Nervus occipitalis major

Nervus occipitalis major

Der Nervus occipitalis major ist der mediale Ast des hinteren Astes des zweiten Halsnervs. Er versorgt die Haut vom Nacken über das Hinterhaupt bis zum Scheitel und gibt auf dem Weg dorthin Äste an den Musculus semispinalis capitis ab. Diese Seite beschreibt den Nerv. Gelenk, Untersuchung, Behandlung und Warnzeichen der Region stehen auf der Seite Segment C2.

Das Wichtigste in Kürze

  • Der Nerv ist nicht dasselbe wie das Segment C2. Er ist einer von mehreren Ästen des zweiten Halsnervs.
  • Er ist nicht rein sensibel. Er führt Muskeläste zum Musculus semispinalis capitis. Die Vorfassung dieser Seite sagte das Gegenteil.
  • Sein Hautgebiet ist nicht das Dermatom C2. Das Dermatom wird von mehreren Ästen gebildet, dieser Nerv deckt nur den hinteren Teil.
  • Er hat keine vegetativen und keine viszeralen Fasern. Head-Zonen und Mackenzie-Zonen sind für ihn nicht definierbar.
  • Schmerz aus seinem Gebiet kann bis zur Stirn ziehen. Der Grund ist die Umschaltung im trigeminozervikalen Komplex, nicht ein zweiter Nervenschaden.
  • Sein Verlauf ist von Mensch zu Mensch verschieden. Die beschriebenen Engstellen finden sich auch bei Beschwerdefreien.

Belegkennzeichen

Jede Aussage trägt am Ende ein Kennzeichen. [B] heißt belegt, [I] heißt Interpretation aus einer benannten Regel, [H] heißt historisches Modell.

Die Herkunft der Belege steht am Ende jedes Kapitels und vollständig in Kapitel 16.


1. Herkunft und Name

1.1 Woraus der Nerv hervorgeht

Der Nervus occipitalis major ist der mediale Ast des Ramus posterior des zweiten Halsnervs. Er ist kein eigener Nerv neben C2, sondern einer von dessen Ästen. [B]

Der Ramus posterior von C2 ist etwas größer als der zugehörige Ramus anterior und größer als alle übrigen hinteren Äste der Halsnerven. [B]

Der Ramus posterior teilt sich hinter dem seitlichen Atlantoaxialgelenk. Er gibt einen medialen Ast, einen lateralen Ast, zwei Verbindungsäste und einen Ast zum Musculus obliquus capitis inferior ab. Der mediale Ast ist dieser Nerv. [B]

1.2 Die drei Nerven des Hinterhaupts

Am Hinterhaupt liegen drei Nerven nebeneinander. Wer sie verwechselt, ordnet Beschwerden dem falschen Segment zu. [I]

NervHerkunftGebiet
Nervus occipitalis majorhinterer Ast C2, medialer AstHinterhaupt in der Mitte, bis zum Scheitel
Nervus occipitalis minorvordere Äste C2 und C3 über den Plexus cervicalisseitlicher Hinterkopf hinter dem Ohr
Nervus occipitalis tertiushinterer Ast C3, medialer Ast, oberflächlicher Teilschmaler Streifen unmittelbar neben der Mittellinie
Tabelle 1: Die drei Nerven der Hinterhauptshaut, geordnet nach der Höhe des Nervenaustritts, bei gleicher Höhe nach dem Nervennamen.

Der Nervus suboccipitalis (hinterer Ast C1) gehört nicht in diese Reihe. Er hat kein Hautgebiet. [B]

Die hinteren Äste von C1 bis C3 sind untereinander durch ein Geflecht verbunden. Tubbs und Mitarbeiter beschrieben es 2011 unter dem Namen Cruveilhier-Plexus und führen es als möglichen Grund dafür an, dass gezielte Eingriffe an einem einzelnen Ast ohne Wirkung bleiben. [B]

Für die Zuordnung von Beschwerden folgt daraus: Ein Gebiet gehört selten nur einem Ast. Abgeleitet aus den belegten Verbindungsästen. [I]

1.3 Der Name

Im Deutschen heißt der Nerv großer Hinterhauptsnerv. In der älteren und in der französischsprachigen Literatur trägt er den Namen von Friedrich Arnold. Vital und Mitarbeiter führen ihn 1989 als „Nerv von Arnold“ und die Okzipitalneuralgie als Arnold-Neuralgie. [B]

Lücke: Erstbeleg der Namensgebung

Der Namensgebrauch ist ab 1989 in der Fachliteratur belegt. Die Erstbeschreibung durch Friedrich Arnold selbst ist in dieser Fassung nicht eingesehen. Die Lücke bleibt stehen und wird nicht durch eine Jahresangabe gefüllt.

Herkunft Kapitel 1: Bogduk 1982 (Spine); Standring, Gray’s Anatomy; Tubbs et al. 2011 (Journal of Neurosurgery); Vital et al. 1989 (Surgical and Radiologic Anatomy).


