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Nervi pectorales

Die Nervi pectorales (Brustmuskelnerven) sind zwei rein bewegende Äste des Plexus brachialis. [B] Der N. pectoralis lateralis stammt aus dem seitlichen Faserbündel mit Fasern aus C5 bis C7, der N. pectoralis medialis aus dem inneren Faserbündel mit Fasern aus C8 und Th1. [B]

Sie versorgen den großen und den kleinen Brustmuskel. [B] Ein Hautgebiet haben sie nicht. [B]

Das Wichtigste in Kürze

  • Die Nerven versorgen M. pectoralis major und M. pectoralis minor; ein Hautgebiet haben sie nicht. [B]
  • Das Leitzeichen ist Schwäche beim Heranführen des Arms vor dem Körper mit eingesunkener vorderer Achselfalte. [I]
  • Beide Nerven sind durch eine Schlinge vor der Achselarterie verbunden, die Ansa pectoralis. [B]
  • Sie sind bei Eingriffen an Brust und Achsel gefährdet; der innere Ast durchbohrt dabei den kleinen Brustmuskel. [B]
  • Wichtigste Abgrenzungen: Fehlanlage des Brustmuskels, Sehnenriss, Wurzel C8 und Th1, unteres Armgeflecht, N. thoracodorsalis. [I]

Schwerpunkt dieser Seite ist die Differenzialdiagnostik in den Kapiteln 8 bis 12. Die Kennzeichen [B], [I] und [H] erklärt der Abschnitt Lesart dieser Seite.

Teil A · Überblick

1. Kurzbild

MerkmalAngabeKennzeichen
Fasern ausseitlicher Ast C5 bis C7; innerer Ast C8 und Th1[B]
AbgangPlexus brachialis; Fasciculus lateralis und Fasciculus medialis[B]
Faserartrein bewegend; kein Hautgebiet[B]
ZielgebietM. pectoralis major; der innere Ast zusätzlich M. pectoralis minor[B]
Leitzeichen einer SchädigungSchwäche beim Heranführen des Arms vor dem Körper, eingesunkene vordere Achselfalte[I]
Wichtigste AbgrenzungenFehlanlage oder Sehnenriss des Brustmuskels, Wurzel C8 und Th1, unteres Armgeflecht (Kapitel 9 bis 11)[I]
Tabelle 1: Kerndaten der Nervi pectorales. Reihenfolge: von der Herkunft zum klinischen Bild. Verlauf, Schlinge und Varianten stehen in Kapitel 16.

Die zugehörigen Segmentseiten reichen von Segment C5 bis Segment Th1.

Herkunft: anatomische Standardwerke.

2. Verlauf in Kürze

  1. Seitlicher Ast: Er verlässt das seitliche Faserbündel, kreuzt vor der Achselarterie und erreicht die Innenfläche des großen Brustmuskels. [B]
  2. Innerer Ast: Er verlässt das innere Faserbündel, zieht zwischen Achselarterie und Achselvene nach vorn und durchbohrt meist den kleinen Brustmuskel. [B]
  3. Schlinge: Vor der Achselarterie verbinden sich beide Äste zur Ansa pectoralis. [B]
  4. Eintritt: Die Endäste treten von hinten in die beiden Brustmuskeln ein. [B]

Herkunft: anatomische Standardwerke.

3. Die versorgten Muskeln

Der M. pectoralis major zieht von Schlüsselbein, Brustbein und Rippenknorpeln zum Oberarmknochen. Er führt den Arm vor dem Körper heran, dreht ihn nach innen und senkt den erhobenen Arm. [B]

Der M. pectoralis minor zieht von den Rippen zum Rabenschnabelfortsatz und zieht das Schulterblatt nach vorn und unten. [B] Unter ihm verlaufen die Gefäße und Nerven zum Arm; er ist eine der Engstellen der oberen Brustkorböffnung. [B]

Ein Hautgebiet haben die Nerven nicht. Die Haut über dem Brustmuskel versorgen Hautäste der Zwischenrippennerven und die Nn. supraclaviculares. [B]

Herkunft: anatomische Standardwerke; die auf der Seite Nervus subclavius genannten Quellen zur oberen Brustkorböffnung.

