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Nervus quadratus femoris

Der Nervus quadratus femoris (N. musculi quadrati femoris, Nerv zum viereckigen Oberschenkelmuskel) ist ein kurzer Muskelast des Kreuzgeflechts. [B] Er versorgt den M. quadratus femoris und den M. gemellus inferior und gibt einen Gelenkast zum Hüftgelenk ab. [B]

Er verläuft in der Tiefe, vor dem N. ischiadicus und hinter dem Hüftgelenk. [B] Klinisch wichtig ist sein Muskel: Bei der ischiofemoralen Enge wird der M. quadratus femoris zwischen Sitzbein und kleinem Rollhügel eingeklemmt; das ist eine Muskel- und keine Nervenerkrankung. [B]

Das Wichtigste in Kürze

  • Der Nerv entsprang in einer großen Sezierreihe in 79,4 % aus (L4), L5 und S1 und damit weiter oben als der N. obturatorius internus. [B]
  • Er versorgte den M. gemellus inferior in allen Präparaten und den M. gemellus superior in 60,4 % gemeinsam mit dem N. obturatorius internus. [B]
  • Er gibt einen Gelenkast zum Hüftgelenk ab. [B]
  • Bei der ischiofemoralen Enge ist der Raum zwischen Sitzbein und kleinem Rollhügel verengt; ein Abstand von höchstens 15 mm erreichte in einer Metaanalyse eine Sensitivität von 76,9 % und eine Spezifität von 81,0 %. [B]
  • Ein eigenes Krankheitsbild dieses Nervs ist nicht beschrieben. [I]

Schwerpunkt dieser Seite ist die Differenzialdiagnostik in den Kapiteln 8 bis 13. Die Kennzeichen [B], [I] und [H] erklärt der Abschnitt Lesart dieser Seite.

Teil A · Überblick

1. Kurzbild

MerkmalAngabeKennzeichen
Fasern aus(L4), L5, S1; Klammern bezeichnen wechselnde Beteiligung[B]
AbgangKreuzgeflecht; Austritt durch das Foramen infrapiriforme[B]
Faserartbewegend, dazu empfindende Fasern aus dem Hüftgelenk[B]
ZielgebietM. quadratus femoris, M. gemellus inferior, Hüftgelenk[B]
Leitzeichen einer Schädigungklinisch kaum erkennbar; die Außendrehung wird von anderen Muskeln ausgeglichen[I]
Wichtigste Abgrenzungenischiofemorale Enge, N. ischiadicus, Sehnenansatz der Kniebeuger, Hüftgelenk (Kapitel 9 bis 13)[I]
Tabelle 1: Kerndaten des Nervus quadratus femoris. Reihenfolge: von der Herkunft zum klinischen Bild.

Herkunft: Aung et al. 2001; Standring, Gray’s Anatomy. Leitzeichen und Abgrenzungen sind aus den Kapiteln 3 und 9 bis 13 abgeleitet.

2. Verlauf in Kürze

  1. Im Becken: Ursprung aus den vorderen Teilungsästen von L4 bis S1. [B]
  2. Im Foramen infrapiriforme: Austritt unterhalb des M. piriformis. [B]
  3. In der tiefen Gesäßregion: Er zieht vor dem N. ischiadicus und vor der Sehne des M. obturatorius internus mit den Mm. gemelli nach unten, direkt auf der Hinterseite des Hüftgelenks. [B]
  4. Zu den Muskeln: Er erreicht M. gemellus inferior und M. quadratus femoris von ihrer Vorderfläche, also von der Tiefe her. [B]

Herkunft: Standring, Gray’s Anatomy; Aung et al. 2001 zum Eintritt von der Vorderfläche.