2. Verlauf

2.1 Der Weg vom Gelenk zur Kopfhaut

Der Nerv entsteht hinter dem seitlichen Atlantoaxialgelenk. Er schlingt sich um den unteren Rand des Musculus obliquus capitis inferior. [B]

Danach zieht er zwischen diesem Muskel und dem Musculus semispinalis capitis nach oben und durchbohrt den Musculus semispinalis capitis. [B]

Zuletzt tritt er in Höhe der Linea nuchalis superior durch die Sehnenplatte am Ansatz des Musculus trapezius nach außen und erreicht die Unterhaut. [B]

Auf der Kopfhaut steigt er neben der Arteria occipitalis auf. Nerv und Arterie kreuzen einander dabei mehrfach. [B]

2.2 Wie oft welcher Weg vorkommt

StrukturAnteil der SeitenUntersuchung
Musculus semispinalis capitis durchbohrt90,0 %Bovim et al. 1991, 20 Leichen, 40 Seiten
Musculus semispinalis capitis durchbohrt98,5 %Ducic et al. 2009, 125 Personen, 250 Seiten
Musculus trapezius durchbohrt45,0 %Bovim et al. 1991
Musculus obliquus capitis inferior durchbohrt7,5 %Bovim et al. 1991
Tabelle 2: Häufigkeit der Durchtrittsstellen, Einheit Prozent der untersuchten Seiten. Skalenrichtung: höherer Wert gleich häufiger. Die Werte stammen aus verschiedenen Untersuchungen und sind nicht miteinander verrechnet.

Ducic und Mitarbeiter maßen 2009 einen Durchmesser von 3,8 ± 1,6 mm. Der Austritt aus dem Musculus semispinalis capitis lag 14,9 ± 4,5 mm seitlich der Mittellinie und 30,2 ± 5,1 mm unterhalb der Protuberantia occipitalis externa. [B]

Tubbs und Mitarbeiter untersuchten 2014 dreißig Seiten und ordneten den Muskelverlauf erstmals in ein Typenschema. [B]

Saglam und Mitarbeiter ordneten 2024 an 41 Leichen vier Grundformen mit 18 Unterformen. Die häufigste Form fand sich auf 74,4 % der Seiten. [B]

Dieselbe Arbeit benennt sechs mögliche Engstellen: der Unterrand des Musculus obliquus capitis inferior, der Durchtritt durch den Musculus semispinalis capitis, der Durchtritt durch die Trapeziusfasern oder deren Sehnenplatte und die drei Kreuzungen mit der Arteria occipitalis. [B]

Die Streuung der Werte ist kein Messfehler, sondern die Sache selbst. Ein fester Punkt, an dem der Nerv immer liegt, existiert nicht. [I]

Engstelle ist nicht gleich Beschwerde

Bovim und Mitarbeiter untersuchten 1991 zwanzig Verstorbene ohne bekannte Kopfschmerzen. Die beschriebenen Varianten und Engstellen fanden sich auch bei ihnen. [B]

Aus einer engen Stelle allein folgt deshalb keine Beschwerde. Wer eine Variante findet, hat eine Bauform gefunden, keine Ursache. Abgeleitet aus dem Befund an beschwerdefreien Personen. [I]

2.3 Ein Widerspruch in der Literatur

Zum letzten Wegstück gehen die Angaben auseinander. Beide Lesarten stehen nebeneinander; diese Fassung wählt keine aus. [I]

  • Die anatomischen Standardwerke beschreiben einen Durchtritt durch den Musculus trapezius nahe dessen Ansatz am Hinterhauptsbein. [B]
  • Bogduk fand 1982 an fünf Präparaten kein Durchtreten des Muskels, sondern einen Durchtritt durch die Sehnenplatte zwischen Musculus trapezius und Musculus sternocleidomastoideus. [B]

Der Widerspruch ist auflösbar, sobald man Muskelbauch und Sehnenplatte trennt. Spätere Arbeiten zählen beides getrennt und finden den Durchtritt durch die Sehnenplatte häufiger als den durch den Muskelbauch. [I]

Korrektur zur Vorfassung: Austrittsweg

Die Vorfassung schrieb, der Nerv verlaufe „unter der Fascia nuchae“ zur Kopfhaut. Das benennt die entscheidende Stelle nicht. Der Durchtritt durch die Sehnenplatte am Trapeziusansatz ist die am häufigsten beschriebene Engstelle des Nervs.

Ebenso fehlte der Musculus obliquus capitis inferior. Er ist die erste der sechs beschriebenen Engstellen und der Bezugspunkt für die ultraschallgestützte Aufsuchung des Nervs.

Herkunft Kapitel 2: Bovim et al. 1991 (Spine); Natsis et al. 2006 (Clinical Anatomy); Ducic et al. 2009 (Plastic and Reconstructive Surgery); Tubbs et al. 2014 (Surgical Neurology International); Saglam et al. 2024 (Journal of Anatomy); Bogduk 1982 (Spine); Standring, Gray’s Anatomy.


