Der Nervus transversus colli ist der Hautast des Halsgeflechts, der quer über den Hals nach vorn zieht. Er versorgt die Haut vom Unterkieferrand bis zum Brustbein. Er ist rein sensibel. [B]
Diese Seite trennt drei Dinge, die auf Nervenseiten regelmäßig durcheinandergeraten: das Versorgungsgebiet des Nervs, das Dermatom der Wurzel und die Zonenmodelle des 19. und 20. Jahrhunderts. Jede Aussage trägt am Ende ihr Kennzeichen.
| Kennzeichen | Bedeutung |
|---|---|
| [B] | belegt – aus anatomischen Standardwerken oder begutachteten Originalarbeiten |
| [I] | Interpretation – aus einer belegten Angabe abgeleitet, die Regel wird genannt |
| [H] | historisches Modell – überliefert, ohne tragfähigen Nachweis |
Das Wichtigste in Kürze
- Er ist rein sensibel. Es gibt keinen Kennmuskel, keine prüfbare Lähmung und keinen Reflexausfall.
- Sein Feld reicht vom Unterkieferrand bis zum Brustbein und liegt quer, nicht längs.
- Er ist nicht der Nerv, der die Unterlippe bewegt. Ein hängender Mundwinkel nach einer Halsoperation gehört einem Ast des Gesichtsnervs.
- Er führt keine viszeralen Fasern. Head-Zonen und Mackenzie-Zonen sind für ihn nicht bestimmbar.
- Nachgeschaltete sympathische Fasern laufen in ihm mit. Eine Durchtrennung kann deshalb die Schweißbildung im Feld verändern, ohne dass er ein vegetativer Nerv wäre.
- Schmerz am vorderen Hals kommt meist nicht aus diesem Nerv. Kapitel 16 ordnet die Abgrenzung nach dem Leitbefund.
1. Was dieser Nerv ist
1.1 Herkunft und Name
Der Nervus transversus colli ist ein Hautast des Plexus cervicalis, des Halsgeflechts. Er entsteht aus den vorderen Ästen der Spinalnerven C2 und C3. [B]
Der deutsche Name lautet querverlaufender Halsnerv. [B]
Ältere und englischsprachige Werke führen ihn als Nervus cutaneus colli, als oberflächlichen Halsnerv oder als kutanen Halsnerv. Gemeint ist jedes Mal derselbe Nerv. [B]
In der Terminologia Anatomica, dem international vereinbarten Namensverzeichnis der anatomischen Strukturen, trägt er die Kennung A14.2.02.021. [B]
1.2 Faserqualität
Der Nerv ist rein sensibel. Muskeläste sind für den Regelfall nicht beschrieben. [B]
Daraus folgt dreierlei: kein Kennmuskel, keine prüfbare Lähmung, kein Reflexausfall. [I]
Eine isolierte Schädigung zeigt sich allein an der Haut. [I]
1.3 Stellung im Halsgeflecht
Das Halsgeflecht gibt vier Hautäste ab. Drei davon ziehen nach oben oder unten, dieser eine zieht quer nach vorn. [B]
Die vier Äste sind der Nervus occipitalis minor, der Nervus auricularis magnus, der Nervus transversus colli und die Nervi supraclaviculares. [B]
Der Nervus phrenicus entspringt demselben Geflecht, ist aber kein Hautast des Halses. [B]
Herkunft Kapitel 1: anatomische Standardwerke (Standring, Gray’s Anatomy; Schünke, Prometheus); Kennung nach Terminologia Anatomica.
2. Verlauf und Nachbarschaft
2.1 Der gemeinsame Austritt: Punctum nervosum
Alle vier Hautäste des Halsgeflechts treten am Hinterrand des Musculus sternocleidomastoideus hervor, des Kopfwendermuskels. Diese Stelle heißt Punctum nervosum, zu Deutsch Nervenpunkt. [B]
Der Nervus transversus colli tritt dort unterhalb des Nervus auricularis magnus aus. [B]
Achtung: Punctum nervosum ist nicht dasselbe wie der Erbsche Punkt
Beide Bezeichnungen werden in der Literatur häufig gleichgesetzt. Eine anatomiegeschichtliche Arbeit weist nach, dass sie verschiedene Orte meinen. [B]
Wilhelm Erb beschrieb einen Reizpunkt oberhalb des Schlüsselbeins, mit dem sich Muskeln des Oberarms elektrisch erregen ließen. Das Punctum nervosum liegt höher, etwa in der Mitte des Muskelhinterrands. [B]
Für diese Seite gilt: Austrittsstelle der Hautäste heißt Punctum nervosum. [I]
2.2 Der Bogen um den Kopfwendermuskel
Der Nerv biegt etwa in der Mitte um den Hinterrand des Kopfwendermuskels. [B]
Er zieht dann schräg nach vorn über die Vorderfläche des Muskels. Dabei liegt er tief zur Vena jugularis externa, der äußeren Drosselvene. [B]
Am Vorderrand des Muskels durchbohrt er die oberflächliche Schicht der Halsfaszie, der bindegewebigen Hülle des Halses. [B]
Unter dem Platysma, dem flächigen Hautmuskel des Halses, teilt er sich in aufsteigende und absteigende Äste. [B]
2.3 Die Schichten, in denen er liegt
Vor dem Durchtritt liegt der Nerv in dem Raum zwischen der oberflächlichen und der vorwirbelsäulennahen Schicht der Halsfaszie. [B]
Eine anatomische Untersuchung mit Farbstoff zeigte, dass sich eine Einspritzung in diesen Raum entlang der sensiblen Endäste unter dem Platysma verteilt. [B]
Die vorwirbelsäulennahe Schicht erwies sich in derselben Untersuchung als undurchlässig für den Farbstoff. [B]
Daraus folgt für die Praxis: Der Raum zwischen den beiden Faszienblättern ist der Ort, an dem dieser Nerv erreichbar ist – von der Leitungsanästhesie ebenso wie von einer Blutung oder einer Narbe. [I]
Herkunft Kapitel 2: Standring, Gray’s Anatomy; Abgrenzung des Erbschen Punktes nach Tubbs u. a. 2007; Faszienräume nach der anatomischen Untersuchung zur intermediären Zervikalplexusblockade, Der Anaesthesist 2015.