3. Versorgungsgebiet

ZielgebietVersorgungAufgabeKennzeichen
M. gemellus superiorin 60,4 % gemeinsam mit dem N. obturatorius internusAußendrehung[B]
M. gemellus inferiorin allen Präparaten durch diesen NervAußendrehung[B]
M. quadratus femorisdurch diesen NervAußendrehung, Heranführen[B]
HüftgelenkGelenkast zur hinteren KapselEmpfindung aus dem Gelenk[B]
Tabelle 2: Versorgungsgebiet des Nervus quadratus femoris. Reihenfolge: von oben nach unten, zuletzt das Gelenk.

Einen Hautast und einen Reflex hat der Nerv nicht. [B] Der Gelenkast ist sein einziger empfindender Anteil. [B]

Herkunft: Aung et al. 2001; Standring, Gray’s Anatomy.

Teil B · Klinik

4. Schädigungsorte und Anlässe

Weil der Nerv direkt auf der Hinterseite des Hüftgelenks liegt, kommen Eingriffe über hintere Zugänge zur Hüfte als Anlass in Betracht. [I] Ein eigenes Krankheitsbild dieses Nervs ist nicht beschrieben. [I]

Lücke: Keine klinischen Reihen

Zu Ursachen, Häufigkeit und Folgen einer Schädigung dieses Nervs liegt keine Fallreihe vor.

5. Beschwerdebild

Ein Ausfall dieses Nervs schwächt die Außendrehung der Hüfte kaum merklich, weil andere Außendreher dieselbe Bewegung ausführen. [I] Eine Gefühlsstörung der Haut entsteht nicht. [B]

Herkunft: Standring, Gray’s Anatomy; übrige Aussage aus der Funktion der Außendreher abgeleitet.

6. Untersuchung

Eine Prüfung, die diesen Muskel allein erfasst, gibt es nicht. [I] Bei Schmerz in der tiefen Gesäßregion ist das Hüftgelenk mitzuuntersuchen, einschließlich Streckung, Heranführen und Außendrehung, weil diese Stellung den Raum zwischen Sitzbein und kleinem Rollhügel verkleinert. [I]

7. Apparative Diagnostik

Die Kernspintomographie zeigt den M. quadratus femoris; bei der ischiofemoralen Enge ist er verändert, etwa durch Wassereinlagerung oder Verfettung. [I] Messbar sind zwei Abstände, der ischiofemorale Raum zwischen Sitzbein und kleinem Rollhügel und der Quadratus-femoris-Raum zwischen Sehnenansatz der Kniebeuger und kleinem Rollhügel. [B]

Herkunft: Singer et al. 2015.

Teil C · Differenzialdiagnostik

8. Differenzialdiagnostik: Überblick und Vorgehen

Auf dieser Seite steht der Muskel im Vordergrund, nicht der Nerv: Tiefer Gesäßschmerz in der Gegend des M. quadratus femoris hat mehrere Ursachen, von denen die ischiofemorale Enge die eigenständige ist. [I]

  1. Tiefer Gesäßschmerz zwischen Sitzbein und Oberschenkel? Das führt zu Kapitel 9. [I]
  2. Ausstrahlung in das Bein? Das führt zu Kapitel 10. [I]
  3. Nach Hüftoperation? Das führt zu Kapitel 11. [I]
  4. Wer versorgt die Mm. gemelli? Das führt zu Kapitel 12. [I]

Diese Kapitel beschreiben allgemein, wie sich Krankheitsbilder voneinander abgrenzen. Sie stellen keine Diagnose für eine einzelne Person und ersetzen keine ärztliche Untersuchung.

