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Nervi anococcygei

Die Nervi anococcygei (After-Steißbein-Nerven) sind kleine Hautnerven aus dem Steißbeingeflecht (Plexus coccygeus), das aus den vorderen Ästen von S4, S5 und dem Steißbeinnerv Co1 entsteht. [B] Sie versorgen die Haut zwischen Steißbeinspitze und After. [B]

Das Steißbeingeflecht wird in den Lehrbüchern uneinheitlich beschrieben und ist kaum untersucht, obwohl die Ursache des Steißbeinschmerzes bei bis zu einem Drittel der Betroffenen unklar bleibt. [B] Eine gezielte Sezierreihe fand, dass es im M. coccygeus entsteht. [B]

Das Wichtigste in Kürze

  • Die Nerven versorgen die Haut zwischen Steißbeinspitze und After. [B]
  • Das Steißbeingeflecht entsteht im M. coccygeus aus den vorderen Ästen von S4, S5 und Co1. [B]
  • Beim Steißbeinschmerz bleibt die Ursache bei bis zu einem Drittel der Betroffenen unklar; die Nerven der Steißbeinregion gelten als möglicher Ursprung. [B]
  • Ein Schmerz ausschließlich am Steißbein spricht gegen eine Pudendusneuralgie. [B]
  • Klinische Reihen zu einer Schädigung dieser Nerven gibt es nicht; die Seite stützt sich auf Anatomie und benennt ihre Lücken. [I]

Schwerpunkt dieser Seite ist die Differenzialdiagnostik in den Kapiteln 8 bis 13. Die Kennzeichen [B], [I] und [H] erklärt der Abschnitt Lesart dieser Seite.

Teil A · Überblick

1. Kurzbild

MerkmalAngabeKennzeichen
Fasern ausS4, S5 und Co1[B]
AbgangSteißbeingeflecht (Plexus coccygeus) im M. coccygeus[B]
Faserartüberwiegend empfindend[B]
ZielgebietHaut zwischen Steißbeinspitze und After[B]
Leitzeichen einer SchädigungSchmerz, Brennen oder Taubheit zwischen Steißbein und After[I]
Wichtigste AbgrenzungenSteißbeinschmerz aus Knochen und Gelenken, N. pudendus, N. perforans cutaneus, Wurzeln und Kauda (Kapitel 9 bis 13)[I]
Tabelle 1: Kerndaten der Nervi anococcygei. Reihenfolge: von der Herkunft zum klinischen Bild.

Die zugehörige Segmentseite ist Segment S4.

Herkunft: Standring, Gray’s Anatomy; Woon und Stringer 2012 und 2014. Leitzeichen und Abgrenzungen sind aus dem Hautgebiet abgeleitet.

2. Verlauf in Kürze

  1. Ursprung: Die vorderen Äste von S4, S5 und Co1 verbinden sich zum Steißbeingeflecht. [B]
  2. Im M. coccygeus: Das Geflecht entsteht im Muskel selbst. [B]
  3. Zur Haut: Die Nn. anococcygei ziehen zur Haut zwischen Steißbeinspitze und After. [B]

Herkunft: Standring, Gray’s Anatomy; Woon und Stringer 2014.

3. Versorgungsgebiet

  • Haut: zwischen Steißbeinspitze und After. [B]
  • Muskeln, Knochenhaut und Bänder des Steißbeins: Ob und wie weit das Geflecht sie versorgt, ist in den eingesehenen Zusammenfassungen nicht angegeben. [I]

Die Angaben zum Versorgungsgebiet sind in den Lehrbüchern uneinheitlich. [B] Die Haut um den After gehört zum N. pudendus, die Haut am inneren unteren Gesäß zum N. perforans cutaneus. [B]

Herkunft: Woon und Stringer 2012 und 2014; Standring, Gray’s Anatomy.

Teil B · Klinik

4. Schädigungsorte und Anlässe

Als mögliche Anlässe kommen Sturz auf das Steißbein, Geburt, Operationen am Steißbein und Raumforderungen im Kreuzbein in Betracht. [I] Diese Anlässe sind für den Steißbeinschmerz insgesamt beschrieben, nicht für eine Schädigung dieser Nerven. [I]

Lücke: Keine klinischen Reihen

Zu Ursachen und Häufigkeit einer Schädigung der Nn. anococcygei gibt es keine Fallreihe. Die Anatomen, die das Geflecht neu beschrieben, nennen es einen möglichen, bisher nicht untersuchten Schmerzursprung.