3. Äste und Abweichungen
3.1 Die aufsteigenden Äste
Die aufsteigenden Äste ziehen nach oben in die Gegend unter dem Unterkiefer. [B]
Unter dem Platysma bilden sie ein Geflecht mit dem Ramus colli des Nervus facialis, dem Halsast des Gesichtsnervs. [B]
Andere Äste durchbohren das Platysma und versorgen die Haut des oberen vorderen Halses. [B]
3.2 Die absteigenden Äste
Die absteigenden Äste durchbohren das Platysma. [B]
Sie versorgen die Haut des unteren vorderen und seitlichen Halses bis zum Brustbein und zum Schlüsselbein. [B]
3.3 Abweichungen vom Regelweg
Eine Sezierarbeit mit Sihler-Färbung fand an einem von zwei Präparaten Fasern des Nervs, die den unteren Rand des hinteren Unterkiefers mitversorgten. Das Verfahren macht das Gewebe durchsichtig und färbt die Nervenfasern an, sodass ihr Verlauf im Ganzen sichtbar wird. [B]
Zwei Präparate tragen keine Häufigkeitsaussage. Der Befund zeigt, dass es diese Bahn gibt, nicht wie oft. [I]
In der zahnärztlichen Literatur wird eine solche Nebenversorgung als eine mögliche Ursache dafür genannt, dass eine Leitungsanästhesie am Unterkiefer nicht wirkt. [B]
Dieselbe Literatur führt auch die Gegenposition: Das Ausmaß der Fehlschläge lasse sich mit einer Nebenversorgung nicht erklären. [B]
Der Widerspruch wird hier stehen gelassen. Er ist mit den vorliegenden Arbeiten nicht entscheidbar. [I]
Lücke: Die Forschungslücke ist gezählt
Eine systematische Übersichtsreihe zu den vier Hautästen des Halsgeflechts durchsuchte fünf Datenbanken bis zum 10. März 2025 und wertete 15 633 Treffer aus. 36 Originalarbeiten erfüllten die Einschlusskriterien. [B]
Davon enthielt genau eine Arbeit Daten zum Nervus transversus colli. Zum Nervus auricularis magnus waren es 21, zum Nervus occipitalis minor 12, zu den Nervi supraclaviculares 5. [B]
Damit ist die Lücke nicht mehr nur meine: Dieser Nerv ist der am wenigsten vermessene der vier. Angaben zu Astzahl und Durchmesser bleiben deshalb offen und werden nicht aus den Zahlen der Nachbarnerven abgeleitet. [I]
Herkunft Kapitel 3: Astaufteilung nach Standring, Gray’s Anatomy; Nebenversorgung des Unterkiefers nach Lin u. a. 2013; Gegenposition aus der endodontischen Fachliteratur; Zahlen zur Studienlage nach Niemczyk u. a., Folia Morphologica 2026.
4. Verbindungen zu anderen Nerven
4.1 Die oberflächliche Halsschlinge
Der Nervus transversus colli verbindet sich mit dem Halsast des Nervus facialis. [B]
Diese Verbindung heißt Ansa cervicalis superficialis, zu Deutsch oberflächliche Halsschlinge. [B]
In einer anatomischen Untersuchung ließ sich die Schlinge an allen untersuchten Halsseiten darstellen. Sie ist also die Regel, nicht die Ausnahme. [B]
Die motorischen Fasern für das Platysma stammen aus dem Nervus facialis. [B]
Die sensiblen Fasern der Halshaut stammen aus dem Halsgeflecht. [B]
Die Schlinge führt beide Faserarten in einem gemeinsamen Geflecht zusammen. Ein Schnitt in dieser Schicht trifft deshalb beides auf einmal. [I]
Achtung: Zwei Halsschlingen mit ähnlichem Namen
Die Ansa cervicalis superficialis ist eine Verbindung zwischen Gesichtsnerv und Hautast des Halsgeflechts, unter dem Platysma gelegen. [B]
Die Ansa cervicalis – ohne Zusatz, in älteren Werken auch Ansa cervicalis profunda – ist eine rein motorische Schlinge aus C1 bis C3 für die unteren Zungenbeinmuskeln. Sie liegt tiefer und hat mit diesem Nerv nichts zu tun. [B]
4.2 Wie beständig die Verbindung ist
Eine systematische Übersichtsarbeit wertete zehn anatomische Untersuchungen zum Halsast des Gesichtsnervs aus. [B]
Der Halsast lief in 61 bis 80 Prozent der Präparate als einzelner Stamm, in 20 bis 39 Prozent als zwei Äste. [B]
Die Verbindung zum Nervus transversus colli war die häufigste beschriebene Anastomose, also die häufigste Faserbrücke zwischen zwei Nerven. [B]
Eine Verbindung zum Randast des Unterkiefers fand eine Arbeitsgruppe in 24 Prozent der Fälle. Zwei andere Serien fanden überhaupt keine Anastomosen. [B]
Der Widerspruch wird nicht geglättet. Er zeigt, dass die Verbindung nicht bei jedem Menschen gleich angelegt ist. [I]
Für Zugänge unter dem Unterkiefer ist die Unterscheidung wichtig: Der Randast bewegt die Unterlippe, der Halsast das Platysma. [I]
4.3 Nachbarn im selben Feld
Nach oben grenzt das Feld an den Nervus auricularis magnus, nach unten an die Nervi supraclaviculares. [B]
Die Felder überlappen. Fällt ein Nerv aus, fällt weniger aus, als die Karte vermuten lässt. [I]
Herkunft Kapitel 4: Halsschlinge nach der anatomischen Untersuchung im Anaesthesist 2015 und nach Standring, Gray’s Anatomy; Zahlen zu Bauform und Anastomosen nach der systematischen Übersichtsarbeit zum Ramus colli des Nervus facialis, 2026.