9. Differenzialdiagnostik: Tiefer Gesäßschmerz zwischen Sitzbein und Oberschenkel

UrsacheKennzeichenKennzeichen der Aussage
Ischiofemorale Engeverengter Raum zwischen Sitzbein und kleinem Rollhügel, Veränderungen im M. quadratus femoris im Kernspin[B]
Sehnenansatz der KniebeugerSchmerz am Sitzbeinhöcker bei Anspannung und Dehnung der Kniebeuger[I]
Äste des N. cutaneus femoris posteriorSchmerz an Sitzbein und Gesäßfalte im Sitzen, oft mit Gefühlsstörung[B]
HüftgelenkLeistenschmerz, eingeschränkte Drehung[I]
Tabelle 3: Tiefer Gesäßschmerz zwischen Sitzbein und Oberschenkel. Reihenfolge: erst die Ursache am Muskel dieses Nervs, dann Sehne, Hautnerv und Gelenk.
MessgrößeEnge, Mittel ± SDVergleich, Mittel ± SDGrenzwert und Güte
Ischiofemoraler Raum14,91 ± 4,80 mm26,01 ± 7,98 mm≤ 15 mm: Sensitivität 76,9 %, Spezifität 81,0 %
Quadratus-femoris-Raum9,57 ± 3,70 mm15,97 ± 6,07 mm≤ 10 mm: Sensitivität 78,7 %, Spezifität 74,1 %
Tabelle 4: Abstände im Kernspin bei ischiofemoraler Enge nach einer Metaanalyse von 217 betroffenen Hüften und 140 Vergleichen. Reihenfolge: vom weiteren zum engeren Raum. Alle Angaben belegt [B].

Die Güte der Grenzwerte liegt zwischen 74 und 81 %. [B] Die Abstände allein sichern die Diagnose deshalb nicht; die Werte beider Gruppen überlappen. [I] Die ischiofemorale Enge betrifft den Muskel dieses Nervs, nicht den Nerv selbst. [I]

Herkunft: Singer et al. 2015; Ploteau et al. 2017.

10. Differenzialdiagnostik: Ausstrahlung in das Bein

Dieser Nerv führt keine Hautfasern; eine Ausstrahlung in das Bein kommt deshalb nicht von ihm. [B] Sie weist auf den N. ischiadicus, der unmittelbar hinter ihm liegt, oder auf die Wurzeln L5 und S1. [I]

Herkunft: Standring, Gray’s Anatomy; Suri et al. 2011 zu den Wurzeln.

11. Differenzialdiagnostik: Nach Hüftoperation

Nach einer Hüftprothese kann sich der Raum zwischen Sitzbein und kleinem Rollhügel verändern. [I] Beschwerden in der tiefen Gesäßregion nach dem Eingriff sind deshalb zuerst an Muskel, Stellung der Prothese und N. ischiadicus zu prüfen. [I]

Herkunft: aus der Lage des Muskels abgeleitet.

12. Differenzialdiagnostik: Wer versorgt die Mm. gemelli?

Den M. gemellus inferior versorgte dieser Nerv in allen 101 Präparaten, von der Vorderfläche aus. [B] Den M. gemellus superior versorgten in 60,4 % dieser Nerv und der N. obturatorius internus gemeinsam; beide Nerven waren auf wechselnde Weise verbunden. [B] Die Mm. gemelli eignen sich deshalb nicht, um die beiden Nerven voneinander zu trennen. [I]

Herkunft: Aung et al. 2001.

13. Differenzialdiagnostik: Was gegen diesen Nerv spricht

  • Jede Gefühlsstörung der Haut: spricht für einen anderen Nerv oder eine Wurzel. [B]
  • Ausstrahlung bis in den Fuß mit Reflex- oder Kraftausfall: spricht für N. ischiadicus oder Wurzel. [B]
  • Veränderungen im M. quadratus femoris bei verengtem Raum: sprechen für eine ischiofemorale Enge des Muskels, nicht für einen Nervenschaden. [B]
  • Plötzliche Störung von Blase oder Darm, Taubheit im Reithosengebiet: spricht für ein Kaudasyndrom. [B]

Herkunft: die in den Kapiteln 9 bis 12 genannten Quellen; NVL Nicht-spezifischer Kreuzschmerz 2017.

