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Nervus obturatorius internus

Der Nervus obturatorius internus (N. musculi obturatorii interni, Nerv zum inneren Hüftlochmuskel) ist ein kurzer Muskelast des Kreuzgeflechts. [B] Er versorgt den M. obturatorius internus und den M. gemellus superior, zwei Außendreher der Hüfte. [B]

Er ist nicht zu verwechseln mit dem Nervus obturatorius aus dem Lendengeflecht, der die Adduktoren versorgt. [B] Klinisch bedeutsam ist er vor allem als Nachbar des Nervus pudendus: Beide ziehen um die Spina ischiadica, und der Alcock-Kanal des N. pudendus liegt in der Faszie des M. obturatorius internus. [B]

Das Wichtigste in Kürze

  • Der Nerv entsprang in einer großen Sezierreihe in 84,6 % aus (L5), S1, S2 und (S3). [B]
  • Er versorgt den M. obturatorius internus und den M. gemellus superior; der M. gemellus inferior gehört in aller Regel zum N. quadratus femoris. [B]
  • Den M. gemellus superior versorgten in 60,4 % beide Nerven gemeinsam. [B]
  • Er verlässt das Becken unterhalb des M. piriformis, zieht um die Spina ischiadica und tritt durch das kleine Sitzbeinloch wieder zum Muskel. [B]
  • Ein eigenes Krankheitsbild dieses Nervs ist nicht beschrieben; wichtig ist er als Nachbar des N. pudendus. [I]

Schwerpunkt dieser Seite ist die Differenzialdiagnostik in den Kapiteln 8 bis 13. Die Kennzeichen [B], [I] und [H] erklärt der Abschnitt Lesart dieser Seite.

Teil A · Überblick

1. Kurzbild

MerkmalAngabeKennzeichen
Fasern aus(L5), S1, S2, (S3); Klammern bezeichnen wechselnde Beteiligung[B]
AbgangKreuzgeflecht; Austritt durch das Foramen infrapiriforme[B]
Faserartbewegend[B]
ZielgebietM. obturatorius internus, M. gemellus superior[B]
Leitzeichen einer Schädigungklinisch kaum erkennbar; die Außendrehung wird von anderen Muskeln ausgeglichen[I]
Wichtigste AbgrenzungenN. pudendus, N. quadratus femoris, N. obturatorius des Lendengeflechts (Kapitel 9 bis 13)[I]
Tabelle 1: Kerndaten des Nervus obturatorius internus. Reihenfolge: von der Herkunft zum klinischen Bild.

Herkunft: Aung et al. 2001; Standring, Gray’s Anatomy. Leitzeichen und Abgrenzungen sind aus den Kapiteln 3 und 9 bis 13 abgeleitet.

2. Verlauf in Kürze

  1. Im Becken: Ursprung aus den vorderen Teilungsästen von L5 bis S2. [B]
  2. Im Foramen infrapiriforme: Austritt unterhalb des M. piriformis, zwischen N. cutaneus femoris posterior und N. pudendus. [B]
  3. An der Spina ischiadica: Abgabe des Astes zum M. gemellus superior, dann Zug um die Spina. [B]
  4. Durch das Foramen ischiadicum minus: Er erreicht den M. obturatorius internus und tritt von dessen Innenfläche in den Muskel ein. [B]

Sein Weg um die Spina ischiadica und durch das kleine Sitzbeinloch entspricht dem des N. pudendus. [B] Das erklärt, warum beide Nerven in derselben Region liegen, in der die Engstellen des N. pudendus beschrieben sind. [I]

Herkunft: Standring, Gray’s Anatomy; Robert et al. 1998 zu den Engstellen des N. pudendus.

3. Versorgungsgebiet

MuskelVersorgung nach der SezierreiheAufgabe
M. obturatorius internusdurch diesen NervAußendrehung der Hüfte
M. gemellus superiordurch diesen Nerv; in 60,4 % gemeinsam mit dem N. quadratus femorisAußendrehung der Hüfte
M. gemellus inferiordurch den N. quadratus femoris in allen Präparaten; durch diesen Nerv nur in zwei Präparaten zusätzlichAußendrehung der Hüfte
Tabelle 2: Versorgung der Außendreher durch diesen Nerv nach einer Sezierreihe an 101 Beckenhälften. Reihenfolge: von oben nach unten. Alle Angaben belegt [B].

