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Nervus levator ani

Als Nervus levator ani (Nerv zum Afterheber, N. musculi levatoris ani) werden direkte Äste der Kreuzbeinnerven S3 bis S5 bezeichnet, die auf der Beckenseite des Beckenbodens verlaufen und den M. levator ani versorgen; benachbarte Äste aus S4 und S5 versorgen den M. coccygeus. [B] Der M. levator ani bildet den größten Teil des Beckenbodens und trägt die Beckenorgane. [B]

Wie viel der Nervus pudendus zur Versorgung des Beckenbodens beiträgt, ist umstritten: Eine Sezierreihe fand keinen Pudendusast zum M. levator ani, eine andere fand ihn in der Mehrzahl der Präparate. [B] Dieser Widerspruch ist der Schwerpunkt der Seite (Kapitel 12).

Das Wichtigste in Kürze

  • Der Nerv entsprang in allen 12 Präparaten einer Sezierreihe aus den Kreuzbeinlöchern S3 bis S5, am häufigsten unter Beteiligung von S4. [B]
  • Er zieht über die Beckenseite des M. coccygeus, im Mittel 3,0 cm innen von der Spina ischiadica. [B]
  • Ob der N. pudendus den M. levator ani mitversorgt, ist umstritten: in drei Arbeiten bei 0 %, 56 % und 88 % der Präparate. [B]
  • Einen Hautast und einen Reflex hat der Nerv nicht. [B]
  • Ein eigenes Krankheitsbild ist nicht mit Fallzahl beschrieben; die Seite stützt sich auf Anatomie. [I]

Schwerpunkt dieser Seite ist die Differenzialdiagnostik in den Kapiteln 8 bis 13. Die Kennzeichen [B], [I] und [H] erklärt der Abschnitt Lesart dieser Seite.

Teil A · Überblick

1. Kurzbild

MerkmalAngabeKennzeichen
Fasern ausS3 bis S5; S4 allein 30 %, S3 und S4 40 %, S4 und S5 30 %[B]
Abgangdirekt aus den vorderen Ästen an den Kreuzbeinlöchern[B]
Faserartbewegend[B]
ZielgebietM. levator ani mit M. iliococcygeus, M. pubococcygeus und M. puborectalis; Nachbaräste zum M. coccygeus[B]
Leitzeichen einer SchädigungSchwäche des Beckenbodens, klinisch schwer vom Muskelschaden zu trennen[I]
Wichtigste AbgrenzungenN. pudendus, Muskelschaden des Beckenbodens, Kauda (Kapitel 9 bis 13)[I]
Tabelle 1: Kerndaten des Nervus levator ani. Reihenfolge: von der Herkunft zum klinischen Bild.

Die zugehörigen Segmentseiten sind Segment S3 und Segment S4.

Herkunft: Barber et al. 2002; Standring, Gray’s Anatomy. Leitzeichen und Abgrenzungen sind aus den Kapiteln 3 und 9 bis 13 abgeleitet.

2. Verlauf in Kürze

  1. An den Kreuzbeinlöchern: Ursprung aus S3 bis S5. [B]
  2. Auf dem M. coccygeus: Er kreuzt dessen Beckenseite, im Mittel 3,0 ± 1,4 cm innen von der Spina ischiadica, in einer Spanne von 1,0 bis 4,2 cm. [B]
  3. Auf dem M. iliococcygeus: Er läuft auf dessen Beckenseite und versorgt ihn etwa in der Mitte. [B]
  4. Zu M. pubococcygeus und M. puborectalis: Er zieht weiter nach vorn und versorgt beide etwa in ihrer Mitte. [B]

Der Nerv bleibt damit im Becken, oberhalb des Beckenbodens. [B] Der N. pudendus liegt dagegen unterhalb, im Alcock-Kanal. [B]

Herkunft: Barber et al. 2002.