3. Faserqualität und Muskeläste

3.1 Was der Nerv führt

Der Nerv führt sensible Fasern aus der Haut des Hinterhaupts. Das ist sein Hauptanteil. [B]

Er führt zusätzlich motorische Fasern. Saglam und Mitarbeiter fanden 2024 auf 67 von 82 untersuchten Seiten einen bis vier Äste zum Musculus semispinalis capitis, im Mittel einen. [B]

Die anatomischen Standardwerke führen den Musculus semispinalis capitis ebenfalls als Versorgungsgebiet dieses Nervs. [B]

Die Vorfassung sagte das Gegenteil

Sie schrieb, der Nerv sei „ein rein sensibler Nerv, der keine motorischen oder vegetativen Anteile besitzt“, und leitete daraus zwei weitere Aussagen ab: er innerviere keinen Kennmuskel und überhaupt keine Muskeln.

Der zweite Teil trägt nicht. Für das Vegetative stimmt die Aussage, für die Motorik nicht.

3.2 Wem der Musculus semispinalis capitis zugeordnet wird

Welcher Ast diesen Muskel versorgt, ist in der Literatur nicht einheitlich beantwortet. Drei Zuordnungen stehen nebeneinander. [B]

ZuordnungVertreten in
medialer Ast des hinteren Astes C2, also dieser Nervanatomische Standardwerke; Befund von Saglam et al. 2024
lateraler Ast des hinteren Astes C2Übersichtsdarstellungen zur oberen Halswirbelsäule
hinterer Ast C1 und Nervus occipitalis tertius (C3) mit AnteilenEinzeluntersuchungen zu Bauvarianten
Tabelle 3: Konkurrierende Zuordnungen zur Versorgung des Musculus semispinalis capitis.

Die drei Angaben schließen einander nicht aus. Der Muskel reicht über mehrere Segmente und wird mehrfach versorgt. [I]

Für die Untersuchung folgt daraus: Ein Ausfall dieses Nervs zeigt sich nicht als Muskelschwäche. Ein Kennmuskel im Sinne der Wurzeldiagnostik lässt sich ihm nicht zuordnen. Die Aussage der Vorfassung war im Ergebnis richtig, in der Begründung nicht. [I]

Herkunft Kapitel 3: Saglam et al. 2024 (Journal of Anatomy); Standring, Gray’s Anatomy; Bogduk 1982 (Spine); Tubbs et al., Nerves and Nerve Injuries.


4. Hautgebiet

Der Nerv versorgt die Haut vom Nacken über das Hinterhaupt bis zum Scheitel. [B]

Nach vorn reicht das Gebiet etwa bis zur Kranznaht. Dort schließt das Gebiet des ersten Trigeminusastes an. [B]

Zur Seite hin grenzt das Gebiet des Nervus occipitalis minor an, zur Mitte hin das des Nervus occipitalis tertius. [B]

Zu beiden bestehen Verbindungsäste. [B]

Die Grenzen sind deshalb keine Linien, sondern Überlappungszonen. Ein Ausfall erzeugt selten ein scharf begrenztes taubes Feld. [I]

Was daraus für die Untersuchung folgt

Ein Gefühlsverlust am Hinterhaupt ohne scharfe Grenze spricht nicht gegen eine Störung dieses Nervs. Die Überlappung ist der Regelfall, nicht die Ausnahme. [I]

Herkunft Kapitel 4: Standring, Gray’s Anatomy; Bogduk 1982 (Spine).


5. Ganglion

5.1 Lage des Spinalganglions C2

Die Zellkörper der sensiblen Fasern liegen im Spinalganglion des zweiten Halsnervs. [B]

Dieses Ganglion liegt im Zwischenraum zwischen dem hinteren Bogen des Atlas und dem Bogen des Axis, hinter dem seitlichen Atlantoaxialgelenk. [B]

Damit liegt es anders als die Ganglien von C3 bis C8. Deren Austrittsöffnungen liegen vor dem zugehörigen Gelenk, die von C2 dahinter. [B]

5.2 Maße

Lu und Ebraheim maßen 1998 an 15 Präparaten eine Ganglienhöhe von 5,7 ± 0,8 mm bei einer Öffnungshöhe von 7,7 ± 1,2 mm. Das Ganglion nimmt damit 76 % der Höhe ein. [B]

Aus dem Verhältnis von Ganglion zu Öffnung folgt der geringe Ausweichraum. Das ist der anatomische Grund dafür, dass Veränderungen an Atlas oder Axis diesen Nerv früher erreichen als vergleichbare Veränderungen tiefer im Hals. [I]

Korrektur zur Vorfassung: Lage des Ganglions

Die Vorfassung schrieb, das Ganglion liege „zwischen dem ersten und zweiten Halswirbelkörper“. Das trifft nicht zu. Der Atlas hat keinen Wirbelkörper im üblichen Sinn, und das Ganglion liegt nicht vorn, sondern hinten.

Richtig ist die Lage im hinteren Zwischenraum zwischen Atlasbogen und Axisbogen, hinter dem seitlichen Atlantoaxialgelenk.

Herkunft Kapitel 5: Lu & Ebraheim 1998 (Spine); anatomische und wirbelsäulenchirurgische Standardwerke.