Herkunft: Woon und Stringer 2012 und 2014.

5. Beschwerdebild

Zu erwarten sind Schmerz, Brennen oder Taubheit zwischen Steißbein und After, oft im Sitzen verstärkt. [I] Eine eigene Beschreibung des Beschwerdebilds bei Schädigung dieser Nerven liegt nicht vor. [I]

6. Untersuchung

  • Gefühl zwischen Steißbeinspitze und After: im Vergleich mit der Haut um den After und am inneren Gesäß. [I]
  • Druck auf das Steißbein: Ein umschriebener Druckschmerz am Knochen spricht eher für Knochen oder Gelenk als für einen Hautnerv. [I]
  • Reithosengebiet und Analreflex: Ein Ausfall weist auf Kauda oder Wurzeln. [I]
  • Blase und Darm erfragen: Eine plötzliche Störung ist ein Warnhinweis auf ein Kaudasyndrom. [B]

Herkunft: NVL Nicht-spezifischer Kreuzschmerz 2017; die übrigen Punkte sind aus der Anatomie abgeleitet.

7. Apparative Diagnostik

Eine Messung dieser Nerven ist nicht beschrieben. [I] Röntgenaufnahmen und Kernspintomographie dienen dem Nachweis oder Ausschluss von Veränderungen am Steißbein und von Raumforderungen im Kreuzbein; Tarlov-Zysten an den Kreuzbeinwurzeln finden sich bei 4,18 % der Menschen, meist ohne Beschwerden. [B]

Herkunft: Klepinowski et al. 2021; übrige Aussagen abgeleitet.

Teil C · Differenzialdiagnostik

8. Differenzialdiagnostik: Überblick und Vorgehen

Bei Beschwerden am Steißbein ist zuerst zu klären, ob Knochen und Gelenke oder Nerven die Quelle sind, und ob Warnzeichen für Kauda oder eine Raumforderung vorliegen. [I] Diese Nerven kommen erst in Betracht, wenn beides ausgeschlossen ist. [I]

  1. Schmerzt das Steißbein? Das führt zu Kapitel 9. [I]
  2. Ist die Haut zwischen Steißbein und After taub? Das führt zu Kapitel 10. [I]
  3. Ging ein Sturz, eine Geburt oder ein Eingriff voraus? Das führt zu Kapitel 11. [I]
  4. Bestehen zugleich Störungen von Blase oder Darm? Das führt zu Kapitel 12. [I]

Diese Kapitel beschreiben allgemein, wie sich Krankheitsbilder voneinander abgrenzen. Sie stellen keine Diagnose für eine einzelne Person und ersetzen keine ärztliche Untersuchung.

9. Differenzialdiagnostik: Schmerz am Steißbein

UrsacheKennzeichenKennzeichen der Aussage
Steißbein und seine Gelenkeumschriebener Druckschmerz am Knochen, Schmerz beim Sitzen und Aufstehen; Ursache bei bis zu einem Drittel unklar[B]
Nn. anococcygei und Steißbeingeflechtbrennender Schmerz oder Taubheit zwischen Steißbein und After[I]
N. perforans cutaneusEinklemmung am Lig. sacrotuberale als mögliche Mitursache chronischer Steißbeinschmerzen diskutiert[B]
N. pudendusSchmerz ausschließlich am Steißbein ist ein Ausschlusskriterium der Pudendusneuralgie[B]
KreuzbeinwurzelnTarlov-Zyste oder Raumforderung im Kreuzbein; Befund in der Bildgebung[B]
Tabelle 2: Schmerz am Steißbein. Reihenfolge: erst Knochen, dann die Nerven von unten nach oben, zuletzt die Wurzeln.

Weil die Ursache des Steißbeinschmerzes so oft offen bleibt, suchen Anatomen nach nervalen Quellen. [B] Belegt ist bisher keine davon als häufige Ursache. [I]

Herkunft: Woon und Stringer 2012 und 2014; Labat et al. 2008; Öncü Alptekin et al. 2026; Klepinowski et al. 2021.

10. Differenzialdiagnostik: Taubheit zwischen Steißbein und After

Eine kleine, einseitige Taubheit zwischen Steißbeinspitze und After passt zu diesen Nerven. [I] Eine beidseitige Taubheit, die auf Damm und Gesäßinnenseite übergreift, entspricht dem Reithosengebiet und weist auf die Kauda. [I] Eine Taubheit um den After selbst gehört zum N. pudendus oder zu den Wurzeln S3 bis S5. [I]

Herkunft: aus den Hautgebieten abgeleitet.

