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Nervus piriformis

Als Nervus piriformis (Nerv zum M. piriformis) bezeichnen die Lehrbücher einen kurzen Muskelast des Kreuzgeflechts aus S1 und S2, der den M. piriformis von seiner Beckenseite her versorgt. [B] Der M. piriformis dreht das Hüftgelenk nach außen. [B]

Eine Sezierreihe hat diese Vorstellung grundlegend geändert: Der Muskel wurde meist von zwei bis drei Nerven versorgt, am häufigsten aus S1, aus S2 und aus dem Nervus gluteus superior. [B] Einen einzelnen „N. piriformis“ gab es bei der Mehrzahl der Präparate nicht; die Autoren empfehlen, den Begriff aufzugeben. [B] Diese Seite beschreibt deshalb die Nervenversorgung des M. piriformis insgesamt.

Das Wichtigste in Kürze

  • Der M. piriformis wurde an 80 % der untersuchten Seiten von zwei bis drei Nerven versorgt. [B]
  • Die Äste stammten aus S1 (85 %), aus dem N. gluteus superior (70 %) und aus S2 (70 %), selten aus dem N. gluteus inferior oder aus L5. [B]
  • Das Piriformis-Syndrom ist kein Schaden dieses Muskelnervs, sondern eine umstrittene Einengung des N. ischiadicus am Muskel. [B]
  • Ein isolierter Ausfall des M. piriformis ist klinisch kaum erkennbar, weil mehrere Muskeln die Hüfte nach außen drehen. [I]

Schwerpunkt dieser Seite ist die Differenzialdiagnostik in den Kapiteln 8 bis 13. Die Kennzeichen [B], [I] und [H] erklärt der Abschnitt Lesart dieser Seite.

Teil A · Überblick

1. Kurzbild

MerkmalAngabeKennzeichen
Fasern ausnach den Lehrbüchern S1 und S2, in der Spannweite L5 bis S3[B]
Abgangkurze Äste aus dem Kreuzgeflecht und dem N. gluteus superior[B]
Faserartbewegend[B]
ZielgebietM. piriformis, von seiner Beckenseite her[B]
Leitzeichen einer Schädigungklinisch kaum erkennbar; eine Schwäche der Außendrehung wird von anderen Muskeln ausgeglichen[I]
Wichtigste AbgrenzungenPiriformis-Syndrom des N. ischiadicus, Wurzeln L5 und S1, N. gluteus superior (Kapitel 9 bis 13)[I]
Tabelle 1: Kerndaten der Nervenversorgung des M. piriformis. Reihenfolge: von der Herkunft zum klinischen Bild.

Herkunft: Standring, Gray’s Anatomy; Iwanaga et al. 2019. Leitzeichen und Abgrenzungen sind aus Kapitel 3 und 9 bis 13 abgeleitet.

2. Verlauf in Kürze

Die Äste entstehen im kleinen Becken und erreichen den Muskel von vorn, also von seiner Beckenseite. [B] Sie verlassen das Becken nicht. [B] Äste aus dem N. gluteus superior gehen nahe dem oberen Durchtritt im großen Sitzbeinloch ab. [B]

Herkunft: Standring, Gray’s Anatomy; Iwanaga et al. 2019.

3. Versorgungsgebiet

Versorgt wird allein der M. piriformis. [B] Er entspringt an der Vorderfläche des Kreuzbeins, zieht durch das große Sitzbeinloch und setzt am großen Rollhügel an; er dreht die gestreckte Hüfte nach außen. [B] Einen Hautast und einen Reflex gibt es nicht. [B]

Der Muskel teilt das große Sitzbeinloch in einen oberen und einen unteren Durchtritt. [B] Durch den oberen ziehen N. gluteus superior und die oberen Gesäßgefäße, durch den unteren alle übrigen Äste des Kreuzgeflechts. [B]

Herkunft: Standring, Gray’s Anatomy.