6. Gelenke und Sklerotom

6.1 Der Nerv gibt keine Gelenkäste ab

Der Nervus occipitalis major versorgt Haut und Muskel. Gelenkäste gibt er nicht ab. [B]

Das seitliche Atlantoaxialgelenk wird vom vorderen Ast des zweiten Halsnervs versorgt. [B]

Das Gelenk zwischen zweitem und drittem Halswirbel wird vom Nervus occipitalis tertius versorgt, dem oberflächlichen medialen Ast des hinteren Astes C3. [B]

6.2 Was ein Sklerotom ist und was nicht

Ein Sklerotom ist das Knochen- und Bindegewebsgebiet eines Rückenmarkssegments. Es gehört zum Segment, nicht zu einem einzelnen Ast. [B]

Tiefer, schlecht lokalisierbarer Schmerz am Hinterhaupt ist deshalb kein Beleg für eine Störung dieses Nervs. Er lässt sich ebenso aus den beiden genannten Gelenken erklären. [I]

Korrektur zur Vorfassung: Sklerotom

Die Vorfassung führte das Sklerotom C2 unter dieser Seite und ließ offen, welcher Nerv die genannten Strukturen erreicht. Sie schrieb zugleich, der Nerv innerviere „direkt keine Knochenstrukturen“.

Beides zusammen erzeugt einen Kurzschluss: Ein Segmentmerkmal wird auf einer Nervenseite geführt und liest sich dadurch wie eine Eigenschaft des Nervs. Das Sklerotom steht auf der Seite Segment C2.

Herkunft Kapitel 6: Bogduk 1982 (Spine); anatomische Standardwerke.


7. Vegetative Bezüge und Organe

Der Nerv führt keine präganglionären vegetativen Fasern. [B]

Der sympathische Ursprung beginnt im Segment Th1. Die Halssegmente haben daran keinen Anteil. [B]

Viszerale Afferenzen, also zuführende Fasern aus inneren Organen, gibt es im Segment C2 nicht. [B]

Ein Enterotom oder Viszerotom ist für diesen Nerv deshalb nicht definierbar. Die Vorfassung sagte das bereits richtig. [I]

Warum dieser Punkt zweimal auftaucht

Die fehlende viszerale Afferenz ist die Voraussetzung, die den Kapiteln 10 und 11 den Boden entzieht. Head-Zonen und Mackenzie-Zonen setzen genau diese Fasern voraus. [I]

Herkunft Kapitel 7: neuroanatomische Standardwerke; Reihenregel der Segmentseiten C1 bis S5.


8. Dermatom C2

8.1 Versorgungsgebiet und Dermatom sind zweierlei

Ein Dermatom ist das Hautgebiet einer Nervenwurzel. Ein Versorgungsgebiet ist das Hautgebiet eines einzelnen Nervs. [B]

Das Dermatom C2 wird von mehreren Ästen gebildet: hinten von diesem Nerv, seitlich vom Nervus occipitalis minor und vom Nervus auricularis magnus aus den vorderen Ästen. [B]

Dieser Nerv deckt also nur einen Teil des Dermatoms. Wer beide gleichsetzt, ordnet einen Ausfall am Ohr oder am seitlichen Hals fälschlich diesem Nerv zu. [I]

8.2 Die Karten widersprechen einander

Die gebräuchlichen Dermatomkarten gehen auseinander. Die Karte von Foerster (1933) entstand aus Wurzeldurchtrennungen, die Karte von Keegan und Garrett (1948) aus Ausfällen bei Bandscheibenvorfällen. [B]

Für Kopf und Hals sind die Unterschiede erheblich. Ein C1-Dermatom ist in den gängigen Karten nicht eingezeichnet. [B]

Eine Grenzangabe auf den Millimeter ist deshalb nicht belegbar. Karten dieser Art sind Näherungen. [I]

Korrektur zur Vorfassung: Dermatom

Die Vorfassung setzte das Dermatom C2 und das Versorgungsgebiet dieses Nervs gleich. Beschwerden am Ohr und am oberen Nacken wurden dadurch stillschweigend diesem Nerv zugeschlagen.

Diese Fassung trennt beides und nennt die beteiligten Nachbarnerven.

Herkunft Kapitel 8: Standring, Gray’s Anatomy; Übersichtsarbeiten zum Vergleich der Dermatomkarten; neurologische Standardwerke.


9. Bindegewebszonen

Das Modell der Bindegewebszonen geht auf Elisabeth Dicke zurück. Es ordnet Veränderungen der Unterhaut bestimmten Organen und Segmenten zu. [H]

Für die Nackenregion beschreibt es Spannungs- und Einziehungszonen an der Schädelbasis. [H]

Kontrollierte Untersuchungen, die eine segmentale Zuordnung dieser Zonen zu C2 stützen, liegen nicht vor. Die Übereinstimmung verschiedener Untersucher ist gering. [I]

Korrektur zur Vorfassung: Bindegewebszonen

Die Vorfassung beschrieb „Bindegewebszonen des Nervus occipitalis major“ entlang seines Verlaufs. Das Modell kennt keine Zonen einzelner Nerven, sondern Zonen von Segmenten und Organen.

Was die Vorfassung beschreibt — Druckempfindlichkeit und tastbare Verspannung entlang des Nervenverlaufs — ist ein Tastbefund, keine Bindegewebszone.