11. Differenzialdiagnostik: Nach Sturz, Geburt oder Eingriff

Nach einem Sturz auf das Gesäß oder einer Geburt steht zunächst eine Verletzung von Steißbein und Bändern im Vordergrund. [I] An diese Nerven ist zu denken, wenn der Schmerz brennend ist oder eine Taubheit hinzukommt. [I]

12. Differenzialdiagnostik: Beschwerden am Steißbein mit Blasen- oder Darmstörung

Diese Nerven führen keine Fasern für Blase oder Darm. [B] Bestehen neben Beschwerden am Steißbein Störungen von Blase oder Darm, weist das auf Kauda, Kreuzbeinwurzeln oder eine Raumforderung im Kreuzbein. [I]

Herkunft: Standring, Gray’s Anatomy; NVL Nicht-spezifischer Kreuzschmerz 2017.

13. Differenzialdiagnostik: Was gegen diese Nerven spricht

  • Beidseitige Taubheit im Reithosengebiet, Blasen- oder Darmstörung: spricht für ein Kaudasyndrom. [B]
  • Schmerz mittig vom After bis zum Genitale: spricht für den N. pudendus. [B]
  • Umschriebener knöcherner Druckschmerz ohne Gefühlsstörung: spricht für Steißbein oder Gelenk. [I]
  • Schmerz in der Nacht, Gewichtsverlust oder tastbare Schwellung: spricht für eine andere, ernste Ursache. [B]

Herkunft: NVL Nicht-spezifischer Kreuzschmerz 2017; Labat et al. 2008.

Teil D · Verlauf und Behandlung

14. Verlauf und Aussichten

Lücke: Kein Verlauf beschrieben

Zum Verlauf einer Schädigung dieser Nerven liegt keine Arbeit vor.

15. Beschriebene Behandlungswege

Eine Behandlung eigens dieser Nerven ist nicht beschrieben. [I] Beim chronischen Steißbeinschmerz wurden ultraschallgesteuerte Einspritzungen in das Gebiet des N. perforans cutaneus und des Lig. sacrotuberale in einer randomisierten Studie untersucht; die Autoren werten sie als sicher und wirksam. [B] Diese Seite gibt keine Therapieempfehlung.

Herkunft: Öncü Alptekin et al. 2026.

16. Warnzeichen

Achtung: Diese Befunde gehören ärztlich abgeklärt

  • Plötzliche Störung von Blase oder Darm, Taubheit im Reithosengebiet oder Schwäche beider Beine: Warnhinweis auf ein Kaudasyndrom. [B]
  • Schmerz in der Nacht, ungewollter Gewichtsverlust oder eine bekannte Tumorerkrankung. [B]
  • Rötung, Schwellung, Fieber oder Absonderung über dem Steißbein. [I]

Diese Seite stellt keine Diagnose, gibt keine Therapieempfehlung und ersetzt keine ärztliche Untersuchung.

Herkunft: NVL Nicht-spezifischer Kreuzschmerz 2017.

17. Häufige Fragen

Kommt mein Steißbeinschmerz von einem Nerv?

Möglich, aber nicht belegt. Bei bis zu einem Drittel der Betroffenen bleibt die Ursache unklar; Nerven der Steißbeinregion gelten als möglicher Ursprung. [B]

Ist ein Schmerz am Steißbein eine Pudendusneuralgie?

Nein, wenn er nur am Steißbein sitzt: Das ist ein Ausschlusskriterium der Pudendusneuralgie. [B]

Herkunft: Woon und Stringer 2012; Labat et al. 2008.

Teil E · Anatomische Einzelheiten

18. Ursprung und Stellung

Das Steißbeingeflecht ist das unterste Nervengeflecht des Rückenmarks. [B] Es entsteht aus den vorderen Ästen von S4, S5 und dem Steißbeinnerv Co1 und schließt sich unten an das Schamgeflecht an. [B]

Herkunft: Standring, Gray’s Anatomy.