Einen Hautast und einen Reflex hat der Nerv nicht. [B] Die Angabe, er versorge „beide Mm. gemelli“, trifft nach der Sezierreihe nur in Ausnahmefällen zu. [B]

Herkunft: Aung et al. 2001; Standring, Gray’s Anatomy.

Teil B · Klinik

4. Schädigungsorte und Anlässe

Als Orte einer Schädigung kommen das Foramen infrapiriforme und die Spina ischiadica in Betracht, etwa bei Operationen in der tiefen Gesäßregion oder bei Eingriffen am N. pudendus. [I] Ein eigenes Krankheitsbild dieses Nervs ist nicht beschrieben. [I]

Lücke: Keine klinischen Reihen

Zu Ursachen, Häufigkeit und Folgen einer Schädigung dieses Nervs liegt keine Fallreihe vor.

5. Beschwerdebild

Ein Ausfall dieses Nervs schwächt die Außendrehung der Hüfte kaum merklich, weil M. gluteus maximus, M. piriformis und M. quadratus femoris dieselbe Bewegung ausführen. [I] Eine Gefühlsstörung entsteht nicht, weil der Nerv keine Hautfasern führt. [B]

Herkunft: Standring, Gray’s Anatomy; übrige Aussage aus der Funktion der Außendreher abgeleitet.

6. Untersuchung

Eine Prüfung, die diesen Muskel allein erfasst, gibt es nicht. [I] Bei Verdacht auf eine Beteiligung ist die Außendrehung der Hüfte im Seitenvergleich zu prüfen und das Gebiet des N. pudendus mitzuuntersuchen. [I]

7. Apparative Diagnostik

Die Nadeluntersuchung des M. obturatorius internus ist wegen seiner Lage an der Beckenwand schwierig und wird nur gezielt eingesetzt. [I] Die Kernspintomographie des Beckens zeigt den Muskel und seine Umgebung. [I]

Teil C · Differenzialdiagnostik

8. Differenzialdiagnostik: Überblick und Vorgehen

Auf dieser Seite geht es vor allem um Verwechslungen: mit dem gleichnamigen N. obturatorius, mit dem benachbarten N. pudendus und mit dem N. quadratus femoris, der die Versorgung der Mm. gemelli teilt. [I]

  1. Welcher „Obturatorius“ ist gemeint? Das führt zu Kapitel 9. [I]
  2. Schmerz im Sitzen am Damm oder am Sitzbein? Das führt zu Kapitel 10. [I]
  3. Schwäche der Außendrehung? Das führt zu Kapitel 11. [I]
  4. Wer versorgt die Mm. gemelli? Das führt zu Kapitel 12. [I]

Diese Kapitel beschreiben allgemein, wie sich Krankheitsbilder voneinander abgrenzen. Sie stellen keine Diagnose für eine einzelne Person und ersetzen keine ärztliche Untersuchung.

9. Differenzialdiagnostik: N. obturatorius oder N. obturatorius internus?

MerkmalN. obturatoriusN. obturatorius internusKennzeichen
GeflechtLendengeflecht, L2 bis L4Kreuzgeflecht, (L5) S1 S2 (S3)[B]
Weg aus dem Beckendurch den Canalis obturatoriusdurch das Foramen infrapiriforme[B]
MuskelnAdduktoren, M. obturatorius externusM. obturatorius internus, M. gemellus superior[B]
HautgebietInnenseite des Oberschenkelskeines[B]
Leitzeichen eines AusfallsSchwäche der Adduktion, Gefühlsstörung innen am Oberschenkelklinisch kaum erkennbar[I]
Tabelle 3: Die beiden Obturatorius-Nerven im Vergleich. Reihenfolge: von der Herkunft zum klinischen Bild.

Herkunft: Standring, Gray’s Anatomy; Aung et al. 2001.

10. Differenzialdiagnostik: Schmerz im Sitzen am Damm oder Sitzbein

Der Alcock-Kanal des N. pudendus liegt in der Faszie des M. obturatorius internus, und beide Nerven ziehen um die Spina ischiadica. [B] Schmerz im Sitzen in dieser Gegend ist deshalb zuerst an den Nantes-Kriterien des N. pudendus zu prüfen; dieser Muskelnerv selbst führt keine Schmerzfasern der Haut. [B]

Weitere Abgrenzungen sind die Äste des N. cutaneus femoris posterior am Sitzbeinhöcker und der N. perforans cutaneus am inneren unteren Gesäß. [B]

Herkunft: Robert et al. 1998; Labat et al. 2008; Ploteau et al. 2017; Shafarenko et al. 2023.