Teil B · Klinik

4. Schädigungsorte und Anlässe

Der M. piriformis ist bei hinteren Zugängen zum Hüftgelenk und bei Schmerzerkrankungen der Gesäßregion von Bedeutung; Muskel und umliegende Nerven können bei Operationen verletzt werden. [B] Eine Schädigung der Muskeläste selbst ist als eigenes Krankheitsbild nicht beschrieben. [I]

Lücke: Keine klinischen Reihen

Zu Ursachen, Häufigkeit und Folgen einer Schädigung der Nerven des M. piriformis liegt keine Fallreihe vor.

Herkunft: Iwanaga et al. 2019.

5. Beschwerdebild

Ein Ausfall des M. piriformis allein schwächt die Außendrehung der Hüfte kaum merklich, weil M. gluteus maximus, M. obturatorius internus, die Mm. gemelli und der M. quadratus femoris dieselbe Bewegung ausführen. [I] Schmerz entsteht durch einen reinen Muskelnervenschaden nicht, weil die Äste keine Hautfasern führen. [I]

Herkunft: aus der Funktion der Außendreher abgeleitet; Standring, Gray’s Anatomy, zu den Muskeln.

6. Untersuchung

Eine Prüfung, die den M. piriformis allein erfasst, gibt es nicht. [I] Für die Zeichen des Piriformis-Syndroms, die den Muskel dehnen oder anspannen, lässt sich die Treffsicherheit nach einer systematischen Übersicht aus den bisherigen Studien nicht bestimmen. [B]

Herkunft: Hopayian und Danielyan 2018.

7. Apparative Diagnostik

Die Nadeluntersuchung des M. piriformis ist wegen seiner Tiefe schwierig und wird nur gezielt eingesetzt. [I] Die Bildgebung dient vor allem dem Ausschluss von Wurzelschäden und Raumforderungen. [I]

Teil C · Differenzialdiagnostik

8. Differenzialdiagnostik: Überblick und Vorgehen

Auf dieser Seite geht es weniger um den Muskelnerv als um die Frage, was bei Beschwerden rund um den M. piriformis wirklich geschädigt ist. [I] In der Praxis ist fast immer ein anderer Nerv oder eine Wurzel gemeint. [I]

  1. Schmerzt das Gesäß, vor allem im Sitzen? Das führt zu Kapitel 9. [I]
  2. Ist die Außendrehung der Hüfte schwach? Das führt zu Kapitel 10. [I]
  3. Ging eine Hüftoperation voraus? Das führt zu Kapitel 11. [I]
  4. Welcher Nerv versorgt den Muskel überhaupt? Das führt zu Kapitel 12. [I]

Diese Kapitel beschreiben allgemein, wie sich Krankheitsbilder voneinander abgrenzen. Sie stellen keine Diagnose für eine einzelne Person und ersetzen keine ärztliche Untersuchung.

9. Differenzialdiagnostik: Gesäßschmerz im Sitzen

UrsacheKennzeichenKennzeichen der Aussage
Piriformis-Syndrom (Einengung des N. ischiadicus)Gesäßschmerz, Verstärkung im Sitzen, äußerer Druckschmerz nahe dem Ischiadicus-Einschnitt, Schmerz bei Anspannung des Muskels; umstritten, Ausschlussdiagnose[B]
Wurzel L5 oder S1Rückenschmerz mit Ausstrahlung bis in den Fuß, Reflex- oder Kraftausfall[B]
Einklemmung der Nn. clunium mediiSchmerz neben dem Kreuzbein, Druckschmerz am langen hinteren Kreuz-Darmbein-Band[B]
Äste des N. cutaneus femoris posteriorSchmerz an Sitzbein und Gesäßfalte[B]
N. pudendusSchmerz vom After bis zum Genitale im Sitzen[B]
Tabelle 2: Gesäßschmerz im Sitzen. Reihenfolge: erst das mit dem Muskel verbundene Syndrom, dann Wurzel und Nerven von oben nach unten.