19. Das Steißbeingeflecht im M. coccygeus

An 16 Präparaten ohne örtliche Erkrankung, zehn davon unter dem Mikroskop präpariert und sechs feingeweblich untersucht, entstand das Steißbeingeflecht im M. coccygeus aus den vorderen Ästen von S4, S5 und Co1. [B] Das Durchschnittsalter der Verstorbenen lag bei 78 Jahren. [B]

Lücke: Eine einzige gezielte Untersuchung

Die Lehrbücher beschreiben das Geflecht uneinheitlich. [B] Die Sezierreihe ist die einzige eingesehene Arbeit, die es gezielt untersucht; sie ist klein und an Präparaten sehr alter Menschen gewonnen. [I] Ihre Angaben zu den Endästen sind für diese Fassung nicht eingesehen.

Herkunft: Woon und Stringer 2014; Standring, Gray’s Anatomy.

20. Abweichungen vom Regelbau

  • Versorgungsgebiet: in den Lehrbüchern wechselnd beschrieben. [B] Häufigkeitszahlen zu Abweichungen liegen dieser Fassung nicht vor. [I]

Herkunft: Woon und Stringer 2012 und 2014.

21. Was diese Nerven nicht führen

  • Keine Fasern für Blase, Mastdarm oder Sexualfunktion. [B]
  • Nicht das Ganglion impar. Dieser Knoten vor dem Steißbein ist das untere Ende des sympathischen Grenzstrangs und gehört nicht zum Steißbeingeflecht. [B]
  • Keine eigenen Ganglien. Die Zellkörper der empfindenden Fasern liegen in den Spinalganglien S4 bis Co1. [B]

Herkunft: Standring, Gray’s Anatomy; Bähr und Frotscher, Duus.

22. Reflexzonenmodelle

Die drei folgenden Modelle wurden zwischen 1893 und 1953 veröffentlicht. Sie ordnen Haut- oder Gewebezonen inneren Organen über gemeinsame Rückenmarkssegmente zu. [H] Ein kontrollierter Nachweis ihrer Zonengrenzen liegt nicht vor. [H] Sie stehen hier zur Einordnung, nicht als Grundlage der Differenzialdiagnostik.

ModellGrundgedanke und VoraussetzungBezug zu diesem NervKennzeichen
Head-Zonenüberempfindliche Hautzonen bei Erkrankung eines inneren Organs; setzt viszerale Afferenzen voraus, die auf Hautsegmente überleitenkeine Zone; der Nerv führt keine viszeralen Afferenzen [I][H]
Mackenzie-Zonentastbare Veränderungen in Muskulatur und Unterhaut bei Organerkrankung; setzt viszerale Afferenzen mit Projektion in die Muskulatur vorauskeine Zone; dieselbe Voraussetzung fehlt [I][H]
Bindegewebszonen nach Dickeveränderte Verschieblichkeit des Unterhautgewebes, Grundlage der Bindegewebsmassage; setzt einen Organbezug vorausnicht begründbar, weil der Organbezug fehlt [I][H]
Tabelle 3: Geschichtliche Reflexzonenmodelle und ihr Bezug zu diesem Nerv. Reihenfolge nach Erstbeschreibung.

Für diese Nerven gibt es keine Vorfassung; die Einordnung folgt den übrigen Seiten der Reihe. Das entfällt: Der Nerv führt empfindende Fasern aus Haut, Muskeln und Gelenken, aber keine aus inneren Organen. [B] Damit fehlt die Voraussetzung der Modelle. [I]

22.1 Der Nucleus intermediolateralis und die vegetativen Fasern

Die vorgeschalteten sympathischen Nervenzellen liegen im Nucleus intermediolateralis von Th1 bis etwa L2; S4 bis Co1 gehören nicht dazu. [B] Nachgeschaltete sympathische Fasern erreichen die Hautnerven über die grauen Verbindungsäste; das Ganglion impar ist das untere Ende dieses Grenzstrangs. [B]

Achtung: Zwei ähnliche Namen

James Mackenzie beschrieb 1909 ein Reflexzonenmodell. [H] Robin McKenzie entwickelte in den 1970er Jahren ein Bewegungsverfahren für die Wirbelsäule. [B] Die beiden Modelle haben nichts miteinander zu tun. [I]

Herkunft: Head, Mackenzie und Dicke als geschichtliche Quellen; Bähr und Frotscher, Duus’ Neurologisch-topische Diagnostik; Standring, Gray’s Anatomy.