11. Differenzialdiagnostik: Schwäche der Außendrehung

Eine deutliche Schwäche der Außendrehung spricht für einen Schaden, der mehrere Außendreher zugleich trifft: das Kreuzgeflecht, die Wurzeln L5 bis S2 oder mehrere Muskelnerven nach einer Hüftoperation. [I] Ein isolierter Schaden dieses Nervs erklärt sie nicht. [I]

12. Differenzialdiagnostik: Wer versorgt die Mm. gemelli?

Nach der Sezierreihe an 101 Beckenhälften versorgte der N. quadratus femoris den M. gemellus inferior in allen Präparaten; dieser Nerv tat es nur in zwei Präparaten zusätzlich. [B] Den M. gemellus superior versorgten in 60,4 % beide Nerven gemeinsam. [B] Die beiden Nerven waren innerhalb und außerhalb der Muskeln auf wechselnde Weise verbunden. [B]

Für die Differenzialdiagnostik folgt daraus: Die Mm. gemelli eignen sich nicht, um die beiden Nerven voneinander zu trennen. [I]

Herkunft: Aung et al. 2001.

13. Differenzialdiagnostik: Was gegen diesen Nerv spricht

  • Jede Gefühlsstörung der Haut: spricht für einen anderen Nerv oder eine Wurzel. [B]
  • Schwäche der Adduktion und Gefühlsstörung innen am Oberschenkel: spricht für den N. obturatorius des Lendengeflechts. [B]
  • Schmerz vom After bis zum Genitale im Sitzen: spricht für den N. pudendus. [B]
  • Plötzliche Störung von Blase oder Darm, Taubheit im Reithosengebiet: spricht für ein Kaudasyndrom. [B]

Herkunft: die in den Kapiteln 9 bis 12 genannten Quellen; NVL Nicht-spezifischer Kreuzschmerz 2017.

Teil D · Verlauf und Behandlung

14. Verlauf und Aussichten

Lücke: Kein Verlauf beschrieben

Zum Verlauf einer Schädigung dieses Nervs liegt keine Arbeit vor.

15. Beschriebene Behandlungswege

Eine Behandlung eigens dieses Nervs ist nicht beschrieben. [I] Diese Seite gibt keine Therapieempfehlung.

16. Warnzeichen

Achtung: Diese Befunde gehören ärztlich abgeklärt

  • Plötzliche Störung von Blase oder Darm, Taubheit im Reithosengebiet oder Schwäche beider Beine: Warnhinweis auf ein Kaudasyndrom. [B]
  • Gesäß- oder Beckenschmerz mit Fieber, ungewolltem Gewichtsverlust oder Schmerz in der Nacht. [B]

Diese Seite stellt keine Diagnose, gibt keine Therapieempfehlung und ersetzt keine ärztliche Untersuchung.

Herkunft: NVL Nicht-spezifischer Kreuzschmerz 2017.

17. Häufige Fragen

Ist das derselbe Nerv wie der N. obturatorius?

Nein. Der N. obturatorius kommt aus dem Lendengeflecht und versorgt die Adduktoren; dieser Nerv kommt aus dem Kreuzgeflecht und versorgt einen Außendreher. [B] Näheres in Kapitel 9.

Versorgt er beide Mm. gemelli?

In der Regel nur den oberen; den unteren versorgt der N. quadratus femoris. [B] Näheres in Kapitel 12.

Herkunft: Aung et al. 2001; Standring, Gray’s Anatomy.

Teil E · Anatomische Einzelheiten

18. Ursprung und Stellung

NervHäufigste SegmenteAnteil
N. quadratus femoris(L4), L5, S179,4 %
N. obturatorius internus(L5), S1, S2, (S3)84,6 %
Tabelle 4: Segmentzusammensetzung der beiden kurzen Äste zu den Außendrehern nach einer Sezierreihe an 101 Beckenhälften. Reihenfolge von oben nach unten. Alle Angaben belegt [B].