Widerspruch: Gibt es das Piriformis-Syndrom?

Das Syndrom ist seit über 70 Jahren beschrieben und bleibt umstritten. [B] Eine Aktualisierung von 2018 fasst es in vier Zeichen zusammen, hält aber fest, dass sich deren Treffsicherheit nicht bestimmen lässt. [B] Abweichungen im Verhältnis von N. ischiadicus und Muskel fanden sich an 6 062 Leichen bei 16,9 % und in Operationsreihen wegen Piriformis-Syndrom bei 16,2 %; der Unterschied war nicht bedeutsam. [B]

Herkunft: Hopayian et al. 2010; Hopayian und Danielyan 2018; Smoll 2010; Suri et al. 2011; Konno et al. 2017; Ploteau et al. 2017; Labat et al. 2008.

10. Differenzialdiagnostik: Schwäche der Außendrehung

Eine deutliche Schwäche der Außendrehung weist nicht auf die Äste des M. piriformis, sondern auf einen Schaden, der mehrere Außendreher zugleich trifft: das Kreuzgeflecht, die Wurzeln L5 bis S2 oder mehrere Muskelnerven nach einer Hüftoperation. [I] Ist zugleich das Abspreizen schwach, ist an den N. gluteus superior zu denken, der den Muskel in 70 % mitversorgt. [B]

Herkunft: Iwanaga et al. 2019; Tempski et al. 2025 zum N. gluteus superior; übrige Aussagen aus der Muskelzuordnung abgeleitet.

11. Differenzialdiagnostik: Nach Hüftoperation

Bei hinteren Zugängen zum Hüftgelenk wird der M. piriformis häufig abgelöst; Muskel und benachbarte Nerven sind dabei gefährdet. [B] Beschwerden danach gehen eher auf N. ischiadicus, Gesäßnerven oder den Eingriff am Muskel selbst zurück als auf dessen kleine Äste. [I]

Herkunft: Iwanaga et al. 2019.

12. Differenzialdiagnostik: Gibt es einen N. piriformis?

Herkunft der ÄsteSeitenAnteil
vorderer Ast von S117 von 2085 %
N. gluteus superior14 von 2070 %
vorderer Ast von S214 von 2070 %
N. gluteus inferior1 von 205 %
vorderer Ast von L51 von 205 %
Tabelle 3: Herkunft der Nervenäste zum M. piriformis an 20 Körperseiten. Reihenfolge nach der Häufigkeit. Mehrfachnennungen, weil 80 % der Seiten zwei bis drei Äste hatten. Alle Angaben belegt [B].

Die Lehrbücher beschreiben einen einzelnen Nerv aus S1 und S2. [B] Die Sezierreihe fand bei der Mehrzahl der Präparate keinen solchen einzelnen Nerv und empfiehlt, den Begriff aufzugeben. [B] Für die Differenzialdiagnostik folgt daraus: Ein Schaden des N. gluteus superior kann den M. piriformis mitbetreffen, ohne dass ein eigener Piriformisnerv verletzt ist. [I]

Herkunft: Iwanaga et al. 2019; Standring, Gray’s Anatomy.

13. Differenzialdiagnostik: Was gegen diese Nerven spricht

  • Jede Gefühlsstörung der Haut: spricht für einen anderen Nerv oder eine Wurzel. [B]
  • Ausstrahlung bis in den Fuß mit Reflex- oder Kraftausfall: spricht für Wurzel oder N. ischiadicus. [B]
  • Schwäche des Abspreizens: spricht für den N. gluteus superior. [B]
  • Plötzliche Störung von Blase oder Darm, Taubheit im Reithosengebiet: spricht für ein Kaudasyndrom. [B]

Herkunft: die in den Kapiteln 9 bis 12 genannten Quellen; NVL Nicht-spezifischer Kreuzschmerz 2017.