Teil F · Anhang

23. Fachbegriffe

BegriffBedeutung
AnalreflexZusammenziehen des Afters beim Bestreichen der umgebenden Haut
Ganglion imparunpaarer Nervenknoten vor dem Steißbein; unteres Ende des sympathischen Grenzstrangs
KaudasyndromDruck auf die Nervenwurzeln unterhalb des Rückenmarks mit Störung von Blase, Darm und Beinen
M. coccygeuskleiner Beckenbodenmuskel zwischen Sitzbeinstachel und Steißbein
Plexus coccygeusSteißbeingeflecht aus S4, S5 und Co1
ReithosengebietHaut an Damm, Gesäßinnenseite und Oberschenkel-Innenseite
Steißbeinschmerz (Kokzygodynie)Schmerz am Steißbein, meist im Sitzen
Tarlov-Zysteflüssigkeitsgefüllte Aussackung an einer Nervenwurzel des Kreuzbeins
Tabelle 4: Fachbegriffe dieser Seite, alphabetisch geordnet. Kürzel erklärt die Seite Medizinische Abkürzungen.

24. Lesart dieser Seite

Diese Seite ist ein Fachtext: mit Kürzeln, mit Messwerten und mit benannter Quelle je Aussage. Jede Aussage trägt am Ende ein Kennzeichen. [B] steht für belegt, [I] für eine aus belegten Angaben abgeleitete Interpretation, [H] für ein geschichtliches Modell ohne kontrollierten Nachweis.

In den Tabellen mit Quellenspalte sind alle Zahlen belegt [B]; wo eine Zeile davon abweicht, steht das Kennzeichen in der Zeile selbst. Rohwert und Deutung stehen getrennt: Messwerte in den Tabellen, die Einordnung im Fließtext darunter. Ein Absatz ohne Kennzeichen ist ein Hinweis zur Darstellung, keine Sachaussage.

Herkunftszeilen, die nur Standardwerke nennen, geben den Lehrbuchstand wieder. Die Fundstellen in diesen Werken sind noch nicht mit Seitenzahl geprüft; das steht unter „Offene Punkte“ in Kapitel 25.4.

Die Seite ist in sechs Teile gegliedert. Vorn stehen Überblick, Klinik und Differenzialdiagnostik. Anatomische Einzelheiten wie Maße, Abweichungen vom Regelbau und Ganglien stehen in Teil E.

Eine Quelle mit dem Vermerk „Grenzfall“ erfüllt den Quellenmaßstab nicht vollständig, etwa wegen der Art der Veröffentlichung. Sie bleibt verwendet, weil sie eine Angabe trägt, für die keine gleichwertige Quelle vorliegt. Aussagen aus ihr sind mit Vorsicht zu lesen.

25. Grundlage und Quellen

25.1 Quellenmaßstab

Verwendet wird nur belegte, hochwertige Fachliteratur: Leitlinien und Klassifikationen, systematische Übersichten und Metaanalysen, begutachtete Originalarbeiten mit genannter Fallzahl sowie anatomische und neurologische Standardwerke. Einzelfallberichte sind als solche gekennzeichnet und tragen keine Häufigkeitsaussage. Webseiten, Populärliteratur und Angaben ohne auffindbare Originalquelle sind ausgeschlossen. Geschichtliche Quellen tragen ausschließlich die mit [H] gekennzeichneten Abschnitte.