5. Kennmuskel
Dieser Abschnitt bleibt leer.
Der Nerv versorgt im Regelfall keinen Muskel. [B]
Ein Kennmuskel lässt sich deshalb nicht angeben. Es gibt keinen Muskel, an dem sich eine Schädigung dieses Nervs prüfen ließe. [I]
Der leere Abschnitt ist hier die richtige Antwort, kein Mangel der Seite. [I]
Herkunft Kapitel 5: Faserqualität nach Standring, Gray’s Anatomy.
6. Weitere Muskeln
Auch hier bleibt der Abschnitt für den Regelfall leer. [B]
6.1 Ein Einzelbefund
Eine Sezierarbeit beschreibt an einer Halsseite zwei abweichende Äste des Nervus transversus colli, die in das mittlere Drittel des Kopfwendermuskels einstrahlten. [B]
Ein Einzelbefund begründet keine Regel. Er zeigt, dass die Grenze zwischen sensiblem und gemischtem Nerv im Einzelfall nicht scharf ist. [I]
6.2 Wie der Kopfwendermuskel regelhaft versorgt wird
Der Kopfwendermuskel wird vom Nervus accessorius versorgt, dazu von Ästen aus C2 und C3. [B]
Eine planmäßige Untersuchung an 160 Halsseiten fand in 4 Fällen, also 2,5 Prozent, einen zusätzlichen Ast aus dem Nervus hypoglossus zum Kopfwendermuskel. [B]
Diese Angabe steht hier zum Vergleich: Abweichende Muskeläste in dieser Gegend sind selten, aber sie kommen vor und sind gezählt worden. [I]
Herkunft Kapitel 6: abweichende Äste nach Paraskevas u. a. 2015; Zahlen zur Versorgung aus dem Nervus hypoglossus nach Brennan u. a. 2017.
7. Ganglien
Die Zellkörper der sensiblen Fasern liegen in den Spinalganglien, den Nervenknoten an der hinteren Wurzel, der Wurzeln C2 und C3. [B]
Der Nerv führt kein eigenes Ganglion. [B]
Zu den vegetativen Ganglien des Halses, etwa dem Ganglion cervicale superius, hat er keine eigene Verbindung. [B]
Wer eine Störung dieses Nervs sucht, sucht sie an drei Orten: an der Wurzel, am Spinalganglion oder am Nervenverlauf selbst. [I]
Herkunft Kapitel 7: anatomische Standardwerke (Standring, Gray’s Anatomy; Schünke, Prometheus).
8. Knochen, Gelenke, Sklerotom
Der Nerv versorgt Haut. Knochen und Gelenke versorgt er nicht. [B]
Das Sklerotom ist das Knochengebiet eines Segments, nicht das eines einzelnen Nervs. Es gehört auf die Seiten der Segmente C2 und C3, nicht hierher. [I]
Eine Ausnahme ist in Kapitel 3 beschrieben: die Fasern, die an einem von zwei Präparaten den unteren Rand des hinteren Unterkiefers erreichten. [B]
Das ist eine Nebenversorgung eines Knochenrands, kein Sklerotom. [I]
Herkunft Kapitel 8: Trennung von Segment- und Nervenmerkmal nach anatomischen Standardwerken; Nebenversorgung nach Lin u. a. 2013.
9. Vegetative Bezüge und Organe
Der Nerv führt keine vorgeschalteten vegetativen Fasern. [B]
Der sympathische Ursprung des Rückenmarks beginnt bei Th1. Aus C2 und C3 tritt kein sympathischer Ast aus. [B]
Zuführende Fasern aus inneren Organen führt der Nerv nicht. [B]
Nachgeschaltete sympathische Fasern für Gefäße, Schweißdrüsen und Haarbalgmuskeln laufen in den Hautästen mit. Sie stammen aus dem Grenzstrang, der Kette vegetativer Nervenknoten neben der Wirbelsäule, und schließen sich dem Nerv erst unterwegs an. [B]
Daraus folgt: Eine Durchtrennung des Nervs kann die Schweißbildung im Feld verändern, ohne dass der Nerv selbst ein vegetativer Nerv wäre. [I]
Herkunft Kapitel 9: anatomische Standardwerke (Standring, Gray’s Anatomy; Schünke, Prometheus).