Teil B · Klinik

4. Schädigungsorte und Anlässe

Ort oder AnlassMechanismusKennzeichen
Brustentfernung und Ausräumung der AchsellymphknotenDurchtrennung oder Zug, vor allem am inneren Ast[B]
Brustvergrößerung und Rekonstruktion unter dem MuskelAblösung und Dehnung des Muskels[I]
Verlagerung des großen Brustmuskels als Lappenplanmäßige Ablösung[B]
Verletzung des ArmgeflechtsZug auf die Faserbündel[I]
Tabelle 2: Orte und Anlässe. Reihenfolge nach der Häufigkeit, mit der sie in der Literatur genannt werden.

Eigene Häufigkeitszahlen für diese Nerven liegen dieser Fassung nicht vor. [I]

Herkunft: anatomische Standardwerke; Beobachtungsreihe an 73 Eingriffen.

5. Beschwerdebild

Beschrieben sind Schwäche und Schwund des Brustmuskels: Die vordere Achselfalte sinkt ein, das Heranführen des Arms vor dem Körper wird schwächer. [I]

Bei alleinigem Ausfall des inneren Astes betrifft der Schwund vor allem den unteren, bauchseitigen Anteil des großen Brustmuskels; der obere Anteil bleibt erhalten. [I] Ein Hautbefund gehört nicht zum Bild. [B]

Herkunft: anatomische Standardwerke.

6. Untersuchung

  • Die vordere Achselfalte beim Heranführen gegen Widerstand tasten und mit der Gegenseite vergleichen. [I]
  • Die Hände vor der Brust gegeneinander drücken lassen und die Anspannung beider Muskelanteile beobachten. [I]
  • Oberen und unteren Anteil des großen Brustmuskels getrennt prüfen; sie haben verschiedene Nerven. [I]
  • Hautgefühl prüfen: unauffällig bei alleiniger Schädigung. [B]

Herkunft: anatomische Standardwerke.

7. Apparative Diagnostik

Die Nadeluntersuchung des großen Brustmuskels, getrennt nach oberem und unterem Anteil, sichert die Zuordnung. [I] Eine Normwertreihe zur Nervenleitung dieser Nerven liegt dieser Fassung nicht vor. [I]

Ultraschall und Kernspin zeigen Schwund und Sehnenriss des Muskels. [B]

Herkunft: neurologische und anatomische Standardwerke.

Teil C · Differenzialdiagnostik

8. Differenzialdiagnostik: Überblick und Vorgehen

Das Wichtigste in Kürze

  • Die Nerven sind rein bewegend; jeder Hautbefund spricht gegen sie. [B]
  • Ein fehlender Brustmuskel von Geburt an ist keine Nervenschädigung. [B]
  • Schwäche des unteren Muskelanteils bei erhaltenem oberem Anteil lenkt auf den inneren Ast. [I]
  • Kommt Schwäche der Hand hinzu, liegt die Ursache im unteren Armgeflecht oder an der Wurzel. [I]
  • Eigene Häufigkeitszahlen für diese Nerven fehlen. [I]

Die Ordnung dieser Kapitel folgt drei Leitfragen. [I]

  1. Fehlt der Muskel oder ist er schwach? Das führt zu Kapitel 9. [I]
  2. Welcher Anteil ist betroffen? Das führt zu Kapitel 10. [I]
  3. Kommt Schwäche der Hand hinzu? Das führt zu Kapitel 11. [I]

Diese Kapitel beschreiben allgemein, wie sich Krankheitsbilder voneinander abgrenzen. Sie stellen keine Diagnose für eine einzelne Person und ersetzen keine ärztliche Untersuchung.

Herkunft: anatomische Standardwerke; die auf den Seiten Nervus ulnaris und Nervus intercostobrachialis genannten Quellen.

