Der Nervus occipitalis tertius (dritter Hinterhauptsnerv) ist der oberflächliche mediale Ast des hinteren Astes von C3. [B] Er versorgt das Gelenk zwischen zweitem und drittem Halswirbel, Anteile des M. semispinalis capitis und einen schmalen Hautstreifen unter dem Hinterhaupt nahe der Mittellinie. [B]
Seine Bedeutung liegt im Gelenkast: Schmerz aus dem Gelenk C2/C3 wird als dritter Hinterhauptskopfschmerz bezeichnet. [B]
Das Wichtigste in Kürze
- Der Nerv versorgt das Wirbelgelenk C2/C3, Teile des M. semispinalis capitis und einen schmalen Hautstreifen neben der Mittellinie. [B]
- Das Leitzeichen ist einseitiger Nacken-Hinterkopf-Schmerz, der sich durch eine gezielte Blockade des Nervs aufheben lässt. [B]
- Nach einem Schleudertrauma fand eine Studie an 100 Erkrankten den dritten Hinterhauptskopfschmerz bei 27 %; unter denen mit führendem Kopfschmerz bei 53 %. [B]
- Anamnese und körperliche Untersuchung trennten die Betroffenen in dieser Studie nicht zuverlässig von den übrigen. [B]
- Wichtigste Abgrenzungen: Okzipitalneuralgie, Schmerz aus den Kopfgelenken C0/C1 und C1/C2, Kopfschmerz vom Spannungstyp, Dissektion der A. vertebralis, Chiari-Malformation Typ I und Nacken-Zungen-Syndrom. [I]
Schwerpunkt dieser Seite ist die Differenzialdiagnostik in den Kapiteln 8 bis 12. Die Kennzeichen [B], [I] und [H] erklärt der Abschnitt Lesart dieser Seite.
Inhalt
Überblick: 1. Kurzbild · 2. Verlauf in Kürze · 3. Versorgungsgebiet
Klinik: 4. Schädigungsorte und Anlässe · 5. Beschwerdebild · 6. Untersuchung · 7. Gezielte Blockade als Prüfmittel
Differenzialdiagnostik: 8. Überblick und Vorgehen · 9. Dritter Hinterhauptskopfschmerz und die Kopfgelenke · 10. Abgrenzung zu den Hautnerven des Hinterhaupts · 11. Ernste Ursachen am Hinterkopf · 12. Was gegen diesen Nerv spricht
Verlauf und Behandlung: 13. Verlauf und beschriebene Behandlungswege · 14. Warnzeichen · 15. Häufige Fragen
Anatomische Einzelheiten: 16. Ursprung, Verlauf und Nachbarschaft · 17. Was dieser Nerv nicht führt · 18. Reflexzonenmodelle
Anhang: 19. Fachbegriffe · 20. Grundlage und Quellen · Weiterlesen · Lesart dieser Seite
Teil A · Überblick
1. Kurzbild
| Merkmal | Angabe | Kennzeichen |
|---|---|---|
| Fasern aus | C3, oberflächlicher medialer Ast des hinteren Astes | [B] |
| Abgang | hinterer Ast von C3; der Nerv kreuzt seitlich das Wirbelgelenk C2/C3 | [B] |
| Faserart | gemischt: Gelenkäste, Muskeläste und ein Hautast | [B] |
| Zielgebiet | Wirbelgelenk C2/C3, Anteile des M. semispinalis capitis, schmaler Hautstreifen unter dem Hinterhaupt nahe der Mittellinie | [B] |
| Leitzeichen einer Schädigung | einseitiger Nacken-Hinterkopf-Schmerz, der auf eine gezielte Blockade des Nervs anspricht | [B] |
| Wichtigste Abgrenzungen | Okzipitalneuralgie, Kopfgelenke C0/C1 und C1/C2, Kopfschmerz vom Spannungstyp, Gefäßursachen und Fehlbildungen am Übergang von Schädel zu Halswirbelsäule (Kapitel 9 bis 11) | [I] |
Die zugehörigen Segmentseiten sind Segment C3 und, für die Nachbarschaft, Segment C2.
Herkunft: Bogduk 1982; Bogduk und Marsland 1986; anatomische Standardwerke (nicht eingesehen, siehe 20.4).
2. Verlauf in Kürze
- Abgang: Der hintere Ast von C3 teilt sich in einen seitlichen und einen medialen Ast; der oberflächliche mediale Ast ist dieser Nerv. [B]
- Am Gelenk: Er zieht seitlich über das Wirbelgelenk C2/C3 und gibt dabei Gelenkäste ab. [B]
- Durch die Muskeln: Er wendet sich nach innen, versorgt Anteile des M. semispinalis capitis und durchbohrt ihn. [B]
- Hautast: Er tritt nahe der Mittellinie unter dem Hinterhaupt an die Oberfläche und versorgt dort einen schmalen Streifen. [B]
Die Lagebeziehung zum Gelenk ist der Grund, warum eine Blockade dieses Nervs den Gelenkschmerz aufhebt (Kapitel 9). [I]
Herkunft: Bogduk 1982; Eichenberger et al. 2006.
3. Versorgungsgebiet
Der Nerv versorgt drei Gewebearten: das Wirbelgelenk C2/C3, Anteile des M. semispinalis capitis und einen schmalen Hautstreifen. [B]
Der Hautstreifen liegt unmittelbar neben der Mittellinie, unterhalb des Hinterhaupts, und ist deutlich kleiner als das Feld des N. occipitalis major. [B] Er ist so schmal, dass er allein selten auffällt. [I]
Der Gelenkast ist klinisch der wichtigste Anteil, weil das Gelenk C2/C3 als häufigste Quelle des zervikogenen Kopfschmerzes beschrieben ist. [B]
Herkunft: Bogduk 1982; Bogduk und Govind 2009; anatomische Standardwerke (nicht eingesehen).