Herkunft Kapitel 9: historisches Befundmodell, als solches gekennzeichnet.


10. Head-Zonen

Head-Zonen sind Hautfelder, in denen der Schmerz eines inneren Organs wahrgenommen wird. Henry Head beschrieb sie um 1893. [H]

Das Modell setzt zweierlei voraus: viszerale Afferenzen im betreffenden Segment und ein zugehöriges Hautfeld. [B]

Das Hautfeld besteht bei C2. Die viszerale Afferenz fehlt (siehe Kapitel 7). [B]

Eine Head-Zone für diesen Nerv ist deshalb nicht definierbar und in der Literatur auch nicht definiert. [I]

Korrektur zur Vorfassung: Head-Zonen

Die Vorfassung schrieb, über Head-Zonen am Hinterhaupt werde „Schmerz aus dem Hinterhaupt und dem oberen Halsbereich reflektiert“.

Das dreht das Modell um. Eine Head-Zone überträgt Schmerz vom Organ zur Haut, nicht von einer Körperwandregion zu einer anderen. Übertragener Schmerz aus Muskeln und Gelenken des Nackens gibt es; er ist keine Head-Zone. Sein Mechanismus steht in Kapitel 12.

Herkunft Kapitel 10: historisches Befundmodell; für die Voraussetzung des Modells neuroanatomische Standardwerke.


11. Mackenzie-Zonen

Die Zonen nach James Mackenzie (um 1900) beschreiben Muskel- und Tiefengewebsreaktionen auf Organerkrankungen. Sie liegen tiefer als die Hautfelder von Head. [H]

Sie setzen dieselbe viszerale Afferenz voraus wie die Head-Zonen. Auch sie sind für C2 nicht definierbar. [I]

Drei Namen, die regelmäßig verwechselt werden

James Mackenzie, britischer Internist, beschrieb um 1900 die Reflexzonen. Robin McKenzie, neuseeländischer Physiotherapeut, entwickelte in den 1970er-Jahren ein Bewegungsverfahren. Beide haben miteinander nichts zu tun.

Die Vorfassung schrieb „MacKenzie-Zonen“. Diese Schreibweise gehört zu keinem der beiden Namen und wird in dieser Fassung nicht fortgeführt.

Herkunft Kapitel 11: historisches Befundmodell, als solches gekennzeichnet.


12. Trigeminozervikale Konvergenz

12.1 Der Befund

Im Hinterhorn des Segments C2 liegen Nervenzellen, die zugleich Eingänge aus der harten Hirnhaut und aus diesem Nerv erhalten. Bartsch und Goadsby wiesen sie 2002 im Tierversuch nach. [B]

Reizung des Nervs steigerte in derselben Arbeit die Erregbarkeit dieser Zellen für Eingänge aus der Hirnhaut. [B]

Die Gegenrichtung zeigten dieselben Autoren 2003: Reizung der Hirnhaut steigerte die Antwort auf Eingänge aus dem Halsbereich. [B]

Goadsby, Knight und Hoskin fanden 1997, dass Reizung des Nervs die Stoffwechselaktivität im Nucleus caudalis des Trigeminus und im zervikalen Hinterhorn erhöht. [B]

Piovesan und Mitarbeiter zeigten 2001 am Menschen, dass schmerzhafte Reizung des Nervs Schmerz im Gesichtsbereich hervorruft. [B]

12.2 Was daraus folgt

Der Nucleus caudalis des Trigeminus und die Hinterhörner der oberen Halssegmente bilden funktionell eine Einheit. [B]

Schmerz aus dem Hinterhaupt kann deshalb an Stirn und Augenhöhle wahrgenommen werden, ohne dass dort ein Nerv geschädigt ist. [I]

Umgekehrt kann Kopfschmerz mit Ursprung im Schädelinneren am Nacken ankommen. Der Ort des Schmerzes benennt nicht den Ort der Ursache. [I]

Die internationale Klassifikation der Kopfschmerzerkrankungen (ICHD-3) nennt diesen Weg ausdrücklich als Erklärung dafür, dass Schmerz bei Okzipitalneuralgie den Stirn- und Augenbereich erreichen kann. [B]

Dieses Kapitel ersetzt die Kapitel 9 bis 11

Die drei Zonenmodelle versprechen eine Erklärung für Schmerz, der nicht dort sitzt, wo er entsteht. Für den Hinterkopf leistet die Konvergenz im trigeminozervikalen Komplex dasselbe — und ist belegt statt historisch. [I]

Herkunft Kapitel 12: Bartsch & Goadsby 2002 und 2003 (Brain); Goadsby, Knight & Hoskin 1997 (Pain); Piovesan et al. 2001 (Cephalalgia); ICHD-3 (International Headache Society 2018).