9. Differenzialdiagnostik: Fehlender oder schwacher Brustmuskel

UrsacheWas dafür sprichtWas dagegen spricht
Schädigung dieser NervenSchwäche und Schwund nach einem Ereignis oder Eingriff, kein Hautbefund [I]Fehlen des Muskels seit Geburt [B]
Angeborene Fehlanlage des Brustmuskelsseit jeher fehlende Muskelkontur, oft mit weiteren Fehlbildungen derselben Seite [B]plötzlicher Beginn [I]
Sehnenriss des M. pectoralis majorplötzlicher Beginn unter Last, Bluterguss, tastbare Lücke [I]langsamer Beginn ohne Ereignis [I]
Folge eines Eingriffs an Brust oder Achselzeitlicher Zusammenhang, Narbe [I]kein Eingriff in der Vorgeschichte [I]
Tabelle 3: Fehlender oder schwacher Brustmuskel. Reihenfolge: erst diese Nerven, dann Fehlanlage, Sehne und Eingriff.

Ein angeborenes Fehlen des großen oder kleinen Brustmuskels ist selten; eine Arbeit nennt für das Fehlen in Japan 0,061 % und in Europa 0,013 %. [B] Die Zahl stammt aus einem Fallbericht und ist dort zitiert. [I]

Herkunft: anatomische Standardwerke; Fallbericht zum Fehlen des breiten Rückenmuskels mit zitierten Häufigkeitszahlen.

10. Differenzialdiagnostik: Welcher Anteil ist betroffen

Der große Brustmuskel hat zwei Nervenquellen: Der obere, schlüsselbeinnahe Anteil wird vom seitlichen Ast versorgt, der untere, bauchseitige Anteil überwiegend vom inneren Ast. [B]

Daraus folgt für die Untersuchung: Bleibt der obere Anteil kräftig und ist der untere geschwächt, spricht das für den inneren Ast. [I] Sind beide Anteile betroffen, liegt die Ursache weiter körpernah, an beiden Ästen, an den Faserbündeln oder an der Wurzel. [I]

Der kleine Brustmuskel ist klinisch nicht einzeln zu prüfen; sein Ausfall fällt nicht auf. [I]

Herkunft: anatomische Standardwerke.

11. Differenzialdiagnostik: Schwäche mit Beteiligung der Hand

Kommt eine Schwäche der Handbinnenmuskeln hinzu, ist ein Brustmuskelnerv als alleinige Ursache ausgeschlossen. [I]

Für das untere Armgeflecht oder die Wurzel Th1 sprechen Schwäche und Schwund der Handbinnenmuskeln, Gefühlsstörung an der Handkante und ein Horner-Syndrom. [B] Bei bekannter Krebserkrankung gehört ein Befall des Geflechts in die Überlegung; das ist ärztlich abzuklären. [I]

Herkunft: neurologische Standardwerke; die auf der Seite Nervus ulnaris genannten Quellen.

12. Differenzialdiagnostik: Was gegen diese Nerven spricht

Die folgenden Befunde sprechen gegen eine Schädigung dieses Nervs und weisen auf eine andere Ursache.

  • Taubheit oder Missempfindung an Brust oder Arm: Die Nerven sind rein bewegend. [B]
  • Fehlender Muskel seit Geburt: spricht für eine Fehlanlage. [B]
  • Schwäche beim Heranführen mit betroffener hinterer Achselfalte: spricht für den N. thoracodorsalis. [I]
  • Abstehendes Schulterblatt: spricht für N. thoracicus longus oder N. accessorius. [B]
  • Hängendes Oberlid und enge Pupille: spricht für Wurzel Th1 oder unteres Armgeflecht. [B]

Herkunft: die in den Kapiteln 9 bis 11 genannten Quellen.

Teil D · Verlauf und Behandlung

13. Verlauf und beschriebene Behandlungswege

Beschrieben sind die Schonung der Äste bei Eingriffen an Brust und Achsel und die Verwendung des inneren Astes als Spendernerv, etwa zur Wiederherstellung der Ellenbogenbeugung. [B]

Zahlen zum Verlauf nach Schädigung liegen dieser Fassung nicht vor. [I] Diese Seite gibt keine Behandlungsempfehlung. [I]

Herkunft: anatomische Standardwerke; die auf der Seite Nervus musculocutaneus genannten Quellen zur Nervenübertragung.

14. Warnzeichen

Achtung: Diese Befunde gehören ärztlich abgeklärt

Die folgenden Punkte sprechen gegen eine harmlose örtliche Ursache. Sie sind keine Diagnose und keine Handlungsanweisung, sondern ein Hinweis auf Abklärungsbedarf.