Teil B · Klinik
4. Schädigungsorte und Anlässe
| Ort oder Anlass | Mechanismus | Kennzeichen |
|---|---|---|
| Schleudertrauma der Halswirbelsäule | Verletzung der Kapsel des Gelenks C2/C3 mit Reizung der Gelenkäste | [B] |
| Verschleiß des Gelenks C2/C3 | anhaltender Reiz der Gelenkäste | [B] |
| Eingriffe an der oberen Halswirbelsäule von hinten | unmittelbare Verletzung des Nervs | [I] |
| Gezielte Verödung des Nervs | beabsichtigte Unterbrechung zur Behandlung; danach taubes Feld | [B] |
Herkunft: Lord et al. 1994; Govind et al. 2003; Bogduk und Govind 2009.
5. Beschwerdebild
Beschrieben ist ein einseitiger Schmerz im oberen Nacken, der zum Hinterhaupt zieht und bis in die Stirn ausstrahlen kann. [B] Er wird durch Bewegung und durch Druck auf das Gelenk verstärkt. [B]
Ein Hautbefund fehlt meist; der Hautstreifen ist schmal und wird selten bemerkt. [I] Nach einer Verödung des Nervs ist das Feld taub. [B]
Anamnese und körperliche Untersuchung trennten in der Häufigkeitsstudie die Betroffenen nicht zuverlässig von den übrigen Erkrankten mit Kopfschmerz nach Schleudertrauma. [B] Das Bild allein trägt die Zuordnung deshalb nicht. [I]
Herkunft: Bogduk und Marsland 1986; Lord et al. 1994.
6. Untersuchung
- Druckschmerz über dem Gelenk C2/C3; er ist der einzige beschriebene hinweisende Tastbefund. [B]
- Beweglichkeit der oberen Halswirbelsäule und Auslösbarkeit des Schmerzes durch Bewegung. [B]
- Hautgefühl am Hinterkopf, abgegrenzt gegen die Felder der Nachbarnerven (Kapitel 10). [I]
- Warnzeichen, die vor jeder Blockade auszuschließen sind (Kapitel 14). [I]
Herkunft: Bogduk und Govind 2009; Lord et al. 1994.
7. Gezielte Blockade als Prüfmittel
Die kontrollierte Blockade des Nervs ist das tragende Prüfmittel. In der Häufigkeitsstudie wurde jeder Erkrankte mit Kopfschmerz zweimal doppelblind mit verschiedenen Betäubungsmitteln blockiert. [B]
Die Blockade lässt sich unter Röntgendurchleuchtung oder unter Ultraschallsicht setzen; die Darstellung des Nervs im Ultraschall ist beschrieben. [B]
Eine einzelne, unkontrollierte Blockade trägt wegen falsch positiver Ergebnisse weniger; deshalb wurde in den Studien mit zwei Betäubungsmitteln gearbeitet. [I]
Die Blockade eines Nachbarnervs ist kein Ersatz. Beim chronischen Kopfschmerz vom Spannungstyp war eine Blockade des N. occipitalis major in einer kleinen Studie nicht wirksam; die Leitlinie empfiehlt sie dort nicht. [B]
Diese Seite beschreibt das Vorgehen, sie empfiehlt es nicht.
Herkunft: Lord et al. 1994; Eichenberger et al. 2006; Bogduk und Govind 2009; Leitlinie AWMF 030-077 (2023).
Teil C · Differenzialdiagnostik
8. Differenzialdiagnostik: Überblick und Vorgehen
Das Wichtigste in Kürze
- Der Schmerz stammt meist aus dem Gelenk C2/C3, nicht aus dem Hautast. [B]
- Nach Schleudertrauma ist der Anteil hoch: 27 % aller Erkrankten, 53 % derer mit führendem Kopfschmerz. [B]
- Anamnese und Untersuchung trennen das Bild nicht zuverlässig; erst die kontrollierte Blockade tut es. [B]
- Die Okzipitalneuralgie unterscheidet sich durch einschießende Attacken und Berührungsempfindlichkeit der Kopfhaut. [B]
- Neuer, heftiger, einseitiger Nacken-Hinterkopf-Schmerz verlangt zuerst an eine Gefäßursache zu denken. [B]
- Kurzer Hinterkopfschmerz beim Husten und stechender Schmerz bei plötzlicher Kopfdrehung mit Zungenbeteiligung haben eigene Kriterien (Kapitel 11). [B]
Die Ordnung dieser Kapitel folgt drei Leitfragen.
- Gibt es Warnzeichen oder einen besonderen Auslöser wie Husten oder plötzliche Kopfdrehung? Das führt zuerst zu Kapitel 11 und Kapitel 14.
- Ist der Schmerz tief und bewegungsabhängig? Das führt zu Kapitel 9.
- Ist die Haut beteiligt? Das führt zu Kapitel 10.
Diese Kapitel beschreiben allgemein, wie sich Krankheitsbilder voneinander abgrenzen. Sie stellen keine Diagnose für eine einzelne Person und ersetzen keine ärztliche Untersuchung.
Herkunft: Lord et al. 1994; Bogduk und Govind 2009; ICHD-3 2018.