3. Versorgungsgebiet

MuskelAufgabeVersorgung
M. iliococcygeushinterer, flacher Teil des Beckenbodensüberwiegend dieser Nerv; in einer Reihe in 64,7 % hauptsächlich aus S3 und/oder S4
M. pubococcygeusmittlerer Teil des Beckenbodensdieser Nerv; in einer Reihe in 76,5 % hauptsächlich Pudendusäste
M. puborectalisSchlinge um den Mastdarm, wichtig für den Stuhlverschlussdieser Nerv; in einer Reihe in 76,5 % hauptsächlich Pudendusäste
M. coccygeushinterster Teil des BeckenbodensÄste aus S4 und S5
Tabelle 2: Muskeln des Beckenbodens und ihre Versorgung. Reihenfolge: von hinten nach vorn, zuletzt der M. coccygeus. Die Angaben zur Versorgung widersprechen sich zwischen den Arbeiten (Kapitel 12). Alle Angaben belegt [B].

Herkunft: Barber et al. 2002; Grigorescu et al. 2008; Standring, Gray’s Anatomy, zu den Aufgaben.

Teil B · Klinik

4. Schädigungsorte und Anlässe

Weil der Nerv auf der Beckenseite des M. coccygeus nahe der Spina ischiadica verläuft, liegt er im Operationsgebiet von Eingriffen am Lig. sacrospinale. [I] Bei der vaginalen Geburt wird der Beckenboden stark gedehnt; ein Schaden der versorgenden Nerven ist dabei denkbar. [I]

Lücke: Keine klinischen Reihen

Zu Ursachen und Häufigkeit einer Schädigung eigens dieses Nervs liegt keine Fallreihe vor. Die Messungen der Nervenleitung nach Geburten betreffen den N. pudendus.

Herkunft: Barber et al. 2002 zur Lage; Snooks et al. 1986 zu den Messungen am N. pudendus.

5. Beschwerdebild

Zu erwarten ist eine Schwäche des Beckenbodens, etwa mit Senkungsgefühl oder Schwierigkeiten, Harn oder Stuhl zu halten. [I] Diese Zeichen entstehen ebenso durch einen Schaden am Muskel selbst oder am N. pudendus und sind klinisch nicht einem Nerv zuzuordnen. [I] Eine Gefühlsstörung der Haut gehört nicht dazu. [B]

6. Untersuchung

  • Tastbefund des Beckenbodens: Kraft und Seitengleichheit der Anspannung über Scheide oder Mastdarm. [I]
  • Gefühl im Reithosengebiet, Analreflex und Bulbokavernosusreflex: Sie prüfen N. pudendus und Kauda; sie gehören nicht zu diesem Nerv. [I]
  • Blase und Darm erfragen: Eine plötzliche Störung ist ein Warnhinweis auf ein Kaudasyndrom. [B]

Herkunft: NVL Nicht-spezifischer Kreuzschmerz 2017; übrige Punkte abgeleitet.

7. Apparative Diagnostik

Eine Messung eigens dieses Nervs ist in der Klinik nicht üblich. [I] Ultraschall und Kernspintomographie des Beckenbodens zeigen vor allem Schäden am Muskel selbst. [I]

Teil C · Differenzialdiagnostik

8. Differenzialdiagnostik: Überblick und Vorgehen

Achtung: Zuerst das Kaudasyndrom ausschließen

Eine plötzliche Störung von Blase oder Darm mit Taubheit im Reithosengebiet oder Schwäche der Beine ist ein Warnhinweis auf ein Kaudasyndrom und gehört ohne Aufschub ärztlich abgeklärt. [B]

  1. Ist der Beckenboden schwach? Das führt zu Kapitel 9. [I]
  2. Bestehen Harn- oder Stuhlinkontinenz? Das führt zu Kapitel 10. [I]
  3. Ging eine Geburt oder eine Operation am Lig. sacrospinale voraus? Das führt zu Kapitel 11. [I]
  4. Wer versorgt den Beckenboden? Das führt zu Kapitel 12. [I]

Diese Kapitel beschreiben allgemein, wie sich Krankheitsbilder voneinander abgrenzen. Sie stellen keine Diagnose für eine einzelne Person und ersetzen keine ärztliche Untersuchung.