25.2 Quellenverzeichnis

Nr.QuelleArt und UmfangVermerk
1Labat JJ, Riant T, Robert R, Amarenco G, Lefaucheur JP, Rigaud J. Diagnostic criteria for pudendal neuralgia by pudendal nerve entrapment (Nantes criteria). Neurourol Urodyn 2008;27(4):306–310Diagnosekriterien
2Woon JTK, Stringer MD. Clinical anatomy of the coccyx: a systematic review. Clin Anat 2012;25(2):158–167systematische ÜbersichtLeitquelle
3Woon JTK, Stringer MD. Redefining the coccygeal plexus. Clin Anat 2014;27(2):254–260Sezierreihe, 16 PräparateLeitquelle Anatomie; nur Zusammenfassung eingesehen
4Bundesärztekammer, Kassenärztliche Bundesvereinigung, AWMF. Nationale VersorgungsLeitlinie Nicht-spezifischer Kreuzschmerz, 2. Auflage, Version 1, 2017. AWMF nvl-007Leitlinielaut Register abgelaufen; nur für die Warnhinweise
5Klepinowski T, Orbik W, Sagan L. Global incidence of spinal perineural Tarlov’s cysts and their morphological characteristics: a meta-analysis of 13,266 subjects. Surg Radiol Anat 2021;43(6):855–863Metaanalyse
6Öncü Alptekin J, İş EE, Örnek Nİ, Cavallino S, Akçacıoğlu M, Türkoğlu R. Ultrasound-guided 5% dextrose neural prolotherapy injection for perforating cutaneous nerve entrapment in chronic coccydynia: a randomized placebo-controlled double-blind trial. Ir J Med Sci 2026randomisierte Studie, 32 Patientinnenonline vor Druck, Band und Seiten noch nicht vergeben; Ergebniszahlen nicht wiedergegeben
7Standring S (Hrsg.). Gray’s Anatomy. The Anatomical Basis of Clinical Practice. Elsevieranatomisches StandardwerkFundstelle unvollständig: Auflage und Jahr fehlen; Lehrbuchstand, nicht mit Seitenzahl geprüft
8Bähr M, Frotscher M. Duus’ Neurologisch-topische Diagnostik. Thiemeneurologisches StandardwerkFundstelle unvollständig: Auflage und Jahr fehlen; Lehrbuchstand, nicht mit Seitenzahl geprüft
9Head H. On disturbances of sensation with especial reference to the pain of visceral disease. Brain 1893;16:1–133; Teil II Brain 1894;17:339–480; Teil III Brain 1896;19:153–276geschichtliches Modellnur für Aussagen mit [H]
10Mackenzie J. Symptoms and their interpretation. London: Shaw and Sons; 1909geschichtliches Modellnur für Aussagen mit [H]
11Dicke E. Meine Bindegewebsmassage. Stuttgart: Hippokrates; 1953geschichtliches Modellnur für Aussagen mit [H]
Tabelle 5: Verwendete Quellen, geordnet nach dem Jahr der Veröffentlichung; Standardwerke danach; geschichtliche Quellen am Ende.

25.3 Nicht verwendet

Nicht herangezogen wurden Webportale, Lernplattformen, Nachschlagewerke ohne benannte Fachautorenschaft und frei bearbeitbare Wissenssammlungen. Arbeiten zu Ursachen und Bildgebung des Steißbeinschmerzes selbst sind nicht Gegenstand dieser Seite.

25.4 Offene Punkte

  • Die Aussagen, die auf den Standardwerken beruhen, sind noch nicht mit Auflage und Seitenzahl geprüft.
  • Keine Fundstelle ist unvollständig; offen bleiben nur die Standardwerke.
  • Die Seite enthält keine Abbildung.

Grenzen der Literatur (Stand der Recherche: 21. September 2026). Zu Klinik, Verlauf und Behandlung dieser Nerven gibt es keine Fallreihe. Die Anatomie des Steißbeingeflechts ist nur in einer kleinen gezielten Sezierreihe untersucht, von der für diese Fassung nur die Zusammenfassung eingesehen wurde.

25.5 Neue Seite

Diese Seite ist neu angelegt; eine Vorfassung gibt es nicht. Die Arbeitsvorlage nennt die Nerven rein empfindend; ob das Steißbeingeflecht auch Muskeln oder Knochenhaut versorgt, ist nach den eingesehenen Quellen offen.

25.6 Änderungsvermerk

Geändert: Seite neu geschrieben nach den gemeinsamen Bausteinen der Nervenseiten. Warum: Erweiterung der Reihe um die sakralen Nerven. Ersetzt: keine Fassung.

V 1.1 – geändert: Leiste vereinheitlicht; Fundstelle Öncü Alptekin 2026 vervollständigt. Warum: Optimierung der Reihe „Nervi sacrales“. Ersetzt: V 1.0.

V 1.2 – geändert: Leiste auf alle 18 Seiten des Lenden- und Kreuzgeflechts erweitert. Warum: Abschluss der Reihen „Lumbale Nerven“ und „Nervi sacrales“. Ersetzt: V 1.1.

V 1.3 – geändert: Leiste um die Übersicht der Brustnerven ergänzt. Warum: Verbindung zur Reihe „Nervi thoracici“. Ersetzt: V 1.2.

V 1.4 – geändert: Leiste um N. iliohypogastricus, N. ilioinguinalis, N. genitofemoralis und N. cutaneus femoris lateralis ergänzt. Warum: Ergänzung des Lendengeflechts. Ersetzt: V 1.3.

Weiterlesen

V 1.4 · Stand: 21. September 2026 · Quellen geprüft am 21. September 2026