9. Differenzialdiagnostik: Dritter Hinterhauptskopfschmerz und die Kopfgelenke
Der Schmerz aus dem Gelenk C2/C3 wird als dritter Hinterhauptskopfschmerz geführt. [B] In der Studie an 100 Erkrankten nach Schleudertrauma hatten 71 Kopfschmerz, bei 40 war er die führende Beschwerde. Die Häufigkeit betrug 27 % bezogen auf alle 100 und 53 % bezogen auf die Gruppe mit führendem Kopfschmerz. [B]
Die Abgrenzung nach oben betrifft das Atlantookzipitalgelenk (C0/C1) und das seitliche Atlantoaxialgelenk (C1/C2). Beide können Schmerz zum Hinterkopf leiten. [B]
| Gelenk | Was beschrieben ist | Womit zugeordnet | Grenze der Aussage |
|---|---|---|---|
| Atlantookzipitalgelenk C0/C1 | Dehnung der Gelenkkapsel bei fünf beschwerdefreien Freiwilligen löste Schmerz aus; die Ausstrahlung schwankte zwischen den Personen stark [B] | Betäubung im Gelenk selbst [B] | fünf Personen; zur Behandlung nur drei Fallberichte [B] |
| Seitliches Atlantoaxialgelenk C1/C2 | Dehnung der Kapsel löste bei denselben Freiwilligen ein gleichbleibendes Muster am Hinterkopf und oberen Nacken aus; in einer Fallserie verschwand Hinterkopfschmerz nach Betäubung im Gelenk [B] | Betäubung im Gelenk selbst [B] | Fallserie ohne Kontrollgruppe [B] |
| Wirbelgelenk C2/C3 | dritter Hinterhauptskopfschmerz, nach Schleudertrauma bei 27 % [B] | doppelt kontrollierte Blockade dieses Nervs [B] | Zahlen nur aus einer Gruppe nach Schleudertrauma [B] |
Der Schmerzort trennt die drei Gelenke nicht, weil sich ihre Ausstrahlungsfelder überlagern. Die Zuordnung gelingt über die jeweils eigene Blockade. Regel der Ableitung: Gleiche Projektion, verschiedene Nervenversorgung – nur die Nervenversorgung unterscheidet. [I]
Die ICHD-3 ordnet solchen Schmerz dem zervikogenen Kopfschmerz zu, wenn eine Störung der Halswirbelsäule nachgewiesen ist und der Zusammenhang belegt wird, unter anderem durch das Verschwinden nach einer gezielten Blockade. [B] Seitenfestigkeit, Auslösung durch Druck auf Nackenmuskeln oder durch Kopfbewegung und eine Ausstrahlung von hinten nach vorn sprechen nach der Klassifikation für einen zervikogenen Kopfschmerz, sind aber nicht beweisend. [B]
Herkunft: Lord et al. 1994 (100 Erkrankte); Bogduk und Marsland 1986; Dreyfuss et al. 1994 (Spine) und Dreyfuss et al. 1994 (Reg Anesth); Aprill et al. 2002; ICHD-3 2018, Abschnitt 11.2.1.
10. Differenzialdiagnostik: Abgrenzung zu den Hautnerven des Hinterhaupts
| Befund | Wahrscheinlicher Nerv | Abgrenzendes Zeichen |
|---|---|---|
| schmaler Streifen neben der Mittellinie, unter dem Hinterhaupt | dieser Nerv | Feld schmal, Schmerz vor allem tief und bewegungsabhängig [B] |
| Hinterhaupt in der Mitte bis zum Scheitel | N. occipitalis major | großes Feld, einschießender Schmerz, Berührungsempfindlichkeit [B] |
| seitlicher Hinterkopf hinter dem Ohr | N. occipitalis minor | Feld liegt seitlich [B] |
| Ohrläppchen, Kieferwinkel | N. auricularis magnus | Feld liegt am Ohr [B] |
| kein Hautbefund, nur tiefer Schmerz unter dem Hinterhaupt | Kopfgelenke oder Muskulatur | Hautgefühl unauffällig [I] |
Die ICHD-3 zählt diesen Nerv zu den drei Nerven der Okzipitalneuralgie. [B] Sein Hautfeld ist jedoch klein; die meisten Beschwerden in seinem Bereich stammen aus dem Gelenk. [I]
Herkunft: ICHD-3 2018, Abschnitt 13.4; Bogduk 1982; anatomische Standardwerke (nicht eingesehen).
