Dicke als geschichtliche Quellen; neuroanatomische Standardwerke.

Teil F · Anhang

19. Fachbegriffe

BegriffBedeutung
Ansa cervicalisHalsnervenschlinge aus C1 bis C3
Infrahyale Muskelnuntere Zungenbeinmuskeln
Nervus laryngeus recurrensStimmbandnerv, Ast des N. vagus
Nucleus intermediolateralisZellsäule im Seitenhorn des Rückenmarks von Th1 bis etwa L2; Ursprung der vorgeschalteten sympathischen Fasern
SpendernervNerv, dessen Fasern auf einen anderen Nerv übertragen werden
StimmlippenlähmungStillstand einer Stimmlippe durch Schädigung ihres Nervs
Tabelle 5: Fachbegriffe dieser Seite, alphabetisch geordnet. Kürzel erklärt die Seite Medizinische Abkürzungen.

20. Lesart dieser Seite

Diese Seite ist ein Fachtext: mit Kürzeln, mit Messwerten und mit benannter Quelle je Aussage. Jede Aussage trägt am Ende ein Kennzeichen. [B] steht für belegt, [I] für eine aus belegten Angaben abgeleitete Interpretation, [H] für ein geschichtliches Modell ohne kontrollierten Nachweis.

In den Tabellen mit Quellenspalte sind alle Zahlen belegt [B]; wo eine Zeile davon abweicht, steht das Kennzeichen in der Zeile selbst. Rohwert und Deutung stehen getrennt: Messwerte in den Tabellen, die Einordnung im Fließtext darunter. Ein Absatz ohne Kennzeichen ist ein Hinweis zur Darstellung, keine Sachaussage.

Die Seite ist in sechs Teile gegliedert. Vorn stehen Überblick, Klinik und Differenzialdiagnostik. Anatomische Einzelheiten wie Maße, Abweichungen vom Regelbau und Ganglien stehen in Teil E.

Eine Quelle mit dem Vermerk „Grenzfall“ erfüllt den Quellenmaßstab nicht vollständig, etwa wegen der Art der Veröffentlichung. Sie bleibt verwendet, weil sie eine Angabe trägt, für die keine gleichwertige Quelle vorliegt. Aussagen aus ihr sind mit Vorsicht zu lesen.

21. Grundlage und Quellen

21.1 Quellenmaßstab

Verwendet wird nur belegte, hochwertige Fachliteratur: Leitlinien und Klassifikationen, systematische Übersichten und Metaanalysen, begutachtete Originalarbeiten mit genannter Fallzahl sowie anatomische und neurologische Standardwerke. Einzelfallberichte sind als solche gekennzeichnet und tragen keine Häufigkeitsaussage. Webseiten, Populärliteratur und Angaben ohne auffindbare Originalquelle sind ausgeschlossen. Geschichtliche Quellen tragen ausschließlich die mit [H] gekennzeichneten Abschnitte.

21.2 Quellenverzeichnis

Nr.QuelleArt und UmfangVermerk
1Crumley RL. Update: ansa cervicalis to recurrent laryngeal nerve anastomosis for unilateral laryngeal paralysis. Laryngoscope 1991;101:384–388Behandlungsreihe und Technikbeschreibung
2Aynehchi BB, McCoul ED, Sundaram K. Systematic review of laryngeal reinnervation techniques. Otolaryngol Head Neck Surg 2010;143:749–759systematische Übersicht
3Wang W, Chen D, Chen S et al. Laryngeal reinnervation using ansa cervicalis for thyroid surgery-related unilateral vocal fold paralysis: a long-term outcome analysis of 237 cases. PLoS One 2011;6(5):e19128Verlaufsreihe, 237 Behandelte
4Paniello RC, Edgar JD, Kallogjeri D, Piccirillo JF. Medialization versus reinnervation for unilateral vocal fold paralysis: a multicenter randomized clinical trial. Laryngoscope 2011;121(10):2172–2179randomisierte Vergleichsstudie
5Kakisis J, Antonopoulos C, Mantas G, Moulakakis K, Sfyroeras G, Geroulakos G. Cranial nerve injury after carotid endarterectomy: incidence, risk factors, and time trends. Eur J Vasc Endovasc Surg 2017;53:320–335systematische Übersicht und Metaanalyse, 26 Arbeiten, 20.860 EingriffeInhalt aus der Zusammenfassung
6Standring S (Hrsg.). Gray’s Anatomy. Elsevieranatomisches StandardwerkFundstelle unvollständig: Auflage und Jahr fehlen
7Bähr M, Frotscher M. Duus’ Neurologisch-topische Diagnostik. Thiemeneurologisches StandardwerkFundstelle unvollständig: Auflage und Jahr fehlen
8Head H. On disturbances of sensation with especial reference to the pain of visceral disease. Brain 1893 bis 1900geschichtliches Modellnur für Aussagen mit [H]
9Mackenzie J. Symptoms and their interpretation. London: Shaw & Sons; 1909 (2. Auflage 1912)geschichtliches Modellnur für Aussagen mit [H]
10Dicke E. Meine Bindegewebsmassagegeschichtliches Modellnur für Aussagen mit [H]; Erscheinungsjahr offen
Tabelle 6: Verwendete Quellen, geordnet nach dem Jahr der Veröffentlichung; Standardwerke danach; geschichtliche Quellen am Ende.

21.3 Nicht verwendet

Nicht herangezogen wurden Webportale, Lernplattformen, Nachschlagewerke ohne benannte Fachautorenschaft und frei bearbeitbare Wissenssammlungen.

21.4 Offene Punkte

  • Eigene Häufigkeitszahlen zur Schädigung der Schlinge selbst wurden nicht gefunden; die Zahlen betreffen die Nachbarnerven.
  • Die Angaben zu Beschwerden beim Schlucken und bei hoher Stimmlage beruhen auf Lehrbuchwissen, nicht auf einer Messreihe.
  • Die Ergebniszahlen der Wiederherstellungsverfahren sind in dieser Fassung nicht im Einzelnen übernommen; sie sind bei Bedarf aus den Volltexten zu ergänzen.
  • Eine Normwertreihe zur Nervenleitung fehlt.

21.5 Änderungsvermerk

Geändert: Seite neu angelegt, nach den gemeinsamen Bausteinen der Halsnervenseiten. Warum: Die Schlinge vervollständigt die Äste des Halsgeflechts und ist die Abgrenzung bei Stimm- und Schluckbeschwerden nach Halseingriffen. Ersetzt: keine Fassung.

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V 1.0 · Quellen geprüft am 15. September 2026