  • Plötzliche Schwäche mit Schmerz und tastbarer Lücke an der vorderen Achselfalte. [I]
  • Neue Schwäche des Arms oder der Hand zusammen mit Schwund des Brustmuskels. [I]
  • Hängendes Oberlid, enge Pupille und verminderte Schweißbildung einer Gesichtshälfte. [B]
  • Zunehmender Schmerz in Achsel oder Brustwand bei bekannter Krebserkrankung. [I]

Diese Seite stellt keine Diagnose, gibt keine Therapieempfehlung und ersetzt keine ärztliche Untersuchung.

15. Häufige Fragen

Wie viele Brustmuskelnerven gibt es?

Zwei: einen seitlichen aus dem seitlichen Faserbündel und einen inneren aus dem inneren Faserbündel. [B]

Warum heißt der innere Nerv „medialis“, obwohl er den unteren Muskelanteil versorgt?

Der Name bezeichnet die Herkunft aus dem inneren Faserbündel, nicht die Lage im Muskel. [B]

Was ist die Ansa pectoralis?

Eine Schlinge vor der Achselarterie, über die sich beide Nerven verbinden. [B]

Kann ein fehlender Brustmuskel von einem Nervenschaden kommen?

Nur wenn er früher vorhanden war. Ein Fehlen seit Geburt ist eine Fehlanlage. [B]

Teil E · Anatomische Einzelheiten

16. Ursprung, Schlinge und Varianten

Der seitliche Ast entspringt dem Fasciculus lateralis, der innere dem Fasciculus medialis. [B] Beide verbinden sich vor der Achselarterie zur Ansa pectoralis; über sie erreichen Fasern beider Herkünfte beide Muskeln. [B]

Der innere Ast durchbohrt in der Regel den kleinen Brustmuskel, bevor er den großen erreicht; ein Verlauf um dessen Unterrand herum ist beschrieben. [B] Zahl und Lage der Äste schwanken. [B]

Wegen der Schlinge ist die Zuordnung eines Muskelanteils zu einem der beiden Nerven im Einzelfall nicht sicher. [I]

Herkunft: anatomische Standardwerke; Beobachtungsreihe an 73 Eingriffen zur Streubreite der Achselanatomie.

17. Was diese Nerven nicht führen

Die Nerven führen kein Hautgebiet und keine vegetativen Fasern eigener Art. [B] Die Haut über den Brustmuskeln gehört zu den Zwischenrippennerven und zu den Nn. supraclaviculares. [B]

Ein Sklerotom gehört zum Segment, nicht zu einem einzelnen Ast. [I]

Herkunft: anatomische Standardwerke.

18. Reflexzonenmodelle

Die drei folgenden Modelle stammen aus der Zeit um 1900 und aus der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Sie ordnen Haut- oder Gewebezonen inneren Organen über gemeinsame Rückenmarkssegmente zu. [H] Ein kontrollierter Nachweis ihrer Zonengrenzen liegt nicht vor. [H] Sie stehen hier zur Einordnung, nicht als Grundlage der Differenzialdiagnostik.

ModellGrundgedanke und VoraussetzungBezug zu C5 bis Th1Kennzeichen
Head-Zonenüberempfindliche Hautzonen bei Erkrankung eines inneren Organs; setzt viszerale Afferenzen voraus, die auf Hautsegmente überleitennicht definierbar; die Nerven haben kein Hautfeld [I][H]
Mackenzie-Zonentastbare Veränderungen in Muskulatur und Unterhaut bei Organerkrankung; setzt viszerale Afferenzen mit Projektion in die Muskulatur vorausfür diese Nerven nicht belegt [I][H]
Bindegewebszonen nach Dickeveränderte Verschieblichkeit des Unterhautgewebes, Grundlage der Bindegewebsmassage; setzt einen Organbezug vorausfür die Brustregion beschrieben, ohne kontrollierte Zuordnung zu diesen Nerven [I][H]
Tabelle 4: Geschichtliche Reflexzonenmodelle und ihr Bezug zu diesem Nerv. Reihenfolge nach Erstbeschreibung.