11. Differenzialdiagnostik: Ernste und eigenständige Ursachen am Hinterkopf
Vor jeder Zuordnung zu Gelenk oder Nerv sind Ursachen auszuschließen, die rasch behandelt werden müssen. [I] Zwei weitere Bilder haben eigene Kriterien und werden leicht mit einem Gelenkschmerz verwechselt. [B]
| Abzugrenzen | Spricht dafür | Womit geprüft | Grenze der Aussage |
|---|---|---|---|
| Dissektion der A. vertebralis | neuer, heftiger, einseitiger Nacken-Hinterkopf-Schmerz, oft nach Kopfbewegung oder Unfall [B] | Bildgebung der Halsgefäße [B] | das Schmerzbild allein trennt nicht; die Bildgebung entscheidet [I] |
| Bruch oder Bandverletzung der oberen Halswirbelsäule | Unfall in der Vorgeschichte [I] | ärztliche Untersuchung, Bildgebung [I] | hier ohne eigene Quelle [I] |
| Riesenzellarteriitis | neuer Kopfschmerz im höheren Lebensalter, Muskelschmerzen von Schultern und Becken [B] | Blutsenkung, CRP [B] | die Leitlinie nennt sie für den Kopfschmerz allgemein, nicht eigens für den Hinterkopf [B] |
| Kopfschmerz bei Chiari-Malformation Typ I | kurz, meist unter fünf Minuten, hinterhauptsnah, ausgelöst durch Husten oder Pressen [B] | Nachweis der Fehlbildung in der Bildgebung [B] | Kriterien laut Klassifikation noch nicht validiert [B] |
| Nacken-Zungen-Syndrom | scharfer, einseitiger Schmerz im oberen Nacken bei plötzlicher Kopfdrehung, dazu Missempfindung der Zunge derselben Seite, Sekunden bis Minuten [B] | Kriterien der Klassifikation, mindestens zwei Episoden [B] | erst mit der Fassung von 2018 aus dem Anhang in den Hauptteil der Klassifikation übernommen [B] |
Die letzten beiden Zeilen trennen sich vom dritten Hinterhauptskopfschmerz durch ihren Auslöser: Husten bei der Chiari-Malformation, plötzliche Drehung mit Zungenbeteiligung beim Nacken-Zungen-Syndrom. Ein Gelenkschmerz C2/C3 hat keinen dieser beiden Auslöser. Regel der Ableitung: Ein Auslöser, der nur in einem Kriteriensatz steht, trennt. [I]
Herkunft: ICHD-3 2018, Abschnitte 6.5.1.1, 7.7 und 13.5; Leitlinie AWMF 030-077 (2023), Tabelle der Differenzialdiagnosen; Do et al. 2019.
12. Differenzialdiagnostik: Was gegen diesen Nerv spricht
Die folgenden Befunde sprechen gegen eine Schädigung dieses Nervs und weisen auf eine andere Ursache.
- Einschießende Schmerzattacken mit Berührungsempfindlichkeit der Kopfhaut: spricht für die Okzipitalneuralgie, meist im Gebiet des N. occipitalis major. [B]
- Schmerz seitlich hinter dem Ohr oder am Ohrläppchen: spricht für N. occipitalis minor oder N. auricularis magnus. [B]
- Keine Linderung nach kontrollierter Blockade des Nervs: spricht gegen den dritten Hinterhauptskopfschmerz. [B]
- Beidseitiger, drückender oder beengender Kopfschmerz leichter bis mittlerer Stärke, der durch Gehen oder Treppensteigen nicht zunimmt: spricht für einen Kopfschmerz vom Spannungstyp. [B]
- Muskelschwäche oder Reflexausfall am Arm: spricht für Wurzel oder Geflecht, nicht für diesen Nerv. [I]
Kopfschmerz vom Spannungstyp, nicht Spannungskopfschmerz
Die Leitlinie verwendet bewusst den Namen „Kopfschmerz vom Spannungstyp“. Muskelverspannung oder seelische Anspannung spielen in seiner Entstehung nach heutigem Stand nur eine untergeordnete Rolle, wenn überhaupt. [B]
Herkunft: ICHD-3 2018, Abschnitte 2.1 bis 2.3 und 13.4; Leitlinie AWMF 030-077 (2023); die in den Kapiteln 9 bis 11 genannten Quellen.
Teil D · Verlauf und Behandlung
13. Verlauf und beschriebene Behandlungswege
Beschrieben sind die gezielte Blockade zur Zuordnung und die Verödung des Nervs mit Hochfrequenzstrom zur Behandlung. [B]
Eine Behandlungsreihe von 2003 behandelte 49 Erkrankte mit einer verbesserten Technik. Als Erfolg galt vollständige Schmerzfreiheit für mindestens 90 Tage, dazu die Rückkehr zu den Alltagstätigkeiten ohne Kopfschmerzmittel. Diesen Erfolg erreichten 43 von 49, also 88 %; die Schmerzfreiheit hielt im Median 297 Tage. Nach Wiederkehr des Schmerzes erreichten 12 von 14 Wiederholungsbehandelten erneut den Erfolg (86 %). [B]
Als Nebenwirkungen nennt die Reihe leichte Gangunsicherheit, Taubheit im Hautstreifen und vorübergehende Missempfindungen. [B] Ältere Berichte fanden die Verödung wenig wirksam; die Autoren führen den Unterschied auf die Technik zurück. [B]
Wie belastbar die Zahl von 88 % ist
Die Reihe hatte keine Kontrollgruppe und war nicht verblindet. In einem Leserbrief wurde sie deshalb kritisiert; die Autoren hielten an ihrer Bewertung fest. [B]
Die Zahl gilt für Erkrankte, deren Diagnose zuvor durch doppelt kontrollierte Blockaden gesichert war. Auf Erkrankte ohne diese Sicherung ist sie nicht übertragbar. [I]
Eine Übersichtsarbeit von 2009 bewertet Diagnostik und Behandlung des zervikogenen Kopfschmerzes insgesamt. [B] Diese Seite gibt keine Behandlungsempfehlung.
Herkunft: Govind et al. 2003 (Zusammenfassung eingesehen); Leserbrief J Neurol Neurosurg Psychiatry 2003;74(8):1164; Bogduk und Govind 2009.
14. Warnzeichen
Achtung: Diese Befunde gehören ärztlich abgeklärt
Die folgenden Punkte sprechen gegen eine harmlose örtliche Ursache. Sie sind keine Diagnose und keine Handlungsanweisung, sondern ein Hinweis auf Abklärungsbedarf.