9. Differenzialdiagnostik: Schwäche des Beckenbodens

UrsacheUnterscheidendes MerkmalKennzeichen
N. levator aniSchwäche ohne Gefühlsstörung und ohne Reflexausfall[I]
N. pudenduszusätzlich Gefühlsminderung im Pudendusgebiet, Schwäche der äußeren Schließmuskeln[I]
Muskelschaden des BeckenbodensBefund im Ultraschall oder Kernspin, etwa nach Geburt[I]
Kauda oder Wurzeln S3 bis S5Taubheit im Reithosengebiet, Ausfall von Anal- und Bulbokavernosusreflex[B]
Tabelle 3: Schwäche des Beckenbodens. Reihenfolge: von diesem Nerv über den Nachbarnerv und den Muskel zur Kauda.

Die Tabelle ordnet nach der Anatomie; eine Studie, die diese Ursachen klinisch voneinander trennt, liegt nicht vor. [I]

Herkunft: NVL Nicht-spezifischer Kreuzschmerz 2017; übrige Zeilen aus der Faserzuordnung abgeleitet.

10. Differenzialdiagnostik: Harn- oder Stuhlinkontinenz

Der M. puborectalis bildet eine Schlinge um den Mastdarm; seine Schwäche kann den Stuhlverschluss beeinträchtigen. [B] Die äußeren Schließmuskeln gehören dagegen sicher zum N. pudendus, der Blasenmuskel zu den Beckeneingeweidenerven. [B] Eine Inkontinenz lässt sich deshalb nicht einem einzelnen Nerv zuordnen, ohne den Befund an Muskeln, Reflexen und Gefühl zu kennen. [I]

Herkunft: Standring, Gray’s Anatomy; Barber et al. 2002.

11. Differenzialdiagnostik: Nach Geburt oder Operation am Lig. sacrospinale

Nach vaginaler Geburt ist die Leitung im N. pudendus messbar verlangsamt; für diesen Nerv fehlen solche Messungen. [B] Nach Operationen am Lig. sacrospinale ist an diesen Nerv zu denken, weil er im Mittel 3 cm innen von der Spina ischiadica auf dem M. coccygeus liegt. [I] Gesäßschmerz nach solchen Operationen wird dagegen eher den Hautästen aus S3 und S4 zugeschrieben (Seite N. perforans cutaneus). [B]

Herkunft: Snooks et al. 1986; Barber et al. 2002; Florian-Rodriguez et al. 2016.

12. Differenzialdiagnostik: Wer versorgt den Beckenboden?

ArbeitMaterialN. levator aniBeitrag des N. pudendus
Barber et al. 200212 frische Leichen, Frauenin allen Präparatentrotz gezielter Suche kein Ast gefunden
Grigorescu et al. 200817 fixierte Leichen, Frauendirekte Äste aus S3 und/oder S4 in 70,6 %Äste des N. perinealis in 88,2 %, des N. rectalis inferior in 35,3 %
Wallner et al. 20089 Feten, Serienschnittein allen Beckenin 10 Beckenhälften (56 %); Verbindungsast zwischen beiden Nerven in 50 bis 60 %
Tabelle 4: Versorgung des M. levator ani in drei Arbeiten. Reihenfolge nach dem Jahr. Alle Angaben belegt [B].

Widerspruch: Trägt der N. pudendus zum Beckenboden bei?

Die Anteile reichen von 0 % bis 88 %. [B] Übereinstimmend fanden alle drei Arbeiten direkte Äste aus den Kreuzbeinnerven zum M. levator ani; die Arbeit an Feten nennt diesen Nerv den Hauptnerv des Muskels und den Beitrag des N. pudendus von Mensch zu Mensch und sogar zwischen beiden Seiten verschieden. [B] Die Unterschiede können an Material, Präparationsweg und Fallzahl liegen. [I]

Für die Differenzialdiagnostik folgt daraus: Eine Schwäche des Beckenbodens schließt weder einen Pudendusschaden ein noch aus. [I]

Herkunft: Barber et al. 2002; Grigorescu et al. 2008; Wallner et al. 2008.