13. Okzipitalneuralgie und Abgrenzung

13.1 Was in der Literatur als Ursache beschrieben ist

Beschrieben sind: Verletzungen der Halswirbelsäule, Verletzungen des Nervs bei Eingriffen am Hinterhaupt oder an der oberen Halswirbelsäule, knöcherne Anbauten und Verschleiß an C2 und am seitlichen Atlantoaxialgelenk, Geschwülste im Bereich des oberen Halsmarks sowie Fehlbildungen des Übergangs von Schädel und Halswirbelsäule. [B]

Bogduk wies 1982 darauf hin, dass der Nerv bei Zugängen in der Mittellinie zur oberen Halswirbelsäule und zur hinteren Schädelgrube gefährdet ist. [B]

Bei einem Teil der Betroffenen findet sich keine dieser Ursachen. Die Aufzählung ist keine Prüfliste, die zu einem Ergebnis führt. Abgeleitet daraus, dass dieselben Bauformen bei Beschwerdefreien vorkommen (siehe Kapitel 2). [I]

13.2 Wie die Klassifikation den Begriff fasst

Die internationale Kopfschmerzklassifikation führt die Okzipitalneuralgie unter der Nummer 13.4. Sie beschreibt sie als anfallsartigen, einschießenden oder stechenden Schmerz im Gebiet des Nervus occipitalis major, des Nervus occipitalis minor oder des Nervus occipitalis tertius. [B]

Die Kriterien verlangen der Reihe nach: Schmerz im Gebiet dieser Nerven; mindestens zwei der drei Merkmale Anfallsdauer von Sekunden bis Minuten, starke Intensität und einschießender Charakter; begleitend Missempfindung oder Berührungsschmerz der Kopfhaut, und zusätzlich entweder Druckschmerz über den betroffenen Ästen oder Druckpunkte am Nervenaustritt; vorübergehende Linderung durch eine örtliche Betäubung des Nervs; und keine bessere Erklärung durch eine andere Diagnose der Klassifikation. [B]

Das letzte Kriterium trägt das meiste Gewicht. Es verschiebt die Frage von „passt das Bild?“ zu „passt ein anderes Bild besser?“. [I]

13.3 Wovon die Klassifikation ausdrücklich abgrenzt

  • übertragener Schmerz aus dem Atlantoaxialgelenk [B]
  • übertragener Schmerz aus den oberen Facettengelenken der Halswirbelsäule [B]
  • druckschmerzhafte Punkte in der Nackenmuskulatur und an deren Ansätzen [B]

Alle drei erzeugen Schmerz am Hinterhaupt. Keiner von ihnen ist eine Erkrankung dieses Nervs. [I]

Der Druckschmerz über dem Nervenaustritt trennt die Fälle nicht, weil er in beiden Gruppen vorkommt. Abgeleitet daraus, dass die Klassifikation Druckpunkte der Nackenmuskeln ausdrücklich als abzugrenzende Ursache führt und zugleich Druckpunkte am Nervenaustritt als Merkmal zulässt. [I]

13.4 Häufigkeit

Koopman und Mitarbeiter fanden 2009 in einer niederländischen Erhebung eine Neuerkrankungsrate von 3,2 je 100.000 Personenjahre. [B]

Melchior und Mitarbeiter fassten 2025 fünfzehn Studien zusammen. Danach sind rund drei Viertel der Betroffenen Frauen, das mittlere Alter liegt bei etwa 56 Jahren. [B]

Lücke: Belastbarkeit der Zahlen

Die zusammengefassten Studien stammen weit überwiegend aus Kliniken und Spezialsprechstunden, nicht aus der Allgemeinbevölkerung. Die Angaben zu Alter und Geschlechterverteilung beschreiben deshalb die untersuchten Kollektive, nicht die Bevölkerung.

Der Volltext der Zusammenfassung von 2025 war beim Erstellen dieser Fassung nicht einsehbar. Übernommen sind nur Angaben, die sich in mehreren Nachweisen gleichlautend fanden. Die Lücke bleibt benannt.

Untersuchung, Behandlung und Warnzeichen

Diese Seite beschreibt den Nerv. Vorgehen bei der Untersuchung, Behandlungsansätze und Warnzeichen der Region stehen auf der Seite Segment C2. Diese Seite stellt keine Diagnose und gibt keine Behandlungsempfehlung.

Herkunft Kapitel 13: ICHD-3 (International Headache Society 2018); Koopman et al. 2009 (Pain); Melchior et al. 2025 (Cephalalgia).


14. Häufige Fragen

Ist der Nervus occipitalis major dasselbe wie das Segment C2?

Nein. Er ist der mediale Ast des hinteren Astes des zweiten Halsnervs. Das Segment umfasst zusätzlich den vorderen Ast mit dem Nervus occipitalis minor, dem Nervus auricularis magnus und den Ästen zum Atlantoaxialgelenk. [B]

Ist der Nerv rein sensibel?

Nein. Er gibt Äste an den Musculus semispinalis capitis ab; in einer Untersuchung von 2024 fanden sich solche Äste auf 67 von 82 Seiten. Ein prüfbarer Kraftausfall entsteht daraus nicht, weil der Muskel mehrfach versorgt wird. [B]

Warum zieht Schmerz vom Hinterkopf bis in die Stirn?

Weil die Eingänge aus dem Hinterhaupt und aus dem Trigeminusgebiet im selben Zellverband umgeschaltet werden. Der Weg ist tierexperimentell und am Menschen belegt und wird in Kapitel 12 beschrieben. [B]

Gibt es eine Head-Zone für diesen Nerv?