- Plötzlicher, sehr heftiger Kopfschmerz. [B]
- Neuer, heftiger, einseitiger Nacken- und Hinterkopfschmerz, besonders nach einer Kopfbewegung oder einem Unfall. [B]
- Neurologische Ausfälle oder eine Bewusstseinsstörung zusammen mit dem Schmerz. [B]
- Kopfschmerz, der durch Husten, Niesen oder Anstrengung ausgelöst wird. [B]
- Kopfschmerz, der von der Körperlage abhängt. [B]
- Fieber, Krebserkrankung in der Vorgeschichte oder Abwehrschwäche. [B]
- Neuer Kopfschmerz im höheren Lebensalter oder ein deutlich veränderter Kopfschmerz. [B]
Ab welchem Alter? Zwei Angaben
Die Übersicht SNNOOP10 nennt als Warnzeichen einen Beginn nach dem 65. Lebensjahr. [B] Die Leitlinie zum Kopfschmerz vom Spannungstyp verlangt eine genauere Abklärung schon bei Erkrankten über 50 Jahren. [B] Beide Angaben stehen nebeneinander; keine wird hier ausgewählt.
Die Autoren von SNNOOP10 halten selbst fest, dass die meisten Warnzeichen aus Fallserien und klinischer Erfahrung stammen. Ihre Treffsicherheit ist damit nur teilweise bekannt. [B]
Diese Seite stellt keine Diagnose, gibt keine Therapieempfehlung und ersetzt keine ärztliche Untersuchung.
Herkunft: Do et al. 2019 (SNNOOP10); Leitlinie AWMF 030-077 (2023); ICHD-3 2018, Abschnitte 6.5.1.1 und 7.7.
15. Häufige Fragen
Warum heißt er dritter Hinterhauptsnerv?
Weil er nach dem großen und dem kleinen Hinterhauptsnerv der dritte Hautnerv dieser Gegend ist. Er stammt aus dem hinteren Ast von C3.
Ist der dritte Hinterhauptskopfschmerz dasselbe wie eine Okzipitalneuralgie?
Nein. Der dritte Hinterhauptskopfschmerz kommt aus dem Gelenk C2/C3. Die Okzipitalneuralgie ist ein einschießender Schmerz im Hautgebiet der Hinterhauptnerven.
Wie sicher ist die Zuordnung ohne Blockade?
Unsicher. In der Häufigkeitsstudie trennten Anamnese und Untersuchung die Betroffenen nicht zuverlässig.
Wie häufig ist das Bild nach einem Schleudertrauma?
In einer Reihe von 100 Erkrankten bei 27 %; unter denen mit führendem Kopfschmerz bei 53 %. Für die Allgemeinbevölkerung gibt es keine Zahl.
Kann der Schmerz auch aus einem höheren Gelenk kommen?
Ja. Auch das Atlantookzipitalgelenk und das seitliche Atlantoaxialgelenk leiten Schmerz zum Hinterkopf. Der Schmerzort trennt sie nicht; das gelingt nur über die jeweils eigene Blockade (Kapitel 9).
Warum ist sein Hautfeld so klein?
Weil der Hautast nur einen schmalen Streifen nahe der Mittellinie erreicht; das große Feld daneben gehört zum N. occipitalis major.
Teil E · Anatomische Einzelheiten
16. Ursprung, Verlauf und Nachbarschaft
Der hintere Ast von C3 teilt sich in einen seitlichen und einen medialen Ast. Der mediale Ast teilt sich weiter in einen tiefen und einen oberflächlichen Anteil; der oberflächliche ist dieser Nerv. [B]
Er kreuzt das Wirbelgelenk C2/C3 an dessen Außenseite und gibt dort Gelenkäste ab. [B] Diese Lage ist die Grundlage der gezielten Blockade über dem Gelenk. [I]
Nach dem Gelenk zieht er nach innen und oben, versorgt Anteile des M. semispinalis capitis und durchbohrt ihn sowie den M. trapezius, bevor er die Haut erreicht. [B] Verbindungen zum N. occipitalis major sind beschrieben. [B]
Herkunft: Bogduk 1982; Eichenberger et al. 2006; anatomische Standardwerke (nicht eingesehen).
17. Was dieser Nerv nicht führt
Der Nerv versorgt keine Organe und führt keine vorgeschalteten vegetativen Fasern. [B] Ein Sklerotom gehört zum Segment, nicht zu einem einzelnen Ast; das Segment C3 beschreibt die Seite Segment C3.
Er erreicht die Ohrmuschel nicht und reicht nicht bis zum Scheitel; beides gehört zu den Nachbarnerven (Kapitel 10). [B]
Herkunft: anatomische Standardwerke (nicht eingesehen); Bogduk 1982.
18. Reflexzonenmodelle
Die drei folgenden Modelle stammen von Head (1893), Mackenzie (1909) und Dicke (Mitte des 20. Jahrhunderts). Sie ordnen Haut- oder Gewebezonen inneren Organen über gemeinsame Rückenmarkssegmente zu. [H] Ein kontrollierter Nachweis ihrer Zonengrenzen liegt nicht vor. [H] Sie stehen hier zur Einordnung, nicht als Grundlage der Differenzialdiagnostik.