13. Differenzialdiagnostik: Was gegen diesen Nerv spricht

  • Gefühlsstörung an Damm, After oder Genitale: spricht für N. pudendus, Kauda oder Wurzeln. [B]
  • Ausgefallener Anal- oder Bulbokavernosusreflex: spricht für N. pudendus, Kauda oder Wurzeln. [I]
  • Plötzliche Störung von Blase oder Darm mit Taubheit im Reithosengebiet: spricht für ein Kaudasyndrom. [B]
  • Harnverhalt: spricht für die Beckeneingeweidenerven, die Kauda oder ein Hindernis, nicht für diesen Nerv. [I]

Herkunft: die in den Kapiteln 9 bis 12 genannten Quellen; NVL Nicht-spezifischer Kreuzschmerz 2017.

Teil D · Verlauf und Behandlung

14. Verlauf und Aussichten

Lücke: Kein Verlauf beschrieben

Zum Verlauf einer Schädigung dieses Nervs liegt keine Arbeit vor.

15. Beschriebene Behandlungswege

Eine Behandlung eigens dieses Nervs ist nicht beschrieben. [I] Die Autoren einer Sezierreihe weisen darauf hin, dass eine elektrische Reizung des N. pudendus den Beckenboden nur stärken kann, wenn dieser Nerv den Muskel zumindest teilweise versorgt; das ist nach Kapitel 12 nicht bei allen Menschen der Fall. [B] Diese Seite gibt keine Therapieempfehlung.

Herkunft: Grigorescu et al. 2008.

16. Warnzeichen

Achtung: Diese Befunde gehören ärztlich abgeklärt

  • Plötzliche Störung von Blase oder Darm, Taubheit im Reithosengebiet oder Schwäche beider Beine: Warnhinweis auf ein Kaudasyndrom. [B]
  • Neu aufgetretene Inkontinenz für Harn oder Stuhl. [I]
  • Blut in Harn oder Stuhl. [I]

Diese Seite stellt keine Diagnose, gibt keine Therapieempfehlung und ersetzt keine ärztliche Untersuchung.

Herkunft: NVL Nicht-spezifischer Kreuzschmerz 2017.

17. Häufige Fragen

Versorgt der N. pudendus den Beckenboden?

Sicher versorgt er die äußeren Schließmuskeln und die Dammmuskeln. [B] Ob er auch den M. levator ani mitversorgt, ist umstritten; die Anteile reichen in Sezierreihen von 0 % bis 88 %. [B] Näheres in Kapitel 12.

Gibt es einen einzelnen N. levator ani?

Es handelt sich um direkte Äste aus S3 bis S5, die auf der Beckenseite des Beckenbodens nach vorn ziehen; in einer Sezierreihe fanden sie sich in allen Präparaten. [B]

Herkunft: Barber et al. 2002; Grigorescu et al. 2008; Wallner et al. 2008.

Teil E · Anatomische Einzelheiten

18. Ursprung und Stellung

Der Nerv gehört zu den direkten Ästen des Kreuzgeflechts, die das Becken nicht verlassen. [B] Er entspringt aus S4 allein in 30 %, aus S3 und S4 in 40 % und aus S4 und S5 in 30 % der Präparate einer Sezierreihe. [B] Der N. pudendus entspringt dagegen aus S2 bis S4 und verlässt das Becken. [B]

Herkunft: Barber et al. 2002.

19. Oberhalb und unterhalb des Beckenbodens

Dieser Nerv erreicht den M. levator ani von oben, von der Beckenseite. [B] Der N. pudendus liegt unterhalb des Beckenbodens und erreicht Muskeln von unten, wenn er beiträgt. [B] Ein Verbindungsast zwischen beiden Nerven zieht zwischen M. coccygeus und M. levator ani durch den Beckenboden; er fand sich an Feten in 50 bis 60 % der Beckenhälften. [B]

Herkunft: Barber et al. 2002; Wallner et al. 2008.