Nein. Eine Head-Zone setzt zuführende Fasern aus einem inneren Organ im selben Segment voraus. Die gibt es im Segment C2 nicht. [I]

An welcher Stelle wird der Nerv am häufigsten eingeengt?

Am häufigsten beschrieben ist der Durchtritt durch die Sehnenplatte am Ansatz des Musculus trapezius. Insgesamt sind sechs Engstellen beschrieben, darunter drei Kreuzungen mit der Arteria occipitalis. [B]

Warum sind die Angaben zum Verlauf so unterschiedlich?

Weil der Verlauf tatsächlich unterschiedlich ist. Eine Untersuchung von 2024 unterscheidet vier Grundformen mit 18 Unterformen. Ein Punkt, an dem der Nerv immer liegt, existiert nicht. [B]

Herkunft Kapitel 14: siehe die jeweils genannten Kapitel.


15. Korrekturen zur Vorfassung

StelleVorfassungWas nicht trägtDiese Fassung
Faserqualitätrein sensibel, keine motorischen AnteileMuskeläste zum Musculus semispinalis capitis sind beschriebengemischt, mit Muskelästen; Kapitel 3
Kennmuskelkein Kennmuskel, weil rein sensorischErgebnis richtig, Begründung falschkein Kennmuskel, weil der Muskel mehrfach versorgt wird; Kapitel 3
Verlaufunter der Fascia nuchae zur Kopfhautdie entscheidende Engstelle wird nicht benanntDurchtritt durch Sehnenplatte am Trapeziusansatz, sechs Engstellen; Kapitel 2
Ganglionzwischen erstem und zweitem Halswirbelkörperdas Ganglion liegt hinten, nicht vornim Zwischenraum zwischen Atlasbogen und Axisbogen; Kapitel 5
SklerotomSklerotom C2 als Merkmal des Nervs geführtSklerotom gehört zum Segment, nicht zum AstVerweis auf die Segmentseite; Kapitel 6
DermatomDermatom C2 mit dem Gebiet des Nervs gleichgesetztdas Dermatom wird von mehreren Ästen gebildetgetrennt dargestellt, Nachbarnerven benannt; Kapitel 8
BindegewebszonenZonen des Nervs entlang seines Verlaufsdas Modell kennt keine Zonen einzelner Nervenals historisches Modell gekennzeichnet; Kapitel 9
Head-ZonenSchmerz aus Hinterhaupt und Hals wird reflektiertdie Richtung des Modells ist umgekehrtnicht definierbar; Mechanismus in Kapitel 12
Mackenzie-Zonen„MacKenzie-Zonen“ mit Projektion aus dem C2-BereichSchreibweise und Modellvoraussetzung treffen nicht zuNamen getrennt, Zonen nicht definierbar; Kapitel 11
Plexusfunktionelle Verbindung zum Plexus cervicalisAussage ohne prüfbaren Inhaltentfallen; die Nachbarnerven stehen in Kapitel 1
Tabelle 4: Abgleich mit der bisher veröffentlichten Fassung dieser Seite.

Vor der Veröffentlichung zu prüfen

Die Tabelle wurde gegen den am 9. September 2026 abgerufenen Stand der Seite geschrieben. Wurde die Seite seither geändert, ist der Abgleich vor der Veröffentlichung zu wiederholen.

Zu prüfen ist außerdem der Seitentitel: Der Zusatz „Anatomie, Funktion und Differenzialdiagnostik“ passt nur noch teilweise, weil Untersuchung und Behandlung auf der Segmentseite stehen.


16. Grundlage und Quellen

16.1 Verwendete Quellenstufen

Herangezogen wurde ausschließlich belegte Fachliteratur: anatomische und neurologische Standardwerke, begutachtete Fachzeitschriften und die geltende internationale Kopfschmerzklassifikation. Webportale, Lexikonseiten und populärmedizinische Darstellungen sind nicht verwendet worden. Dieser Satz beschreibt das Vorgehen und trägt deshalb kein Belegkennzeichen.

Werk oder ArbeitWofür herangezogen
Standring (Hrsg.), Gray’s AnatomyUrsprung, Verlauf, Versorgungsgebiet, Nachbarnerven
Bogduk, The clinical anatomy of the cervical dorsal rami. Spine 1982Aufbau der hinteren Äste, Gelenkversorgung, Austrittsweg, Gefährdung bei Eingriffen
Vital et al., Surgical and Radiologic Anatomy 1989Namensgebrauch, Verlauf unter Bewegung
Bovim et al., Spine 1991Häufigkeit der Durchtrittsstellen, 40 Seiten
Lu & Ebraheim, Spine 1998Lage und Maße des Spinalganglions C2
Natsis et al., Clinical Anatomy 2006Verlauf in der Nackenregion, Bezugspunkte
Ducic et al., Plastic and Reconstructive Surgery 2009Durchmesser und Austrittsort, 250 Seiten
Tubbs et al., Journal of Neurosurgery 2011Verbindungen der oberen hinteren Äste (Cruveilhier-Plexus)
Tubbs et al., Surgical Neurology International 2014Typenschema des Muskelverlaufs, 30 Seiten
Saglam et al., Journal of Anatomy 2024Formenlehre, Muskeläste, sechs Engstellen
Goadsby, Knight & Hoskin, Pain 1997Stoffwechselaktivität nach Nervenreizung
Piovesan et al., Cephalalgia 2001übertragener Schmerz beim Menschen
Bartsch & Goadsby, Brain 2002 und 2003Konvergenz und Bahnung in beide Richtungen
Koopman et al., Pain 2009Neuerkrankungsrate
Melchior et al., Cephalalgia 2025Zusammenfassung von fünfzehn Studien
ICHD-3, International Headache Society 2018Begriff und Abgrenzung der Okzipitalneuralgie
Tabelle 5: Herangezogene Fachliteratur, geordnet nach Sachgebiet und Erscheinungsjahr.