18.1 Der Nucleus intermediolateralis und die vegetativen Fasern

Die vorgeschalteten sympathischen Nervenzellen liegen im Nucleus intermediolateralis, einer schmalen Zellsäule im Seitenhorn des Rückenmarks. Sie reicht vom Segment Th1 bis etwa L2. [B]

Ihre Fasern verlassen das Rückenmark mit den Vorderwurzeln dieser Segmente und treten über die weißen Verbindungsäste (Rami communicantes albi) in den Grenzstrang ein. [B] Nach der Umschaltung dort kehren nachgeschaltete Fasern über die grauen Verbindungsäste (Rami communicantes grisei) in die Spinalnerven zurück und erreichen mit ihnen Schweißdrüsen, Gefäßmuskulatur und Haarbalgmuskeln ihres Gebiets. [B]

Für Kopf und Hals steigen die Fasern aus den oberen Brustsegmenten im Grenzstrang auf und schalten im Ganglion cervicale superius um. [B] Oberhalb von Th1 gibt es keine eigene Zellsäule. [B]

Von den Segmenten dieser Nerven erreicht nur Th1 diese Zellsäule; C5 bis C8 besitzen keine. [I] Vorgeschaltete Fasern führen die Nerven nicht; nachgeschaltete Fasern erreichen ihr Gebiet über graue Verbindungsäste. [B]

Für die Untersuchung folgen daraus zwei Punkte. Ein Schaden am Nervenstamm nimmt im eigenen Hautgebiet meist auch die Schweißbildung, weil die nachgeschalteten Fasern im Stamm mitlaufen. [I] Ein Schaden an der Wurzel innerhalb des Wirbelkanals lässt die Schweißbildung dagegen meist unberührt, weil die grauen Verbindungsäste erst danach hinzutreten. [I]

Eine Schädigung der Wurzel Th1 oder des unteren Armgeflechts kann ein Horner-Syndrom erzeugen: hängendes Oberlid, enge Pupille und verminderte Schweißbildung der Gesichtshälfte. [B] Eine Schädigung dieses Nervs selbst erzeugt es nicht, weil sein Faserweg hinter der Umschaltung liegt. [I]

Herkunft: neuroanatomische Standardwerke, darunter Bähr und Frotscher, Duus’ Neurologisch-topische Diagnostik, sowie Standring, Gray’s Anatomy.

Achtung: Zwei ähnliche Namen

James Mackenzie beschrieb um 1900 ein Reflexzonenmodell. [H] Robin McKenzie entwickelte in den 1970er Jahren ein Bewegungsverfahren für die Wirbelsäule. [B] Die beiden Modelle haben nichts miteinander zu tun. [I]

Herkunft: Head, Mackenzie und Dicke als geschichtliche Quellen; neuroanatomische Standardwerke.

Teil F · Anhang

19. Fachbegriffe

BegriffBedeutung
Ansa pectoralisNervenschlinge zwischen seitlichem und innerem Brustmuskelnerv vor der Achselarterie
Fasciculus lateralisseitliches Faserbündel des Armgeflechts
Fasciculus medialisinneres Faserbündel des Armgeflechts
Horner-Syndromhängendes Oberlid, enge Pupille und verminderte Schweißbildung einer Gesichtshälfte bei Störung der sympathischen Bahn
Musculus pectoralis majorgroßer Brustmuskel
Musculus pectoralis minorkleiner Brustmuskel
Nucleus intermediolateralisZellsäule im Seitenhorn des Rückenmarks von Th1 bis etwa L2; Ursprung der vorgeschalteten sympathischen Fasern
Tabelle 5: Fachbegriffe dieser Seite, alphabetisch geordnet. Kürzel erklärt die Seite Medizinische Abkürzungen.

20. Lesart dieser Seite

Diese Seite ist ein Fachtext: mit Kürzeln, mit Messwerten und mit benannter Quelle je Aussage. Jede Aussage trägt am Ende ein Kennzeichen. [B] steht für belegt, [I] für eine aus belegten Angaben abgeleitete Interpretation, [H] für ein geschichtliches Modell ohne kontrollierten Nachweis.