10. Versorgungsgebiet und Dermatom
10.1 Zwei Begriffe, die verwechselt werden
Das Dermatom ist das Hautgebiet einer Wurzel. Das Nervengebiet ist das Versorgungsfeld eines Nervs. [B]
Das Feld des Nervus transversus colli ist ein Ausschnitt aus den Dermatomen von C2 und C3. Ein eigenes Dermatom hat er nicht. [I]
10.2 Das Feld dieses Nervs
Der Nerv versorgt die Haut der vorderen und seitlichen Halsgegend. [B]
Nach oben reicht das Feld bis zum Unterkieferrand, nach unten bis zum oberen Brustbein und zum Schlüsselbein. [B]
Nach hinten endet es etwa am Hinterrand des Kopfwendermuskels. [B]
10.3 Die Nachbarfelder
| Nerv | Herkunft | Hautgebiet |
|---|---|---|
| Nervus occipitalis minor | vorderer Ast C2, teils C3 | seitlicher Hinterkopf hinter dem Ohr |
| Nervus auricularis magnus | vordere Äste C2 und C3 | Ohrmuschel und Haut über dem Kieferwinkel |
| Nervus transversus colli | vordere Äste C2 und C3 | vordere und seitliche Halshaut, vom Unterkieferrand bis zum Brustbein |
| Nervi supraclaviculares | vordere Äste C3 und C4 | unterer seitlicher Hals, Schlüsselbeingegend, obere Brust und Schulter |
Nach vorn zur Mittellinie und nach oben zum Kinn grenzt das Feld an das Gebiet des dritten Trigeminusastes. [B]
Lücke: Wo die Grenzen offen bleiben
Die Grenze zum Feld des Nervus auricularis magnus und die Grenze zum Gebiet des dritten Trigeminusastes am Unterkieferrand sind in den Standardwerken als Überlappungen beschrieben, nicht als Linien.
Eine Vermessungsarbeit, die diese Grenzen an einer größeren Zahl von Präparaten festlegt, liegt mir nicht vor. Kartenzeichnungen, die scharfe Linien zeigen, geben mehr Genauigkeit vor, als belegt ist.
10.4 Was eine Störung im Feld zeigt
- vermindertes Empfinden oder Taubheit an der vorderen Halshaut
- Kribbeln oder Missempfindungen im selben Feld
- Schmerz bei sonst harmloser Berührung, etwa beim Rasieren oder durch einen engen Kragen
- Druckschmerz über einer Narbe am Hals
Die ersten drei Punkte folgen unmittelbar aus dem sensiblen Charakter des Nervs. Der vierte gehört zu den Folgen von Eingriffen und steht in Kapitel 14. [I]
Herkunft Kapitel 10: Versorgungsgebiet nach Standring, Gray’s Anatomy, und Schünke, Prometheus; Trennung von Dermatom und Nervengebiet nach denselben Werken.
11. Bindegewebszonen
Das Modell der Bindegewebszonen geht auf Elisabeth Dicke zurück. Es ordnet Veränderungen der Unterhaut bestimmten Organen und Segmenten zu. [H]
Für den vorderen Hals beschreibt das Modell Spannungszonen zwischen Kinn und Brustbein. [H]
Kontrollierte Untersuchungen, die eine solche Zone dem Nervus transversus colli oder einem der beteiligten Segmente zuordnen, liegen nicht vor. [I]
Das Modell wird hier genannt, weil es in der Praxis vorkommt. Es trägt keine Aussage über diesen Nerv. [I]
Herkunft Kapitel 11: Modelldarstellung nach der Literatur zur Bindegewebsmassage; kein Nachweis in anatomischen oder klinischen Standardwerken.
12. Head-Zonen
Das Modell der Head-Zonen geht auf Henry Head zurück, um 1893. Es beschreibt Hautgebiete, in denen sich Schmerz aus einem inneren Organ zeigt. [H]
Voraussetzung des Modells sind zuführende Fasern aus einem inneren Organ, die im selben Rückenmarkssegment enden wie die Hautfasern. [H]
Der Nervus transversus colli führt keine Fasern aus inneren Organen, siehe Kapitel 9. [B]
Damit geht der Abschnitt für diesen Nerv ins Leere. Eine Head-Zone dieses Nervs gibt es nicht. [I]
Davon unberührt bleibt: Schmerz aus dem Hals-Rachen-Raum kann in die Halshaut ausstrahlen. Er läuft dann über die Hirnnerven IX und X, nicht über diesen Nerv. [B]
Herkunft Kapitel 12: Voraussetzungen des Modells nach der neurologischen Standardliteratur; Faserqualität nach Standring, Gray’s Anatomy.
13. Mackenzie-Zonen
Das Modell der Reflexzonen geht auf James Mackenzie zurück, um 1900. Es beschreibt Muskelspannung als Antwort auf eine Reizung aus einem inneren Organ. [H]
Es setzt dieselbe viszerale Zuleitung voraus wie das Head-Modell. Für diesen Nerv ist sie nicht gegeben, siehe Kapitel 9 und 12. [I]
Ein Nerv ohne Muskeläste kann außerdem keine Muskelantwort tragen. [I]
Achtung: Mackenzie ist nicht McKenzie
James Mackenzie war ein schottischer Arzt und beschrieb um 1900 ein Reflexzonenmodell. [B]
Robin McKenzie war ein neuseeländischer Physiotherapeut und begründete in den 1970er Jahren ein Behandlungsverfahren für die Wirbelsäule. [B]
Die Schreibweise „MacKenzie“ mit großem K, wie in der Vorfassung, gehört zu keinem von beiden.