Der N. quadratus femoris entspringt damit weiter oben als dieser Nerv. [B]

Herkunft: Aung et al. 2001.

19. Der Weg um die Spina ischiadica

Der Nerv verlässt das Becken durch das große und kehrt durch das kleine Sitzbeinloch zurück; dazwischen liegt die Spina ischiadica mit dem Lig. sacrospinale. [B] Denselben Weg nimmt der N. pudendus, dessen erste Engstelle zwischen Lig. sacrotuberale und Lig. sacrospinale an der Spina liegt. [B]

Herkunft: Standring, Gray’s Anatomy; Robert et al. 1998.

20. Abweichungen vom Regelbau

  • Segmente: In 15,4 % wich die Zusammensetzung vom häufigsten Muster ab. [B]
  • Versorgung der Mm. gemelli: Der obere wurde in 60,4 % doppelt versorgt, der untere nur in zwei Präparaten zusätzlich von diesem Nerv. [B]
  • Verbindungen: Mit dem N. quadratus femoris bestanden wechselnde Verbindungen innerhalb und außerhalb der Muskeln. [B]

Herkunft: Aung et al. 2001.

21. Was dieser Nerv nicht führt

  • Keine Hautfasern und keinen Reflex. [B]
  • Keine Fasern für Blase, Darm oder Sexualfunktion. [B]
  • Keine Versorgung der Adduktoren. Sie gehört zum N. obturatorius des Lendengeflechts. [B]

Herkunft: Standring, Gray’s Anatomy.

22. Reflexzonenmodelle

Die drei folgenden Modelle wurden zwischen 1893 und 1953 veröffentlicht. Sie ordnen Haut- oder Gewebezonen inneren Organen über gemeinsame Rückenmarkssegmente zu. [H] Ein kontrollierter Nachweis ihrer Zonengrenzen liegt nicht vor. [H] Sie stehen hier zur Einordnung, nicht als Grundlage der Differenzialdiagnostik.

ModellGrundgedanke und VoraussetzungBezug zu diesem NervKennzeichen
Head-Zonenüberempfindliche Hautzonen bei Erkrankung eines inneren Organs; setzt viszerale Afferenzen voraus, die auf Hautsegmente überleitenkeine Zone; der Nerv führt keine viszeralen Afferenzen [I][H]
Mackenzie-Zonentastbare Veränderungen in Muskulatur und Unterhaut bei Organerkrankung; setzt viszerale Afferenzen mit Projektion in die Muskulatur vorauskeine Zone; dieselbe Voraussetzung fehlt [I][H]
Bindegewebszonen nach Dickeveränderte Verschieblichkeit des Unterhautgewebes, Grundlage der Bindegewebsmassage; setzt einen Organbezug vorausnicht begründbar, weil der Organbezug fehlt [I][H]
Tabelle 5: Geschichtliche Reflexzonenmodelle und ihr Bezug zu diesem Nerv. Reihenfolge nach Erstbeschreibung.

Für diesen Nerv gibt es keine Vorfassung; die Einordnung folgt den übrigen Seiten der Reihe. Das entfällt: Der Nerv führt empfindende Fasern aus Haut, Muskeln und Gelenken, aber keine aus inneren Organen. [B] Damit fehlt die Voraussetzung der Modelle. [I]

22.1 Der Nucleus intermediolateralis und die vegetativen Fasern

Die vorgeschalteten sympathischen Nervenzellen liegen im Nucleus intermediolateralis von Th1 bis etwa L2; die Segmente dieses Nervs gehören nicht dazu. [B] Nachgeschaltete sympathische Fasern für die Gefäße des Muskels kommen über die grauen Verbindungsäste aus dem Grenzstrang. [B]

Achtung: Zwei ähnliche Namen

James Mackenzie beschrieb 1909 ein Reflexzonenmodell. [H] Robin McKenzie entwickelte in den 1970er Jahren ein Bewegungsverfahren für die Wirbelsäule. [B] Die beiden Modelle haben nichts miteinander zu tun. [I]

Herkunft: Head, Mackenzie und Dicke als geschichtliche Quellen; Bähr und Frotscher, Duus’ Neurologisch-topische Diagnostik; Standring, Gray’s Anatomy.