| Modell | Grundgedanke und Voraussetzung | Bezug zu C3 | Kennzeichen |
|---|---|---|---|
| Head-Zonen | überempfindliche Hautzonen bei Erkrankung eines inneren Organs; setzt viszerale Afferenzen voraus, die auf Hautsegmente überleiten | nicht definierbar; das Segment führt keine Organfasern [I] | [H] |
| Mackenzie-Zonen | tastbare Veränderungen in Muskulatur und Unterhaut bei Organerkrankung; setzt viszerale Afferenzen mit Projektion in die Muskulatur voraus | für diesen Nerv nicht belegt [I] | [H] |
| Bindegewebszonen nach Dicke | veränderte Verschieblichkeit des Unterhautgewebes, Grundlage der Bindegewebsmassage; setzt einen Organbezug voraus | für die Nackenregion beschrieben, ohne kontrollierte Zuordnung zu diesem Nerv [I] | [H] |
18.1 Der Nucleus intermediolateralis und die vegetativen Fasern
Die vorgeschalteten sympathischen Nervenzellen liegen im Nucleus intermediolateralis, einer schmalen Zellsäule im Seitenhorn des Rückenmarks. Sie reicht vom Segment Th1 bis etwa L2. [B]
Ihre Fasern verlassen das Rückenmark mit den Vorderwurzeln dieser Segmente und treten über die weißen Verbindungsäste (Rami communicantes albi) in den Grenzstrang ein. [B] Nach der Umschaltung dort kehren nachgeschaltete Fasern über die grauen Verbindungsäste (Rami communicantes grisei) in die Spinalnerven zurück und erreichen mit ihnen Schweißdrüsen, Gefäßmuskulatur und Haarbalgmuskeln ihres Gebiets. [B]
Die Fasern aus den oberen Brustsegmenten steigen im Grenzstrang auf. Fasern für den Kopf schalten im Ganglion cervicale superius um, Fasern für den Hals in allen Halsganglien. [B] Die grauen Verbindungsäste zu den Spinalnerven C1 bis C4 stammen aus dem Ganglion cervicale superius. [B] Oberhalb von Th1 gibt es keine eigene Zellsäule. [B]
Das Segment C3 besitzt keine solche Zellsäule. Dieser Nerv führt deshalb keine vorgeschalteten sympathischen Fasern. [I] Nachgeschaltete Fasern erreichen die Gewebe seines Gebiets über graue Verbindungsäste aus dem Ganglion cervicale superius. [I]
Für die Untersuchung folgen daraus zwei Punkte. Ein Schaden am Nervenstamm nimmt im eigenen Hautgebiet meist auch die Schweißbildung, weil die nachgeschalteten Fasern im Stamm mitlaufen. [I] Ein Schaden an der Wurzel innerhalb des Wirbelkanals lässt die Schweißbildung dagegen meist unberührt, weil die grauen Verbindungsäste erst danach hinzutreten. [I]
Herkunft: neuroanatomische Standardwerke, darunter Bähr und Frotscher, Duus’ Neurologisch-topische Diagnostik, sowie Standring, Gray’s Anatomy – beide für diese Fassung nicht eingesehen (siehe 20.4).
Drei ähnliche Namen
James Mackenzie (1853–1925), britischer Internist: Reflexzonenmodell, veröffentlicht 1909. Darum geht es in Tabelle 6.
Robin McKenzie (1931–2013), neuseeländischer Physiotherapeut: Bewegungsverfahren für die Wirbelsäule aus der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Es arbeitet mit Bewegungsrichtungen, nicht mit Zonen.
Die beiden Modelle haben nichts miteinander zu tun.
Herkunft: Head, Mackenzie und Dicke als geschichtliche Quellen; neuroanatomische Standardwerke.
Teil F · Anhang
19. Fachbegriffe
| Begriff | Bedeutung |
|---|---|
| Atlantoaxialgelenk | Gelenk zwischen erstem und zweitem Halswirbel (C1/C2) |
| Atlantookzipitalgelenk | Gelenk zwischen Hinterhaupt und erstem Halswirbel (C0/C1) |
| Chiari-Malformation Typ I | Fehlbildung, bei der die unteren Kleinhirnanteile durch das Hinterhauptsloch in den Wirbelkanal reichen |
| Dissektion | Einriss der inneren Wandschicht einer Arterie |
| Dritter Hinterhauptskopfschmerz | Kopfschmerz, der aus dem Wirbelgelenk C2/C3 stammt |
| Kopfschmerz vom Spannungstyp | häufigster primärer Kopfschmerz, meist beidseitig und drückend; früher Spannungskopfschmerz |
| Medialer Ast | zur Mittellinie ziehender Teilungsast eines hinteren Astes |
| Nacken-Zungen-Syndrom | kurze Schmerzattacken im oberen Nacken mit Missempfindung der Zunge derselben Seite, ausgelöst durch plötzliche Kopfdrehung |
| Nucleus intermediolateralis | Zellsäule im Seitenhorn des Rückenmarks von Th1 bis etwa L2; Ursprung der vorgeschalteten sympathischen Fasern |
| Okzipitalneuralgie | einschießender Schmerz im Hautgebiet der Hinterhauptnerven |
| Ramus posterior | hinterer Teilungsast eines Spinalnervs |
| Riesenzellarteriitis | Entzündung großer und mittlerer Arterien im höheren Lebensalter |
| Verödung mit Hochfrequenzstrom | gezielte Unterbrechung eines Nervs durch Hitze |
| Zervikogener Kopfschmerz | Kopfschmerz, der von einer Störung der Halswirbelsäule ausgeht |
| Zygapophysialgelenk | Wirbelgelenk zwischen den Gelenkfortsätzen zweier Wirbel |
20. Grundlage und Quellen
20.1 Quellenmaßstab
Verwendet wird nur belegte, hochwertige Fachliteratur: Leitlinien mit Registernummer und Gültigkeitsdatum, Klassifikationen, systematische Übersichten und Metaanalysen, begutachtete Originalarbeiten mit genannter Fallzahl sowie anatomische und neurologische Standardwerke. Einzelfallberichte sind als solche gekennzeichnet und tragen keine Häufigkeitsaussage. Webseiten, Populärliteratur und Angaben ohne auffindbare Originalquelle sind ausgeschlossen. Geschichtliche Quellen tragen ausschließlich die mit [H] gekennzeichneten Abschnitte.