Herkunft Kapitel 13: Modellgeschichte nach der medizinhistorischen und physiotherapeutischen Fachliteratur.
14. Was eine Störung zeigt
14.1 Wo der Nerv geschädigt wird
Der Nerv liegt auf seiner ganzen Strecke oberflächlich. Das macht ihn bei Eingriffen am Hals verletzlich. [I]
- Operation an der Halsschlagader
- Operation an Schilddrüse und Nebenschilddrüsen
- Ausräumung der Halslymphknoten
- Zugang unter dem Unterkiefer, etwa zur Speicheldrüse
- Straffungsoperationen an Gesicht und Hals
- stumpfe Gewalt und Schnittverletzungen am seitlichen Hals
Die Reihenfolge folgt der Häufigkeit, mit der die Eingriffe in der Literatur zu diesem Nerv genannt werden. [I]
Eine Einengung durch Verspannung des Kopfwendermuskels ist dagegen nicht belegt. Der Nerv liegt dem Muskel auf und wird von der Faszie bedeckt. [I]
14.2 Zahlen aus einer Verlaufsuntersuchung
Eine prospektive Untersuchung an 43 Operationen der Halsschlagader prüfte die Gefühlsempfindung nach dem Eingriff. Prospektiv heißt: Der Prüfplan stand vor dem ersten Eingriff fest. [B]
Eine Woche danach war das Feld des Nervus transversus colli bei 69 Prozent der Untersuchten gefühllos, das Feld des Nervus auricularis magnus bei 60 Prozent. [B]
Über sechs Monate bildete sich ein Teil dieser Ausfälle zurück. [B]
Die Arbeit stammt aus dem Jahr 1983 und umfasst wenige Fälle. Die Operationstechnik hat sich seitdem geändert. Die Zahlen zeigen die Größenordnung, nicht den heutigen Stand. [I]
14.3 Was die Betroffenen bemerken
| Beobachtung | Was dahintersteht | Aussageart |
|---|---|---|
| Taubes Feld am vorderen Hals | Ausfall der Hautfasern im Versorgungsgebiet | belegt |
| Kribbeln, Ameisenlaufen | Reizung oder beginnende Erholung der Fasern | Interpretation |
| Schmerz bei leichter Berührung | veränderte Reizschwelle im Feld | Interpretation |
| Umschriebener Punktschmerz an der Narbe | Narbenneurom, ein Knoten aus aussprossenden Fasern | belegt |
14.4 Der Nerv in der Leitungsanästhesie
14.5 Wie sich der Nerv prüfen lässt
Geprüft wird die Empfindung im Feld, immer im Seitenvergleich. [I]
Berührung, spitz und stumpf sowie warm und kalt lassen sich vergleichen. [I]
Ein Reflex steht nicht zur Verfügung. Eine Kraftprüfung ebenfalls nicht. [I]
Ein Ausfall, der über das Feld hinausreicht, spricht gegen eine Schädigung allein dieses Nervs. [I]
14.6 Was die Leitlinien sagen
Eine Leitlinie zu diesem Nerv gibt es nicht. [B]
Die deutsche S3-Leitlinie „Versorgung peripherer Nervenverletzungen“ trägt die AWMF-Registernummer 005-010, hat den Stand vom 30. September 2023 und gilt bis zum 29. September 2028. Sie behandelt periphere Nervenverletzungen allgemein und widmet den ärztlich verursachten Läsionen einen eigenen Abschnitt. [B]
Die S3-Leitlinie „Diagnostik, Therapie und Nachsorge der extracraniellen Carotisstenose“ trägt die Registernummer 004-028. Ihre Gültigkeit lief am 2. Februar 2025 ab. [B]
Für die Halshautäste gilt damit: Wer eine verbindliche Vorgabe sucht, findet sie nur in der allgemeinen Leitlinie zu Nervenverletzungen, nicht in einer Vorgabe zu diesem Nerv. [I]
Achtung: Grenze dieser Seite
Diese Seite ordnet Beobachtungen dem Nerv zu. Sie stellt keine Diagnose und nennt keine Behandlung.
Anhaltende Gefühlsstörungen am Hals gehören in ärztliche Abklärung.
Herkunft Kapitel 14: Leitlinienstand nach dem AWMF-Register, abgerufen am 10.09.2026; Zahlen nach Dehn u. a., British Journal of Surgery 1983; Leitungsanästhesie nach der anatomischen Untersuchung im Anaesthesist 2015 und der regionalanästhesiologischen Fachliteratur; Prüfvorgehen abgeleitet aus der Faserqualität.
15. Differenzialdiagnostik
Eine isolierte Störung dieses Nervs zeigt sich allein an der Haut. Schmerz am vorderen Hals hat fast immer eine andere Quelle: Organe des Halses, Gelenke, Wurzeln oder Gefäße. [I]
Dieses Kapitel gibt wieder, was die Fachliteratur zur Abgrenzung beschreibt. Es stellt keine Diagnose und gibt keine Behandlungsempfehlung.