Teil F · Anhang

23. Fachbegriffe

BegriffBedeutung
Alcock-KanalFaszienkanal in der Faszie des M. obturatorius internus, in dem der N. pudendus zum Damm zieht
Canalis obturatoriusDurchtritt am Hüftloch, durch den der N. obturatorius des Lendengeflechts zieht
Foramen ischiadicum minuskleines Sitzbeinloch unterhalb der Spina ischiadica
Foramen infrapiriformeunterer Durchtritt im großen Sitzbeinloch, unterhalb des M. piriformis
KaudasyndromDruck auf die Nervenwurzeln unterhalb des Rückenmarks mit Störung von Blase, Darm und Beinen
Mm. gemellizwei kleine Außendreher der Hüfte ober- und unterhalb der Sehne des M. obturatorius internus
Nantes-KriterienDiagnosekriterien für das Einklemmungssyndrom des N. pudendus
ReithosengebietHaut an Damm, Gesäßinnenseite und Oberschenkel-Innenseite
Spina ischiadicaSitzbeinstachel zwischen großem und kleinem Sitzbeinloch
Tabelle 6: Fachbegriffe dieser Seite, alphabetisch geordnet. Kürzel erklärt die Seite Medizinische Abkürzungen.

24. Lesart dieser Seite

Diese Seite ist ein Fachtext: mit Kürzeln, mit Messwerten und mit benannter Quelle je Aussage. Jede Aussage trägt am Ende ein Kennzeichen. [B] steht für belegt, [I] für eine aus belegten Angaben abgeleitete Interpretation, [H] für ein geschichtliches Modell ohne kontrollierten Nachweis.

In den Tabellen mit Quellenspalte sind alle Zahlen belegt [B]; wo eine Zeile davon abweicht, steht das Kennzeichen in der Zeile selbst. Rohwert und Deutung stehen getrennt: Messwerte in den Tabellen, die Einordnung im Fließtext darunter. Ein Absatz ohne Kennzeichen ist ein Hinweis zur Darstellung, keine Sachaussage.

Herkunftszeilen, die nur Standardwerke nennen, geben den Lehrbuchstand wieder. Die Fundstellen in diesen Werken sind noch nicht mit Seitenzahl geprüft; das steht unter „Offene Punkte“ in Kapitel 25.4.

Die Seite ist in sechs Teile gegliedert. Vorn stehen Überblick, Klinik und Differenzialdiagnostik. Anatomische Einzelheiten wie Maße, Abweichungen vom Regelbau und Ganglien stehen in Teil E.

Eine Quelle mit dem Vermerk „Grenzfall“ erfüllt den Quellenmaßstab nicht vollständig, etwa wegen der Art der Veröffentlichung. Sie bleibt verwendet, weil sie eine Angabe trägt, für die keine gleichwertige Quelle vorliegt. Aussagen aus ihr sind mit Vorsicht zu lesen.

25. Grundlage und Quellen

25.1 Quellenmaßstab

Verwendet wird nur belegte, hochwertige Fachliteratur: Leitlinien und Klassifikationen, systematische Übersichten und Metaanalysen, begutachtete Originalarbeiten mit genannter Fallzahl sowie anatomische und neurologische Standardwerke. Einzelfallberichte sind als solche gekennzeichnet und tragen keine Häufigkeitsaussage. Webseiten, Populärliteratur und Angaben ohne auffindbare Originalquelle sind ausgeschlossen. Geschichtliche Quellen tragen ausschließlich die mit [H] gekennzeichneten Abschnitte.