20.2 Quellenverzeichnis
| Nr. | Quelle | Art und Umfang | Vermerk |
|---|---|---|---|
| 1 | Bogduk N. The clinical anatomy of the cervical dorsal rami. Spine 1982;7(4):319–330 | anatomische Originalarbeit | über Verweise erfasst, nicht im Volltext eingesehen |
| 2 | Bogduk N, Marsland A. On the concept of third occipital headache. J Neurol Neurosurg Psychiatry 1986;49(7):775–780 | klinische Originalarbeit mit Nervenblockaden | über Verweise erfasst, nicht im Volltext eingesehen |
| 3 | Dreyfuss P, Michaelsen M, Fletcher D. Atlanto-occipital and lateral atlanto-axial joint pain patterns. Spine 1994;19(10):1125–1131 | Provokationsstudie an fünf beschwerdefreien Freiwilligen | Zusammenfassung eingesehen |
| 4 | Dreyfuss P, Rogers J, Dreyer S, Fletcher D. Atlanto-occipital joint pain: a report of three cases and description of an intraarticular joint block technique. Reg Anesth 1994;19(5):344–351 | drei Fallberichte mit Technikbeschreibung | Zusammenfassung eingesehen; keine Häufigkeitsaussage |
| 5 | Lord SM, Barnsley L, Wallis BJ, Bogduk N. Third occipital nerve headache: a prevalence study. J Neurol Neurosurg Psychiatry 1994;57(10):1187–1190. PMID 7931379 | Häufigkeitsstudie, 100 Erkrankte, doppelblind kontrollierte Blockaden | |
| 6 | Aprill C, Axinn MJ, Bogduk N. Occipital headaches stemming from the lateral atlanto-axial (C1–2) joint. Cephalalgia 2002;22(1):15–22 | Fallserie ohne Kontrollgruppe | über eine Übersichtstabelle erfasst, nicht im Volltext eingesehen |
| 7 | Govind J, King W, Bailey B, Bogduk N. Radiofrequency neurotomy for the treatment of third occipital headache. J Neurol Neurosurg Psychiatry 2003;74(1):88–93 | Behandlungsreihe, 49 Erkrankte, ohne Kontrollgruppe | Zusammenfassung eingesehen |
| 8 | Leserbrief mit Antwort der Autoren zu Nr. 7. J Neurol Neurosurg Psychiatry 2003;74(8):1164 | Diskussion der Studienanlage | Antwort der Autoren eingesehen |
| 9 | Eichenberger U, Greher M, Kapral S et al. Sonographic visualization and ultrasound-guided block of the third occipital nerve. Anesthesiology 2006;104(2):303–308 | prospektive Methodenstudie | |
| 10 | Bogduk N, Govind J. Cervicogenic headache: an assessment of the evidence on clinical diagnosis, invasive tests, and treatment. Lancet Neurol 2009;8(10):959–968 | Übersichtsarbeit | |
| 11 | Headache Classification Committee of the International Headache Society. The International Classification of Headache Disorders, 3rd edition (ICHD-3). Cephalalgia 2018;38(1):1–211 | Klassifikation; Abschnitte 2.1 bis 2.3, 6.5.1.1, 7.7, 11.2.1, 13.4 und 13.5 | |
| 12 | Do TP, Remmers A, Schytz HW et al. Red and orange flags for secondary headaches in clinical practice: SNNOOP10 list. Neurology 2019;92(3):134–144 | Übersichtsarbeit zu Warnzeichen | Zusammenfassung eingesehen |
| 13 | Neeb L et al. Diagnostik und Therapie des Kopfschmerzes vom Spannungstyp. S1-Leitlinie, DGN und DMKG, AWMF-Register 030-077, Version 6.0, vollständig überarbeitet am 19. Dezember 2023, gültig bis 18. Dezember 2028 | Leitlinie | |
| 14 | Standring S (Hrsg.). Gray’s Anatomy. Elsevier | anatomisches Standardwerk | nicht eingesehen; Aussagen daraus vorläufig |
| 15 | Bähr M, Frotscher M. Duus’ Neurologisch-topische Diagnostik. Thieme | neurologisches Standardwerk | nicht eingesehen; Aussagen daraus vorläufig |
| 16 | Head H. On disturbances of sensation with especial reference to the pain of visceral disease. Brain 1893;16:1–133; 1894;17:339–480; 1896;19:153–276 | geschichtliches Modell | nur für Aussagen mit [H] |
| 17 | Mackenzie J. Symptoms and their interpretation. London: Shaw & Sons; 1909 (2. Auflage 1912) | geschichtliches Modell | nur für Aussagen mit [H] |
| 18 | Dicke E. Meine Bindegewebsmassage | geschichtliches Modell | nur für Aussagen mit [H]; Erscheinungsjahr offen |
20.3 Nicht verwendet
Nicht herangezogen wurden Webportale, Lernplattformen, Nachschlagewerke ohne benannte Fachautorenschaft und frei bearbeitbare Wissenssammlungen.
20.4 Offene Punkte
- Die Häufigkeitszahlen stammen aus einer Gruppe nach Schleudertrauma; sie gelten nicht für die Allgemeinbevölkerung.
- Zur Größe und zu den Grenzen des Hautstreifens liegen dieser Fassung keine Messreihen vor.