Teil D · Verlauf und Behandlung

14. Verlauf und Aussichten

Lücke: Kein Verlauf beschrieben

Zum Verlauf einer Schädigung der Nerven des M. piriformis liegt keine Arbeit vor.

15. Beschriebene Behandlungswege

Eine Behandlung eigens dieser Nerven ist nicht beschrieben. [I] Die Behandlung des Piriformis-Syndroms gehört zur Seite des Nervus ischiadicus. Diese Seite gibt keine Therapieempfehlung.

16. Warnzeichen

Achtung: Diese Befunde gehören ärztlich abgeklärt

  • Plötzliche Störung von Blase oder Darm, Taubheit im Reithosengebiet oder Schwäche beider Beine: Warnhinweis auf ein Kaudasyndrom. [B]
  • Gesäßschmerz mit Fieber, ungewolltem Gewichtsverlust oder Schmerz in der Nacht. [B]
  • Zunehmende Schwäche eines Beins. [B]

Diese Seite stellt keine Diagnose, gibt keine Therapieempfehlung und ersetzt keine ärztliche Untersuchung.

Herkunft: NVL Nicht-spezifischer Kreuzschmerz 2017.

17. Häufige Fragen

Ist das Piriformis-Syndrom eine Erkrankung dieses Nervs?

Nein. Gemeint ist eine Einengung des N. ischiadicus am M. piriformis; sie ist umstritten und eine Ausschlussdiagnose. [B]

Welcher Nerv versorgt den M. piriformis?

Meist zwei bis drei Äste, am häufigsten aus S1, aus S2 und aus dem N. gluteus superior. [B]

Herkunft: Hopayian und Danielyan 2018; Iwanaga et al. 2019.

Teil E · Anatomische Einzelheiten

18. Ursprung und Stellung

Die Äste gehören zu den kurzen Muskelästen des Kreuzgeflechts, die das Becken nicht verlassen. [B] Nach den Lehrbüchern kann der Muskel Fasern von L5 bis S3 erhalten, am häufigsten aus S1 und S2. [B]

Herkunft: Iwanaga et al. 2019 zur Wiedergabe der Lehrbuchangaben; Standring, Gray’s Anatomy.

19. Der M. piriformis als Grenze im großen Sitzbeinloch

Oberhalb des Muskels ziehen N. gluteus superior und die oberen Gesäßgefäße, unterhalb N. ischiadicus, N. gluteus inferior, N. cutaneus femoris posterior und N. pudendus. [B] In einer Metaanalyse an 6 062 Leichen wich das Verhältnis von N. ischiadicus und Muskel bei 16,9 % vom Regelbau ab. [B]

Herkunft: Standring, Gray’s Anatomy; Smoll 2010.

20. Abweichungen vom Regelbau

Die Nervenversorgung selbst ist die Abweichung: An 80 % der Seiten versorgten zwei bis drei Äste den Muskel, meist unter Beteiligung des N. gluteus superior. [B] Eine größere Sezierreihe zu dieser Frage liegt dieser Fassung nicht vor. [I]

Herkunft: Iwanaga et al. 2019.

21. Was diese Nerven nicht führen

  • Keine Hautfasern und keinen Reflex. [B]
  • Keine Fasern für Blase, Darm oder Sexualfunktion. [B]
  • Kein Dermatom und kein Sklerotom. [I]

Herkunft: Standring, Gray’s Anatomy.

22. Reflexzonenmodelle

Die drei folgenden Modelle wurden zwischen 1893 und 1953 veröffentlicht. Sie ordnen Haut- oder Gewebezonen inneren Organen über gemeinsame Rückenmarkssegmente zu. [H] Ein kontrollierter Nachweis ihrer Zonengrenzen liegt nicht vor. [H] Sie stehen hier zur Einordnung, nicht als Grundlage der Differenzialdiagnostik.