20. Abweichungen vom Regelbau

  • Ursprung: S4 allein, S3 und S4 oder S4 und S5. [B]
  • Abweichender N. rectalis inferior: In 41,2 % einer Reihe versorgte ein vom N. pudendus unabhängiger N. rectalis inferior den M. levator ani. [B]
  • Seitenunterschiede: Der Beitrag des N. pudendus kann zwischen linker und rechter Seite desselben Beckens verschieden sein. [B]

Herkunft: Barber et al. 2002; Grigorescu et al. 2008; Wallner et al. 2008.

21. Was dieser Nerv nicht führt

  • Keine Hautfasern und keinen Reflex. [B]
  • Keine Fasern für den Blasenmuskel und die Mastdarmwand. Diese laufen über die Beckeneingeweidenerven. [B]
  • Nicht die äußeren Schließmuskeln und nicht die Dammmuskeln. Sie gehören zum N. pudendus. [B]

Herkunft: Barber et al. 2002; Standring, Gray’s Anatomy.

22. Reflexzonenmodelle

Die drei folgenden Modelle wurden zwischen 1893 und 1953 veröffentlicht. Sie ordnen Haut- oder Gewebezonen inneren Organen über gemeinsame Rückenmarkssegmente zu. [H] Ein kontrollierter Nachweis ihrer Zonengrenzen liegt nicht vor. [H] Sie stehen hier zur Einordnung, nicht als Grundlage der Differenzialdiagnostik.

ModellGrundgedanke und VoraussetzungBezug zu diesem NervKennzeichen
Head-Zonenüberempfindliche Hautzonen bei Erkrankung eines inneren Organs; setzt viszerale Afferenzen voraus, die auf Hautsegmente überleitenkeine Zone; der Nerv führt keine viszeralen Afferenzen [I][H]
Mackenzie-Zonentastbare Veränderungen in Muskulatur und Unterhaut bei Organerkrankung; setzt viszerale Afferenzen mit Projektion in die Muskulatur vorauskeine Zone; dieselbe Voraussetzung fehlt [I][H]
Bindegewebszonen nach Dickeveränderte Verschieblichkeit des Unterhautgewebes, Grundlage der Bindegewebsmassage; setzt einen Organbezug vorausnicht begründbar, weil der Organbezug fehlt [I][H]
Tabelle 5: Geschichtliche Reflexzonenmodelle und ihr Bezug zu diesem Nerv. Reihenfolge nach Erstbeschreibung.

Für diesen Nerv gibt es keine Vorfassung; die Einordnung folgt den übrigen Seiten der Reihe. Das entfällt: Der Nerv führt empfindende Fasern aus Haut, Muskeln und Gelenken, aber keine aus inneren Organen. [B] Damit fehlt die Voraussetzung der Modelle. [I]

22.1 Der Nucleus intermediolateralis und die vegetativen Fasern

Die vorgeschalteten sympathischen Nervenzellen liegen im Nucleus intermediolateralis von Th1 bis etwa L2; S3 bis S5 gehören nicht dazu. [B] Die parasympathischen Fasern der Kreuzbeinsegmente laufen als Beckeneingeweidenerven zu den Organen und nicht in diesem Nerv. [B]

Achtung: Zwei ähnliche Namen

James Mackenzie beschrieb 1909 ein Reflexzonenmodell. [H] Robin McKenzie entwickelte in den 1970er Jahren ein Bewegungsverfahren für die Wirbelsäule. [B] Die beiden Modelle haben nichts miteinander zu tun. [I]

Herkunft: Head, Mackenzie und Dicke als geschichtliche Quellen; Bähr und Frotscher, Duus’ Neurologisch-topische Diagnostik; Standring, Gray’s Anatomy.

Teil F · Anhang

23. Fachbegriffe

BegriffBedeutung
Alcock-KanalFaszienkanal unterhalb des Beckenbodens, in dem der N. pudendus zum Damm zieht
AnalreflexZusammenziehen des Afters beim Bestreichen der umgebenden Haut
BulbokavernosusreflexZusammenziehen des Beckenbodens bei Druck auf Eichel oder Klitoris
KaudasyndromDruck auf die Nervenwurzeln unterhalb des Rückenmarks mit Störung von Blase, Darm und Beinen
M. coccygeuskleiner hinterer Beckenbodenmuskel zwischen Sitzbeinstachel und Steißbein
M. levator aniAfterheber; Hauptmuskel des Beckenbodens aus M. iliococcygeus, M. pubococcygeus und M. puborectalis
M. puborectalisSchlinge des Beckenbodens um den Mastdarm
ReithosengebietHaut an Damm, Gesäßinnenseite und Oberschenkel-Innenseite
Tabelle 6: Fachbegriffe dieser Seite, alphabetisch geordnet. Kürzel erklärt die Seite Medizinische Abkürzungen.