25.2 Quellenverzeichnis

Nr.QuelleArt und UmfangVermerk
1Robert R, Prat-Pradal D, Labat JJ, Bensignor M, Raoul S, Rebai R, Leborgne J. Anatomic basis of chronic perineal pain: role of the pudendal nerve. Surg Radiol Anat 1998;20(2):93–98Sezierreihe, 50 Leichen
2Aung HH, Sakamoto H, Akita K, Sato T. Anatomical study of the obturator internus, gemelli and quadratus femoris muscles with special reference to their innervation. Anat Rec 2001;263(1):41–52Sezierreihe, 101 BeckenhälftenLeitquelle; Zusammenfassung und Auszüge eingesehen
3Labat JJ, Riant T, Robert R, Amarenco G, Lefaucheur JP, Rigaud J. Diagnostic criteria for pudendal neuralgia by pudendal nerve entrapment (Nantes criteria). Neurourol Urodyn 2008;27(4):306–310Diagnosekriterien
4Bundesärztekammer, Kassenärztliche Bundesvereinigung, AWMF. Nationale VersorgungsLeitlinie Nicht-spezifischer Kreuzschmerz, 2. Auflage, Version 1, 2017. AWMF nvl-007Leitlinielaut Register abgelaufen; nur für die Warnhinweise
5Ploteau S, Salaud C, Hamel A, Robert R. Entrapment of the posterior femoral cutaneous nerve and its inferior cluneal branches. Surg Radiol Anat 2017;39(8):859–863Anatomie und Operationsbeschreibung
6Shafarenko K, Walocha JA, Tubbs RS, Jankowska K, Mazurek A. Anatomical description of the perforating cutaneous nerve. Folia Morphol 2023;82(1):88–95Sezierreihe
7Standring S (Hrsg.). Gray’s Anatomy. The Anatomical Basis of Clinical Practice. Elsevieranatomisches StandardwerkFundstelle unvollständig: Auflage und Jahr fehlen; Lehrbuchstand, nicht mit Seitenzahl geprüft
8Bähr M, Frotscher M. Duus’ Neurologisch-topische Diagnostik. Thiemeneurologisches StandardwerkFundstelle unvollständig: Auflage und Jahr fehlen; Lehrbuchstand, nicht mit Seitenzahl geprüft
9Head H. On disturbances of sensation with especial reference to the pain of visceral disease. Brain 1893;16:1–133; Teil II Brain 1894;17:339–480; Teil III Brain 1896;19:153–276geschichtliches Modellnur für Aussagen mit [H]
10Mackenzie J. Symptoms and their interpretation. London: Shaw and Sons; 1909geschichtliches Modellnur für Aussagen mit [H]
11Dicke E. Meine Bindegewebsmassage. Stuttgart: Hippokrates; 1953geschichtliches Modellnur für Aussagen mit [H]
Tabelle 7: Verwendete Quellen, geordnet nach dem Jahr der Veröffentlichung; Standardwerke danach; geschichtliche Quellen am Ende.

25.3 Nicht verwendet

Nicht herangezogen wurden Webportale, Lernplattformen, Nachschlagewerke ohne benannte Fachautorenschaft und frei bearbeitbare Wissenssammlungen. Eine Sezierreihe von 2026 zur Faszie des Alcock-Kanals wurde nur in einer Kurzfassung ohne Fundstelle gesehen und nicht verwendet.

25.4 Offene Punkte

  • Die Aussagen, die auf den Standardwerken beruhen, sind noch nicht mit Auflage und Seitenzahl geprüft.
  • Die Seite enthält keine Abbildung.

Grenzen der Literatur (Stand der Recherche: 21. September 2026). Zu Klinik, Verlauf und Behandlung dieses Nervs gibt es keine Arbeiten. Die Anatomie stützt sich auf eine große Sezierreihe an 101 Beckenhälften.

25.5 Neue Seite

Diese Seite ist neu angelegt; eine Vorfassung gibt es nicht. Die Arbeitsvorlage nennt als Zielmuskeln den M. obturatorius internus und „die Mm. gemelli“; nach der Sezierreihe versorgt der Nerv in der Regel nur den M. gemellus superior.

25.6 Änderungsvermerk

Geändert: Seite neu geschrieben nach den gemeinsamen Bausteinen der Nervenseiten. Warum: Erweiterung der Reihe um die sakralen Nerven. Ersetzt: keine Fassung.

V 1.1 – geändert: Leiste auf alle 18 Seiten des Lenden- und Kreuzgeflechts erweitert. Warum: Abschluss der Reihen „Lumbale Nerven“ und „Nervi sacrales“. Ersetzt: V 1.0.

V 1.2 – geändert: Leiste um die Übersicht der Brustnerven ergänzt. Warum: Verbindung zur Reihe „Nervi thoracici“. Ersetzt: V 1.1.

V 1.3 – geändert: Leiste um N. iliohypogastricus, N. ilioinguinalis, N. genitofemoralis und N. cutaneus femoris lateralis ergänzt. Warum: Ergänzung des Lendengeflechts. Ersetzt: V 1.2.

Weiterlesen

V 1.3 · Stand: 21. September 2026 · Quellen geprüft am 21. September 2026