16.2 Benannte Lücken

  • Der Namensgebrauch nach Arnold ist ab 1989 belegt; die Erstbeschreibung durch Arnold selbst ist nicht eingesehen (Kapitel 1).
  • Der Volltext der Zusammenfassung von 2025 war nicht einsehbar; die Zahlen stammen aus mehrfach gleichlautenden Nachweisen (Kapitel 13).
  • Die Zuordnung des Musculus semispinalis capitis ist in der Literatur nicht einheitlich; der Widerspruch ist ausgewiesen, nicht entschieden (Kapitel 3).
  • Der Abgleich der Korrekturtabelle mit dem Live-Stand der Seite ist vor der Veröffentlichung zu wiederholen (Kapitel 15).

16.3 Abweichung von einer Gestaltungsvorgabe

Ein Umschalter für hellen und dunklen Seitenmodus ist nicht eingebaut. Grund: Die Ausgabe ist kein eigenständiges HTML-Dokument, sondern eine Folge von WordPress-Blöcken ohne eigenen Kopf- und Fußbereich. Der Umschalter würde mit dem Seitenthema kollidieren. [I]


17. Fachbegriffe

BegriffBedeutung
Afferenzzum Zentralnervensystem hinführende Nervenfaser
Aponeuroseflächige Sehnenplatte am Ansatz eines Muskels
AtlantoaxialgelenkGelenk zwischen erstem und zweitem Halswirbel
Cruveilhier-PlexusGeflecht aus Verbindungsästen der hinteren Äste C1 bis C3
DermatomHautgebiet, das von einer einzelnen Nervenwurzel versorgt wird
Dura materharte Hirn- und Rückenmarkshaut
Enterotom / ViszerotomOrgangebiet, das einem Rückenmarkssegment zugeordnet wird
ICHD-3Internationale Klassifikation von Kopfschmerzerkrankungen, dritte Auflage
KennmuskelMuskel, dessen Schwäche eine bestimmte Nervenwurzel anzeigt
KonvergenzZusammentreffen von Eingängen aus verschiedenen Gebieten auf derselben Nervenzelle
Linea nuchalis superiorobere Nackenlinie, Knochenleiste am Hinterhauptsbein
Nucleus caudalisunterster Teil des sensiblen Trigeminuskerns, reicht bis ins Halsmark
Okzipitalneuralgieanfallsartiger Schmerz im Gebiet der Hinterhauptsnerven, Nummer 13.4 der ICHD-3
Plexus cervicalisHalsnervengeflecht aus den vorderen Ästen C1 bis C4
Präganglionärvor der Umschaltung im vegetativen Ganglion gelegen
Protuberantia occipitalis externatastbarer Höcker in der Mitte des Hinterhaupts
Ramus anterior / posteriorvorderer beziehungsweise hinterer Teilungsast eines Spinalnervs
SklerotomKnochen- und Bindegewebsgebiet eines Rückenmarkssegments
SpinalganglionNervenknoten der hinteren Wurzel, Sitz der sensiblen Zellkörper
Trigeminozervikaler KomplexZellverband aus Trigeminuskern und oberen zervikalen Hinterhörnern
Tabelle 6: Im Text verwendete Fachbegriffe.

V 0.2

  • geändert: Neu aufgenommen: beschriebene Ursachen (Abschnitt 13.1), Befund an Beschwerdefreien nach Bovim et al. 1991 (Kapitel 2), Cruveilhier-Plexus nach Tubbs et al. 2011 und Namensbeleg nach Vital et al. 1989 (Kapitel 1), Typenschema nach Tubbs et al. 2014 (Kapitel 2). Kriterienwiedergabe in Abschnitt 13.2 präzisiert, Zahlenspalte in Tabelle 2 rechtsbündig mit gleicher Stellenzahl, Verzeichnis der Fachbegriffe um vier Einträge ergänzt.
  • warum: Die V 0.1 nannte Engstellen, ohne den Befund zu nennen, der ihre Deutung begrenzt: Dieselben Bauformen kommen bei Beschwerdefreien vor. Ohne diesen Satz liest sich das Kapitel wie eine Ursachenkette.
  • ersetzt: V 0.1 vom 9. September 2026.