15.1 Übersicht: der Leitbefund entscheidet
| Leitbefund | Führt zu | Erste Abklärung |
|---|---|---|
| Erstmaliger, plötzlicher, heftiger einseitiger Halsschmerz, oft mit Schmerz an der Schläfe | Abschnitt 15.4 | sofortige Darstellung der hirnversorgenden Arterien [B] |
| Schwellung, Rötung, Fieber, Schluckbeschwerden | Abschnitt 15.3 | Tasten, Ultraschall, ärztliche Abklärung [I] |
| Bläschen in einem Hautstreifen, brennender Dauerschmerz | Abschnitt 15.3 | Betrachtung der Haut [B] |
| Taubes Feld am vorderen Hals nach einem Eingriff | Kapitel 14 | Vergleich von Narbenverlauf und Ausfallfeld [B] |
| Hängender Mundwinkel oder Schwäche der Unterlippe | Abschnitt 15.2 | Prüfung der Gesichtsbewegung [B] |
| Gefühlsstörung oder Schwäche über das Feld hinaus | Abschnitt 15.2 | neurologische Untersuchung [I] |
Die Reihenfolge ist keine Rangfolge der Häufigkeit. Die seltenen Ursachen stehen oben, weil ihre Folgen bei Übersehen am schwersten wiegen. [I]
15.2 Nachbarnerven und Wurzeln
| Abzugrenzen | Spricht dafür | Spricht dagegen | Womit prüfbar |
|---|---|---|---|
| Nervus auricularis magnus | Feld an Ohrläppchen, Ohrmuschel und über dem Kieferwinkel [B] | Feld bleibt unterhalb des Kieferwinkels und zieht quer nach vorn [B] | Seitenvergleich der Berührungsempfindung im jeweiligen Feld [I] |
| Nervi supraclaviculares | Feld über dem Schlüsselbein und an der oberen Brustwand [B] | Feld endet oberhalb des Schlüsselbeins [B] | Abgrenzung des tauben Bezirks nach unten [I] |
| Ramus marginalis mandibulae des Gesichtsnervs | Schwäche der Unterlippe, hängender Mundwinkel, kein Gefühlsausfall [B] | reiner Gefühlsausfall ohne Bewegungsstörung [B] | Prüfung der Gesichtsbewegung im Seitenvergleich [B] |
| Störung der Wurzeln C2 oder C3 | Ausfall über mehrere Nervenfelder hinweg, oft mit Nackenschmerz [I] | Ausfall genau auf das quere Feld begrenzt [I] | neurologische Untersuchung, Bildgebung [I] |
Der häufigste Fehlschluss betrifft die dritte Zeile: Eine Bewegungsstörung der Unterlippe nach einer Halsoperation wird gelegentlich diesem Nerv zugeschrieben. Er führt keine motorischen Fasern; die Ursache liegt in einem Ast des Gesichtsnervs. [I]
15.3 Organe und Gewebe des Halses
| Abzugrenzen | Spricht dafür | Spricht dagegen | Womit prüfbar |
|---|---|---|---|
| Entzündung der Lymphknoten oder der Speicheldrüsen | tastbare, druckschmerzhafte Schwellung unter dem Schmerzfeld [I] | keine Schwellung, reiner Hautbefund [I] | Tasten, Ultraschall [I] |
| Erkrankung der Schilddrüse | Schmerz vorn in der Mitte, Zunahme beim Schlucken [I] | seitliches, quer verlaufendes Feld [I] | Tasten, Ultraschall, Laborwerte [I] |
| Erkrankung von Rachen oder Kehlkopf | Schluckschmerz, Heiserkeit, Schmerz zieht zum Ohr [B] | Schmerz unabhängig vom Schlucken [I] | Untersuchung von Rachen und Kehlkopf [B] |
| Gürtelrose im Gebiet C2 oder C3 | brennender Dauerschmerz, Bläschen in einem Hautstreifen [B] | kein Hautbefund [I] | Betrachtung der Haut, Verlaufskontrolle [B] |
15.4 Gefäße
Nach der Internationalen Klassifikation von Kopfschmerzerkrankungen ist Kopf- oder Halsschmerz bei einer Dissektion der Halsschlagader oder der Wirbelarterie das häufigste Zeichen dieser Erkrankung: Es tritt in 55 bis 100 Prozent der Fälle auf und ist in 33 bis 86 Prozent das erste Zeichen. [B]
Der Schmerz liegt meist auf der Seite des betroffenen Gefäßes, ist heftig und hält im Mittel vier Tage an. Bei der Halsschlagader liegt er eher seitlich am Hals und an der Schläfe. Er kann das einzige Zeichen bleiben oder einem Schlaganfall vorausgehen. [B]
Vorrang vor jeder anderen Zuordnung
Ein erstmaliger, plötzlicher und heftiger einseitiger Halsschmerz wird abgeklärt, bevor eine Ursache in Haut, Nerv oder Muskel angenommen wird.
15.5 Benannte Lücken dieses Kapitels
- Wie häufig die einzelnen Ursachen bei Schmerz am vorderen Hals sind, ist nicht bevölkerungsbezogen untersucht.
- Zur Abgrenzung des Hautschmerzes am vorderen Hals wurde keine gültige deutschsprachige Leitlinie gefunden. Die Angaben stützen sich auf die internationale Klassifikation und auf anatomische Standardwerke.
Herkunft Kapitel 15: ICHD-3 2018, Abschnitt 6.5.1.1 zum Schmerz bei Dissektion; anatomische Standardwerke (Standring, Gray’s Anatomy; Schünke, Prometheus) zu den Nachbarfeldern und zum Ramus marginalis mandibulae.