24. Lesart dieser Seite

Diese Seite ist ein Fachtext: mit Kürzeln, mit Messwerten und mit benannter Quelle je Aussage. Jede Aussage trägt am Ende ein Kennzeichen. [B] steht für belegt, [I] für eine aus belegten Angaben abgeleitete Interpretation, [H] für ein geschichtliches Modell ohne kontrollierten Nachweis.

In den Tabellen mit Quellenspalte sind alle Zahlen belegt [B]; wo eine Zeile davon abweicht, steht das Kennzeichen in der Zeile selbst. Rohwert und Deutung stehen getrennt: Messwerte in den Tabellen, die Einordnung im Fließtext darunter. Ein Absatz ohne Kennzeichen ist ein Hinweis zur Darstellung, keine Sachaussage.

Herkunftszeilen, die nur Standardwerke nennen, geben den Lehrbuchstand wieder. Die Fundstellen in diesen Werken sind noch nicht mit Seitenzahl geprüft; das steht unter „Offene Punkte“ in Kapitel 25.4.

Die Seite ist in sechs Teile gegliedert. Vorn stehen Überblick, Klinik und Differenzialdiagnostik. Anatomische Einzelheiten wie Maße, Abweichungen vom Regelbau und Ganglien stehen in Teil E.

Eine Quelle mit dem Vermerk „Grenzfall“ erfüllt den Quellenmaßstab nicht vollständig, etwa wegen der Art der Veröffentlichung. Sie bleibt verwendet, weil sie eine Angabe trägt, für die keine gleichwertige Quelle vorliegt. Aussagen aus ihr sind mit Vorsicht zu lesen.

25. Grundlage und Quellen

25.1 Quellenmaßstab

Verwendet wird nur belegte, hochwertige Fachliteratur: Leitlinien und Klassifikationen, systematische Übersichten und Metaanalysen, begutachtete Originalarbeiten mit genannter Fallzahl sowie anatomische und neurologische Standardwerke. Einzelfallberichte sind als solche gekennzeichnet und tragen keine Häufigkeitsaussage. Webseiten, Populärliteratur und Angaben ohne auffindbare Originalquelle sind ausgeschlossen. Geschichtliche Quellen tragen ausschließlich die mit [H] gekennzeichneten Abschnitte.