- Die Arbeiten von Bogduk 1982, Bogduk und Marsland 1986 sowie Aprill et al. 2002 sind über Verweise erfasst und nicht im Volltext eingesehen.
- Gray’s Anatomy und Duus’ Neurologisch-topische Diagnostik lagen nicht vor. Die anatomischen Grundaussagen und die Angaben zu den Halsganglien in 18.1 sind deshalb vorläufig belegt.
- Eine Leitlinie zu diesem Nerv oder zum dritten Hinterhauptskopfschmerz wurde im AWMF-Register nicht gefunden. Herangezogen ist die Leitlinie 030-077 für die Abgrenzung zum Kopfschmerz vom Spannungstyp.
- Für das Alter als Warnzeichen nennen SNNOOP10 und die Leitlinie 030-077 verschiedene Grenzen (Kapitel 14). Der Widerspruch bleibt offen.
- Das Erscheinungsjahr der Erstausgabe von Dicke ist nicht geklärt.
20.5 Änderungsvermerk
V 1.2
- geändert: Lesart der Kennzeichen als einheitlicher Abschnitt „Lesart dieser Seite“ ans Seitenende gesetzt; am Seitenanfang steht nur noch ein Verweis darauf.
- warum: reihenweite Vorgabe vom 5. Oktober 2026; dieselbe Lesart steht auf jeder Seite an derselben Stelle.
- ersetzt: V 1.1.
V 1.1
- geändert: Quelle 4 der Vorfassung berichtigt (Bailey B statt Baily B); Mackenzie auf 1909, Robin McKenzie auf die zweite Hälfte des 20. Jahrhunderts gestellt; Gray’s Anatomy und Duus als nicht eingesehen ausgewiesen; Umschaltung der Halsfasern berichtigt (Hals in allen Halsganglien, nur der Kopf im Ganglion cervicale superius); Differenzialdiagnostik erweitert um die Tabelle der drei Gelenkquellen (Tabelle 3), die eigenständige Ursachentabelle (Tabelle 5) mit Chiari-Malformation, Nacken-Zungen-Syndrom und Riesenzellarteriitis sowie die Kriterien des Kopfschmerzes vom Spannungstyp; Behandlungsreihe von 2003 mit Erfolgskriterium, Fallzahlen und Kritik dargestellt; Warnzeichen mit Quelle und offenem Altersgrenzen-Widerspruch versehen; Leitlinie AWMF 030-077 mit Ablaufdatum aufgenommen; Quellenverzeichnis nach Jahren geordnet; Lesart von Vorlagenresten befreit; Sätze über das Vorgehen der Seite ohne Kennzeichen.
- warum: Korrekturliste vom 3. Oktober 2026 und Reihenregeln; die Differenzialdiagnostik verwies für ernste Ursachen nur auf eine andere Seite.
- ersetzt: V 1.0 vom 15. September 2026.
V 1.0
- geändert: Seite neu angelegt, nach den gemeinsamen Bausteinen der Halsnervenseiten.
- warum: Der Nerv schließt die Hautkarte des Hinterhaupts und trägt mit dem Gelenk C2/C3 die häufigste Quelle des zervikogenen Kopfschmerzes.
- ersetzt: keine Fassung.
Weiterlesen
- Segment C3 – Ursprungssegment
- Segment C2 – Nachbarsegment; Gelenk C2/C3
- Nervus occipitalis major – Nachbarfeld am Hinterhaupt, Okzipitalneuralgie
- Nervus occipitalis minor – Nachbarfeld am seitlichen Hinterkopf, Kriterienvergleich der Kopfschmerzdiagnosen
- Nervus suboccipitalis – Kopfgelenke C0/C1 und C1/C2
- Nervus auricularis magnus – Nachbarfeld an Ohr und Kieferwinkel
Alle Halsnerven nach Austrittshöhe
ab C1: Nervus suboccipitalis
ab C2: Nervus auricularis magnus · Nervus occipitalis major · Nervus occipitalis minor · Nervus transversus colli
ab C3: Nervus occipitalis tertius (diese Seite) · Nervus phrenicus · Nervi supraclaviculares
ab C5: Nervus axillaris · Nervus cutaneus antebrachii posterior · Nervus cutaneus brachii posterior · Nervus dorsalis scapulae · Nervus musculocutaneus · Nervus radialis · Nervus subclavius · Nervus thoracicus longus
ab C6: Nervus medianus
ab C8: Nervus ulnaris
Lesart dieser Seite
Diese Seite ist ein Fachtext: mit Kürzeln, mit Messwerten und mit benannter Quelle je Aussage. Jede Aussage trägt am Ende ein Kennzeichen. [B] steht für belegt, [I] für eine aus belegten Angaben abgeleitete Interpretation, [H] für ein geschichtliches Modell ohne kontrollierten Nachweis.
In den Messtabellen mit Quellenspalte sind alle Zahlen belegt [B]; wo eine Zeile davon abweicht, steht das Kennzeichen in der Zeile selbst. In Tabellen mit eigener Kennzeichenspalte gilt das Kennzeichen für die ganze Zeile. Rohwert und Deutung stehen getrennt: Messwerte in den Tabellen, die Einordnung im Fließtext darunter. Ein Absatz ohne Kennzeichen ist ein Hinweis zur Darstellung oder zum Vorgehen, keine Sachaussage.
Ausgenommen sind die Häufigen Fragen. Sie fassen Aussagen des Textes zusammen und tragen deshalb kein eigenes Kennzeichen; die Belege stehen an der jeweiligen Stelle im Text.
V 1.2 · Quellen geprüft am 5. Oktober 2026