In den Tabellen mit Quellenspalte sind alle Zahlen belegt [B]; wo eine Zeile davon abweicht, steht das Kennzeichen in der Zeile selbst. Rohwert und Deutung stehen getrennt: Messwerte in den Tabellen, die Einordnung im Fließtext darunter. Ein Absatz ohne Kennzeichen ist ein Hinweis zur Darstellung, keine Sachaussage.

Die Seite ist in sechs Teile gegliedert. Vorn stehen Überblick, Klinik und Differenzialdiagnostik. Anatomische Einzelheiten wie Maße, Abweichungen vom Regelbau und Ganglien stehen in Teil E.

Eine Quelle mit dem Vermerk „Grenzfall“ erfüllt den Quellenmaßstab nicht vollständig, etwa wegen der Art der Veröffentlichung. Sie bleibt verwendet, weil sie eine Angabe trägt, für die keine gleichwertige Quelle vorliegt. Aussagen aus ihr sind mit Vorsicht zu lesen.

21. Grundlage und Quellen

21.1 Quellenmaßstab

Verwendet wird nur belegte, hochwertige Fachliteratur: Leitlinien und Klassifikationen, systematische Übersichten und Metaanalysen, begutachtete Originalarbeiten mit genannter Fallzahl sowie anatomische und neurologische Standardwerke. Einzelfallberichte sind als solche gekennzeichnet und tragen keine Häufigkeitsaussage. Webseiten, Populärliteratur und Angaben ohne auffindbare Originalquelle sind ausgeschlossen. Geschichtliche Quellen tragen ausschließlich die mit [H] gekennzeichneten Abschnitte.

21.2 Quellenverzeichnis

Nr.QuelleArt und UmfangVermerk
1Standardwerke der Anatomie und der peripheren NervenlehreLehrbuchgrundlagefür Ursprung, Verlauf und Versorgungsgebiet
2Prospektive Beobachtungsreihe zur Anatomie der Achsel bei 73 AchselausräumungenBeobachtungsreihe, 73 EingriffeFundstelle unvollständig: Autoren, Zeitschrift, Jahr, Band und Seiten fehlen
3Standring S (Hrsg.). Gray’s Anatomy. Elsevieranatomisches StandardwerkFundstelle unvollständig: Auflage und Jahr fehlen
4Bähr M, Frotscher M. Duus’ Neurologisch-topische Diagnostik. Thiemeneurologisches StandardwerkFundstelle unvollständig: Auflage und Jahr fehlen
5Head H. On disturbances of sensation with especial reference to the pain of visceral disease. Brain 1893 bis 1900geschichtliches Modellnur für Aussagen mit [H]
6Mackenzie J. Symptoms and their interpretation. London: Shaw & Sons; 1909 (2. Auflage 1912)geschichtliches Modellnur für Aussagen mit [H]
7Dicke E. Meine Bindegewebsmassagegeschichtliches Modellnur für Aussagen mit [H]; Erscheinungsjahr offen
Tabelle 6: Verwendete Quellen, geordnet nach dem Jahr der Veröffentlichung; Standardwerke danach; geschichtliche Quellen am Ende.

21.3 Nicht verwendet

Nicht herangezogen wurden Webportale, Lernplattformen, Nachschlagewerke ohne benannte Fachautorenschaft und frei bearbeitbare Wissenssammlungen.

21.4 Offene Punkte

  • Diese Seite stützt sich überwiegend auf Standardwerke; eigene Studien zu Häufigkeit, Verlauf und Behandlung einer Schädigung dieser Nerven wurden nicht gefunden.
  • Die Häufigkeitszahlen zum angeborenen Fehlen der Brustmuskeln sind aus einem Fallbericht zitiert und nicht an der Primärquelle geprüft.
  • Die Beobachtungsreihe zur Achselanatomie ist mit unvollständiger Fundstelle geführt.
  • Eine Normwertreihe zur Nervenleitung dieser Nerven fehlt.

21.5 Änderungsvermerk

Geändert: Seite neu angelegt, nach den gemeinsamen Bausteinen der Halsnervenseiten. Warum: Die Nerven vervollständigen die Äste der beiden vorderen Faserbündel und die Abgrenzung bei Schwäche des Brustmuskels. Ersetzt: keine Fassung.

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V 1.0 · Quellen geprüft am 15. September 2026