ModellGrundgedanke und VoraussetzungBezug zu diesem NervKennzeichen
Head-Zonenüberempfindliche Hautzonen bei Erkrankung eines inneren Organs; setzt viszerale Afferenzen voraus, die auf Hautsegmente überleitenkeine Zone; der Nerv führt keine viszeralen Afferenzen [I][H]
Mackenzie-Zonentastbare Veränderungen in Muskulatur und Unterhaut bei Organerkrankung; setzt viszerale Afferenzen mit Projektion in die Muskulatur vorauskeine Zone; dieselbe Voraussetzung fehlt [I][H]
Bindegewebszonen nach Dickeveränderte Verschieblichkeit des Unterhautgewebes, Grundlage der Bindegewebsmassage; setzt einen Organbezug vorausnicht begründbar, weil der Organbezug fehlt [I][H]
Tabelle 4: Geschichtliche Reflexzonenmodelle und ihr Bezug zu diesem Nerv. Reihenfolge nach Erstbeschreibung.

Für diese Nerven gibt es keine Vorfassung; die Einordnung folgt den übrigen Seiten der Reihe. Das entfällt: Der Nerv führt empfindende Fasern aus Haut, Muskeln und Gelenken, aber keine aus inneren Organen. [B] Damit fehlt die Voraussetzung der Modelle. [I]

22.1 Der Nucleus intermediolateralis und die vegetativen Fasern

Die vorgeschalteten sympathischen Nervenzellen liegen im Nucleus intermediolateralis von Th1 bis etwa L2; die Segmente dieser Äste gehören nicht dazu. [B] Nachgeschaltete sympathische Fasern für die Gefäße des Muskels kommen über die grauen Verbindungsäste aus dem Grenzstrang. [B]

Achtung: Zwei ähnliche Namen

James Mackenzie beschrieb 1909 ein Reflexzonenmodell. [H] Robin McKenzie entwickelte in den 1970er Jahren ein Bewegungsverfahren für die Wirbelsäule. [B] Die beiden Modelle haben nichts miteinander zu tun. [I]

Herkunft: Head, Mackenzie und Dicke als geschichtliche Quellen; Bähr und Frotscher, Duus’ Neurologisch-topische Diagnostik; Standring, Gray’s Anatomy.

Teil F · Anhang

23. Fachbegriffe

BegriffBedeutung
AusschlussdiagnoseDiagnose, die erst gestellt wird, wenn andere Ursachen ausgeschlossen sind
Außendreher der HüfteMuskeln, die den Oberschenkel nach außen drehen: M. piriformis, M. obturatorius internus, Mm. gemelli, M. quadratus femoris, M. gluteus maximus
Großes Sitzbeinloch (Foramen ischiadicum majus)Durchtritt von Nerven und Gefäßen aus dem Becken in die Gesäßregion
KaudasyndromDruck auf die Nervenwurzeln unterhalb des Rückenmarks mit Störung von Blase, Darm und Beinen
Piriformis-Syndromumstrittene Einengung des N. ischiadicus am M. piriformis
ReithosengebietHaut an Damm, Gesäßinnenseite und Oberschenkel-Innenseite
Tabelle 5: Fachbegriffe dieser Seite, alphabetisch geordnet. Kürzel erklärt die Seite Medizinische Abkürzungen.

24. Lesart dieser Seite

Diese Seite ist ein Fachtext: mit Kürzeln, mit Messwerten und mit benannter Quelle je Aussage. Jede Aussage trägt am Ende ein Kennzeichen. [B] steht für belegt, [I] für eine aus belegten Angaben abgeleitete Interpretation, [H] für ein geschichtliches Modell ohne kontrollierten Nachweis.

In den Tabellen mit Quellenspalte sind alle Zahlen belegt [B]; wo eine Zeile davon abweicht, steht das Kennzeichen in der Zeile selbst. Rohwert und Deutung stehen getrennt: Messwerte in den Tabellen, die Einordnung im Fließtext darunter. Ein Absatz ohne Kennzeichen ist ein Hinweis zur Darstellung, keine Sachaussage.