16. Fachbegriffe
Jeder Begriff wird im Text bei seinem ersten Auftreten erklärt. Diese Übersicht fasst die Erklärungen zusammen, damit sie sich beim Querlesen wiederfinden lassen.
| Begriff | Bedeutung |
|---|---|
| Anastomose | Faserbrücke zwischen zwei Nerven |
| Ansa cervicalis | rein motorische Schlinge aus C1 bis C3 für die unteren Zungenbeinmuskeln, tief gelegen |
| Ansa cervicalis superficialis | oberflächliche Halsschlinge zwischen dem Halsast des Gesichtsnervs und dem Nervus transversus colli, unter dem Platysma gelegen |
| AWMF | Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften, Herausgeberin des deutschen Leitlinienregisters |
| Dermatom | Hautgebiet einer Nervenwurzel |
| Endodontie | Lehre von der Behandlung des Zahninneren |
| Grenzstrang | Kette vegetativer Nervenknoten neben der Wirbelsäule |
| Halsfaszie | bindegewebige Hülle des Halses, in mehreren Schichten angelegt |
| Head-Zone | Hautgebiet, in dem sich nach einem historischen Modell Schmerz aus einem inneren Organ zeigt |
| Nervengebiet | Versorgungsfeld eines einzelnen Nervs |
| Neurom | Knoten aus aussprossenden Nervenfasern, etwa in einer Narbe |
| Platysma | flächiger Hautmuskel des Halses |
| PMID | Kennnummer eines Eintrags in der Literaturdatenbank PubMed |
| prospektiv | nach einem Prüfplan, der vor Beginn der Untersuchung feststand |
| Punctum nervosum | Austrittsstelle der vier Hautäste am Hinterrand des Kopfwendermuskels |
| Sihler-Färbung | Verfahren, das Gewebe durchsichtig macht und Nervenfasern anfärbt |
| Sklerotom | Knochengebiet eines Segments |
| Spinalganglion | Nervenknoten an der hinteren Wurzel, Sitz der Zellkörper sensibler Fasern |
| Terminologia Anatomica | international vereinbartes Namensverzeichnis der anatomischen Strukturen |
| viszeral | die inneren Organe betreffend |
17. Grundlage und Quellen
17.1 Wie die Kennzeichen gesetzt sind
Jede Aussage trägt ihr Kennzeichen am Ende, nicht am Anfang. Ein Absatz ohne Kennzeichen ist ein Hinweis zur Darstellung, keine Sachaussage.
Der Schlüssel steht in Tabelle 1 am Seitenanfang und wird hier nicht wiederholt.
17.2 Verwendete Quellen
Leitquelle für die Anatomie ist Standring, Gray’s Anatomy. Prüfquelle ist Schünke u. a., Prometheus. Die übrigen Angaben stammen aus begutachteten Originalarbeiten.
- Standring S (Hrsg.): Gray’s Anatomy. The Anatomical Basis of Clinical Practice. 42. Auflage, Elsevier 2021
- Schünke M, Schulte E, Schumacher U: Prometheus. LernAtlas der Anatomie. Kopf, Hals und Neuroanatomie. Thieme
- Tubbs RS u. a.: Wilhelm Erb and Erb’s point. Clinical Anatomy 2007 – Abgrenzung des Erbschen Punktes vom Punctum nervosum
- Anatomische Untersuchung zur ultraschallgestützten intermediären Zervikalplexusblockade. Der Anaesthesist 2015, PMID 26013020 – Faszienräume, Nachweis der oberflächlichen Halsschlinge an allen Präparaten
- Lin K u. a.: Transverse cervical nerve. Implications for dental anesthesia. Clinical Anatomy 2013, PMID 23362053 – Nebenversorgung des hinteren Unterkiefers, zwei Präparate
- Paraskevas G, Lazaridis N, Spyridakis I, Koutsouflianiotis K, Kitsoulis P: Aberrant innervation of the sternocleidomastoid muscle by the transverse cervical nerve. Journal of Clinical and Diagnostic Research 2015, PMID 26023545 – Einzelbefund
- Brennan PA, Alam P, Ammar M, Tsiroyannis C, Zagkou E, Standring S: Sternocleidomastoid innervation from an aberrant nerve arising from the hypoglossal nerve. Surgical and Radiologic Anatomy 2017, PMID 27435704 – 4 von 160 Halsseiten
- Dehn TCB u. a.: Cranial and cervical nerve damage associated with carotid endarterectomy. British Journal of Surgery 1983, PMID 6860913 – Ausfallraten nach Operation
- Niemczyk WA, Duchniewicz MA, Porzycka KI, Walski D, Garbacik A, Wojciechowski T: The anatomy of the cutaneous branches of the cervical plexus and its clinical significance: supraclavicular nerves. A systematic review. Folia Morphologica 2026; 85: e01726089 – Studienlage zu allen vier Hautästen, PROSPERO CRD420251005988
- Systematische Übersichtsarbeit zu Bauform und Verbindungen des Ramus colli des Nervus facialis, 2026, PMID 42483742 – Anteil einzelner und doppelter Stämme, Häufigkeit der Anastomosen
- S3-Leitlinie „Versorgung peripherer Nervenverletzungen“, AWMF-Registernummer 005-010, Stand 30.09.2023, gültig bis 29.09.2028
- S3-Leitlinie „Diagnostik, Therapie und Nachsorge der extracraniellen Carotisstenose“, AWMF-Registernummer 004-028, Gültigkeit am 02.02.2025 abgelaufen
Nachrangig eingestuft und als solche gekennzeichnet: die Gegenposition zur Nebenversorgung des Unterkiefers aus einer Fachgesellschaftsschrift der Endodontie, der Lehre von der Behandlung des Zahninneren. Sie steht hier, weil sie einen Widerspruch sichtbar macht, nicht als Beleg.