25.2 Quellenverzeichnis

Nr.QuelleArt und UmfangVermerk
1Snooks SJ, Swash M, Henry MM, Setchell M. Risk factors in childbirth causing damage to the pelvic floor innervation. Int J Colorectal Dis 1986;1(1):20–24Reihe, 122 Frauennur für den N. pudendus
2Barber MD, Bremer RE, Thor KB, Dolber PC, Kuehl TJ, Coates KW. Innervation of the female levator ani muscles. Am J Obstet Gynecol 2002;187(1):64–71Sezierreihe, 12 frische Leichen, FrauenLeitquelle Anatomie
3Grigorescu BA, Lazarou G, Olson TR, Downie SA, Powers K, Greston WM, Mikhail MS. Innervation of the levator ani muscles: description of the nerve branches to the pubococcygeus, iliococcygeus, and puborectalis muscles. Int Urogynecol J 2008;19(1):107–116Sezierreihe, 17 fixierte Leichen, FrauenGegenbefund zum Beitrag des N. pudendus
4Wallner C, van Wissen J, Maas CP, Dabhoiwala NF, DeRuiter MC, Lamers WH. The contribution of the levator ani nerve and the pudendal nerve to the innervation of the levator ani muscles; a study in human fetuses. Eur Urol 2008;54(5):1136–1142Serienschnitte, 9 Feten
5Florian-Rodriguez ME, Hare A, Chin K, Phelan JN, Ripperda CM, Corton MM. Inferior gluteal and other nerves associated with sacrospinous ligament: a cadaver study. Am J Obstet Gynecol 2016;215(5):646.e1–646.e6Sezierreihe, 14 Leichen
6Bundesärztekammer, Kassenärztliche Bundesvereinigung, AWMF. Nationale VersorgungsLeitlinie Nicht-spezifischer Kreuzschmerz, 2. Auflage, Version 1, 2017. AWMF nvl-007Leitlinielaut Register abgelaufen; nur für die Warnhinweise
7Standring S (Hrsg.). Gray’s Anatomy. The Anatomical Basis of Clinical Practice. Elsevieranatomisches StandardwerkFundstelle unvollständig: Auflage und Jahr fehlen; Lehrbuchstand, nicht mit Seitenzahl geprüft
8Bähr M, Frotscher M. Duus’ Neurologisch-topische Diagnostik. Thiemeneurologisches StandardwerkFundstelle unvollständig: Auflage und Jahr fehlen; Lehrbuchstand, nicht mit Seitenzahl geprüft
9Head H. On disturbances of sensation with especial reference to the pain of visceral disease. Brain 1893;16:1–133; Teil II Brain 1894;17:339–480; Teil III Brain 1896;19:153–276geschichtliches Modellnur für Aussagen mit [H]
10Mackenzie J. Symptoms and their interpretation. London: Shaw and Sons; 1909geschichtliches Modellnur für Aussagen mit [H]
11Dicke E. Meine Bindegewebsmassage. Stuttgart: Hippokrates; 1953geschichtliches Modellnur für Aussagen mit [H]
Tabelle 7: Verwendete Quellen, geordnet nach dem Jahr der Veröffentlichung; Standardwerke danach; geschichtliche Quellen am Ende.

25.3 Nicht verwendet

Nicht herangezogen wurden Webportale, Lernplattformen, Nachschlagewerke ohne benannte Fachautorenschaft und frei bearbeitbare Wissenssammlungen. Eine Tierstudie an Ratten derselben Arbeitsgruppe wie Barber et al. wurde nicht verwendet.

25.4 Offene Punkte

  • Die Aussagen, die auf den Standardwerken beruhen, sind noch nicht mit Auflage und Seitenzahl geprüft.
  • Die Seite enthält keine Abbildung.

Grenzen der Literatur (Stand der Recherche: 21. September 2026). Zu Klinik, Verlauf und Behandlung dieses Nervs gibt es keine Arbeiten. Die drei anatomischen Arbeiten widersprechen sich im Beitrag des N. pudendus; zwei untersuchten nur Frauen.

25.5 Neue Seite

Diese Seite ist neu angelegt; eine Vorfassung gibt es nicht. Gegenüber der Arbeitsvorlage der Reihe ist ergänzt, dass die Äste aus S3 bis S5 stammen können und dass der Beitrag des N. pudendus zum Beckenboden umstritten ist.

25.6 Änderungsvermerk

Geändert: Seite neu geschrieben nach den gemeinsamen Bausteinen der Nervenseiten. Warum: Erweiterung der Reihe um die sakralen Nerven. Ersetzt: keine Fassung.

V 1.1 – geändert: Leiste auf alle 18 Seiten des Lenden- und Kreuzgeflechts erweitert. Warum: Abschluss der Reihen „Lumbale Nerven“ und „Nervi sacrales“. Ersetzt: V 1.0.

V 1.2 – geändert: Leiste um die Übersicht der Brustnerven ergänzt. Warum: Verbindung zur Reihe „Nervi thoracici“. Ersetzt: V 1.1.

V 1.3 – geändert: Leiste um N. iliohypogastricus, N. ilioinguinalis, N. genitofemoralis und N. cutaneus femoris lateralis ergänzt. Warum: Ergänzung des Lendengeflechts. Ersetzt: V 1.2.

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V 1.3 · Stand: 21. September 2026 · Quellen geprüft am 21. September 2026