Herkunftszeilen, die nur Standardwerke nennen, geben den Lehrbuchstand wieder. Die Fundstellen in diesen Werken sind noch nicht mit Seitenzahl geprüft; das steht unter „Offene Punkte“ in Kapitel 25.4.

Die Seite ist in sechs Teile gegliedert. Vorn stehen Überblick, Klinik und Differenzialdiagnostik. Anatomische Einzelheiten wie Maße, Abweichungen vom Regelbau und Ganglien stehen in Teil E.

Eine Quelle mit dem Vermerk „Grenzfall“ erfüllt den Quellenmaßstab nicht vollständig, etwa wegen der Art der Veröffentlichung. Sie bleibt verwendet, weil sie eine Angabe trägt, für die keine gleichwertige Quelle vorliegt. Aussagen aus ihr sind mit Vorsicht zu lesen.

25. Grundlage und Quellen

25.1 Quellenmaßstab

Verwendet wird nur belegte, hochwertige Fachliteratur: Leitlinien und Klassifikationen, systematische Übersichten und Metaanalysen, begutachtete Originalarbeiten mit genannter Fallzahl sowie anatomische und neurologische Standardwerke. Einzelfallberichte sind als solche gekennzeichnet und tragen keine Häufigkeitsaussage. Webseiten, Populärliteratur und Angaben ohne auffindbare Originalquelle sind ausgeschlossen. Geschichtliche Quellen tragen ausschließlich die mit [H] gekennzeichneten Abschnitte.

25.2 Quellenverzeichnis

Nr.QuelleArt und UmfangVermerk
1Labat JJ, Riant T, Robert R, Amarenco G, Lefaucheur JP, Rigaud J. Diagnostic criteria for pudendal neuralgia by pudendal nerve entrapment (Nantes criteria). Neurourol Urodyn 2008;27(4):306–310Diagnosekriterien
2Hopayian K, Song F, Riera R, Sambandan S. The clinical features of the piriformis syndrome: a systematic review. Eur Spine J 2010;19(12):2095–2109systematische Übersicht
3Smoll NR. Variations of the piriformis and sciatic nerve with clinical consequence: a review. Clin Anat 2010;23(1):8–17Metaanalyse, 18 Studien, 6 062 Leichen
4Suri P, Rainville J, Katz JN, et al. The accuracy of the physical examination for the diagnosis of midlumbar and low lumbar nerve root impingement. Spine 2011;36(1):63–73Querschnittsstudie
5Bundesärztekammer, Kassenärztliche Bundesvereinigung, AWMF. Nationale VersorgungsLeitlinie Nicht-spezifischer Kreuzschmerz, 2. Auflage, Version 1, 2017. AWMF nvl-007Leitlinielaut Register abgelaufen; nur für die Warnhinweise
6Konno T, Aota Y, Saito T, Qu N, Hayashi S, Kawata S, Itoh M. Anatomical study of middle cluneal nerve entrapment. J Pain Res 2017;10:1431–1435Sezierreihe
7Ploteau S, Salaud C, Hamel A, Robert R. Entrapment of the posterior femoral cutaneous nerve and its inferior cluneal branches. Surg Radiol Anat 2017;39(8):859–863Anatomie und Operationsbeschreibung
8Hopayian K, Danielyan A. Four symptoms define the piriformis syndrome: an updated systematic review of its clinical features. Eur J Orthop Surg Traumatol 2018;28(2):155–164systematische Übersicht
9Iwanaga J, Eid S, Simonds E, Schumacher M, Loukas M, Tubbs RS. The majority of piriformis muscles are innervated by the superior gluteal nerve. Clin Anat 2019;32(2):282–286Sezierreihe, 10 Leichen, 20 SeitenLeitquelle
10Tempski J, Kotlarek A, Pękala J, Fibiger G, Krager E, Łazarz D, Rosa M, Glądys K, Walocha JA, Pękala P. Variability and clinical anatomy of the superior gluteal nerve – a systematic review and meta-analysis. J Anat 2025;246(4):467–478Metaanalyse
11Standring S (Hrsg.). Gray’s Anatomy. The Anatomical Basis of Clinical Practice. Elsevieranatomisches StandardwerkFundstelle unvollständig: Auflage und Jahr fehlen; Lehrbuchstand, nicht mit Seitenzahl geprüft
12Bähr M, Frotscher M. Duus’ Neurologisch-topische Diagnostik. Thiemeneurologisches StandardwerkFundstelle unvollständig: Auflage und Jahr fehlen; Lehrbuchstand, nicht mit Seitenzahl geprüft
13Head H. On disturbances of sensation with especial reference to the pain of visceral disease. Brain 1893;16:1–133; Teil II Brain 1894;17:339–480; Teil III Brain 1896;19:153–276geschichtliches Modellnur für Aussagen mit [H]
14Mackenzie J. Symptoms and their interpretation. London: Shaw and Sons; 1909geschichtliches Modellnur für Aussagen mit [H]
15Dicke E. Meine Bindegewebsmassage. Stuttgart: Hippokrates; 1953geschichtliches Modellnur für Aussagen mit [H]
Tabelle 6: Verwendete Quellen, geordnet nach dem Jahr der Veröffentlichung; Standardwerke danach; geschichtliche Quellen am Ende.