Nicht verwendet wurden Webportale, Lernplattformen und Nachschlagewerke ohne benannte Fachautorenschaft.
17.3 Offene Punkte
Von den fünf offenen Punkten der Fassung V 0.4 sind drei geschlossen, einer bestätigt und einer bleibt offen.
| Punkt | Stand |
|---|---|
| Vermessung von Astzahl und Durchmesser | Bleibt offen, ist jetzt aber beziffert: eine von 36 Originalarbeiten der systematischen Übersichtsreihe enthielt Daten zu diesem Nerv |
| Feldgrenzen zum Nervus auricularis magnus und zum dritten Trigeminusast | Bleibt offen, weiterhin nur als Überlappung beschrieben |
| Deutschsprachige Leitlinie | Geschlossen: keine Leitlinie zu diesem Nerv, Stand der beiden berührten Leitlinien in Kapitel 14.6 |
| Verbindung zum Randast des Unterkiefers | Geschlossen: die Wiedergabe von 2009 ist durch eine systematische Übersichtsarbeit mit Zahlen ersetzt |
| Stand der Vorfassung | Bestätigt: die Seite war am 10.09.2026 unverändert |
17.4 Änderungsvermerk
| Geändert | Warum | Ersetzt |
|---|---|---|
| Gliederung von zehn auf fünfzehn Kapitel erweitert, Kennzeichen an jeder Aussage, Quellenverzeichnis ergänzt | Die Vorfassung trennt Nervengebiet, Dermatom und Zonenmodelle nicht und nennt keine Quellen | Fassung der Seite vom Abruf am 09.09.2026 |
| Head- und Mackenzie-Abschnitt als leer begründet statt gefüllt | Beide Modelle setzen zuführende Fasern aus inneren Organen voraus; dieser Nerv führt keine | Kapitel 9 und 10 der Vorfassung |
| Kästen „Korrektur zur Vorfassung“ aus der Ausgabe entfernt, ihre Sachaussagen stehen im Fließtext | Der Vergleich mit der Vorfassung ist ein Arbeitsschritt und gehört nicht auf die veröffentlichte Seite | Fassung V 0.6 |
| Kapitel „Fachbegriffe“ ergänzt, Begriffe im Text beim ersten Auftreten erklärt, Verweise auf die Nachbarseiten und Prüfdatum ergänzt | Veröffentlichungsfassung: Die Seite soll ohne Vorwissen lesbar sein und sich in die Reihe der Nervenseiten einfügen | Fassung V 0.5 |
| Offene Punkte nachrecherchiert: Studienlage beziffert, Leitlinienstand ergänzt, Verbindung zum Randast neu belegt, Vorfassung am 10.09.2026 geprüft | Drei der fünf Lücken aus Kapitel 16.3 ließen sich mit begutachteter Fachliteratur und dem AWMF-Register schließen | Fassung V 0.4 |
| Flächenfarben der Kästen und des Inhaltsverzeichnisses auf die Werte der Erstfassung zurückgesetzt | Die Optimierung hatte sie ohne Anlass verändert und die Vergleichbarkeit mit der Vorfassung zerstört | Fassung V 0.3 |
| Dunkelmodus-Regel aus dem Stilblock entfernt, Textfarbe in den Kästen festgelegt | Die Regel folgte der Systemeinstellung des Browsers und färbte die Kästen dunkel, während die Seite hell blieb | Fassung V 0.2 |
| Trennlinien zwischen den Kapiteln entfernt, Abstände auf ein Raster von 8 Punkt gestellt, Druckregeln ergänzt | Kapitelüberschrift und Trennlinie betonten dieselbe Grenze zweimal; Kästen und Tabellen brachen über den Seitenrand | Fassung V 0.2 |
| Blockmarkup berichtigt: Listen mit eigenen Listenpunkt-Blöcken, Gruppenblöcke mit Layout-Angabe | Ohne diese Angaben meldet der Blockeditor ungültigen Inhalt und stellt Kästen und Listen falsch dar | Fassung V 0.1 |
| Punctum nervosum vom Erbschen Punkt getrennt, Verlauf um zwei Schichtwechsel ergänzt | Die Gleichsetzung ist in der Literatur widerlegt; die Schichten entscheiden über Zugang und Verletzungsgefahr | Abschnitt „Präziser Verlauf des Nervs“ der Vorfassung |
Weiterlesen
Die vier Hautäste des Halsgeflechts, in der Reihenfolge ihres Austritts:
- Nervus occipitalis minor
- Nervus auricularis magnus
- Nervus transversus colli (diese Seite)
- Nervi supraclaviculares
Weitere Seiten zum selben Ursprung:
- Nervus phrenicus – der lange Ast desselben Geflechts
- Segment C2 – Wurzel, Dermatom und Sklerotom
- Segment C3 – Wurzel, Dermatom und Sklerotom
V 1.0 · Stand 10. September 2026
- geändert: Kopfblock „Das Wichtigste in Kürze“ vor dem Inhaltsverzeichnis neu; Kapitel 15 Differenzialdiagnostik neu eingefügt, mit der Leitbefundtabelle an seinem Anfang; die bisherigen Kapitel 15 bis 17 heißen jetzt 16 bis 18; Tabellen neu durchgezählt.
- warum: Die Differenzialdiagnostik ist Schwerpunkt der Reihe. Die Seite beschrieb bisher, was eine Störung dieses Nervs zeigt, aber nicht, was denselben Schmerz sonst erklärt.
- ersetzt: V 0.7 vom 10. September 2026.