25.3 Nicht verwendet

Nicht herangezogen wurden Webportale, Lernplattformen, Nachschlagewerke ohne benannte Fachautorenschaft und frei bearbeitbare Wissenssammlungen. Die Behandlung des Piriformis-Syndroms steht auf der Seite des N. ischiadicus.

25.4 Offene Punkte

  • Die Aussagen, die auf den Standardwerken beruhen, sind noch nicht mit Auflage und Seitenzahl geprüft.
  • Die Seite enthält keine Abbildung.

Grenzen der Literatur (Stand der Recherche: 21. September 2026). Zu Klinik, Verlauf und Behandlung der Nerven des M. piriformis gibt es keine Arbeiten. Die Nervenversorgung ist in einer Sezierreihe an 20 Körperseiten untersucht.

25.5 Neue Seite

Diese Seite ist neu angelegt; eine Vorfassung gibt es nicht. Die Arbeitsvorlage nennt einen N. piriformis aus S1 und S2; nach der Sezierreihe versorgen den Muskel meist mehrere Äste, häufig unter Beteiligung des N. gluteus superior.

25.6 Änderungsvermerk

Geändert: Seite neu geschrieben nach den gemeinsamen Bausteinen der Nervenseiten. Warum: Erweiterung der Reihe um die sakralen Nerven. Ersetzt: keine Fassung.

V 1.1 – geändert: Leiste vereinheitlicht. Warum: Optimierung der Reihe „Nervi sacrales“. Ersetzt: V 1.0.

V 1.2 – geändert: Leiste auf alle 18 Seiten des Lenden- und Kreuzgeflechts erweitert. Warum: Abschluss der Reihen „Lumbale Nerven“ und „Nervi sacrales“. Ersetzt: V 1.1.

V 1.3 – geändert: Leiste um die Übersicht der Brustnerven ergänzt. Warum: Verbindung zur Reihe „Nervi thoracici“. Ersetzt: V 1.2.

V 1.4 – geändert: Leiste um N. iliohypogastricus, N. ilioinguinalis, N. genitofemoralis und N. cutaneus femoris lateralis ergänzt. Warum: Ergänzung des Lendengeflechts. Ersetzt: V 1.3.

Weiterlesen

V 1.4 · Stand: 21. September 2026 · Quellen geprüft am 21. September 2026