Teil D · Verlauf und Behandlung

14. Verlauf und Aussichten

Lücke: Kein Verlauf beschrieben

Zum Verlauf einer Schädigung dieses Nervs liegt keine Arbeit vor. Verlaufsdaten zur ischiofemoralen Enge sind nicht Gegenstand dieser Seite.

15. Beschriebene Behandlungswege

Eine Behandlung eigens dieses Nervs ist nicht beschrieben. [I] Diese Seite gibt keine Therapieempfehlung.

16. Warnzeichen

Achtung: Diese Befunde gehören ärztlich abgeklärt

  • Plötzliche Störung von Blase oder Darm, Taubheit im Reithosengebiet oder Schwäche beider Beine: Warnhinweis auf ein Kaudasyndrom. [B]
  • Gesäß- oder Hüftschmerz mit Fieber, ungewolltem Gewichtsverlust oder Schmerz in der Nacht. [B]

Diese Seite stellt keine Diagnose, gibt keine Therapieempfehlung und ersetzt keine ärztliche Untersuchung.

Herkunft: NVL Nicht-spezifischer Kreuzschmerz 2017.

17. Häufige Fragen

Ist die ischiofemorale Enge eine Nervenerkrankung?

Nein. Eingeklemmt wird der M. quadratus femoris zwischen Sitzbein und kleinem Rollhügel; der Nerv versorgt diesen Muskel nur. [B]

Versorgt der Nerv auch das Hüftgelenk?

Ja, mit einem Gelenkast zur hinteren Kapsel. [B]

Herkunft: Singer et al. 2015; Standring, Gray’s Anatomy.

Teil E · Anatomische Einzelheiten

18. Ursprung und Stellung

NervHäufigste SegmenteAnteil
N. quadratus femoris(L4), L5, S179,4 %
N. obturatorius internus(L5), S1, S2, (S3)84,6 %
Tabelle 5: Segmentzusammensetzung der beiden kurzen Äste zu den Außendrehern nach einer Sezierreihe an 101 Beckenhälften. Reihenfolge von oben nach unten. Alle Angaben belegt [B].

Mit seiner Wurzel aus L4 entspringt dieser Nerv aus dem obersten Anteil des Kreuzgeflechts. [B]

Herkunft: Aung et al. 2001.

19. Der Raum zwischen Sitzbein und kleinem Rollhügel

Der M. quadratus femoris liegt zwischen dem Außenrand des Sitzbeinhöckers und dem Oberschenkelknochen unterhalb des großen Rollhügels. [B] Der Raum, in dem er liegt, wird bei Streckung, Heranführen und Außendrehung der Hüfte enger. [I] Der Nerv erreicht den Muskel von der Tiefe her, also von der Seite des Hüftgelenks. [B]

Herkunft: Standring, Gray’s Anatomy; Aung et al. 2001; Singer et al. 2015.

20. Abweichungen vom Regelbau

  • Segmente: In 20,6 % wich die Zusammensetzung vom häufigsten Muster ab. [B]
  • Versorgung des M. gemellus superior: in 60,4 % mit. [B]
  • Verbindungen: Mit dem N. obturatorius internus bestanden wechselnde Verbindungen innerhalb und außerhalb der Muskeln. [B]

Herkunft: Aung et al. 2001.

21. Was dieser Nerv nicht führt

  • Keine Hautfasern und keinen Reflex. [B]
  • Keine Fasern für Blase, Darm oder Sexualfunktion. [B]
  • Kein Dermatom und kein Sklerotom. [I]

Herkunft: Standring, Gray’s Anatomy.

22. Reflexzonenmodelle

Die drei folgenden Modelle wurden zwischen 1893 und 1953 veröffentlicht. Sie ordnen Haut- oder Gewebezonen inneren Organen über gemeinsame Rückenmarkssegmente zu. [H] Ein kontrollierter Nachweis ihrer Zonengrenzen liegt nicht vor. [H] Sie stehen hier zur Einordnung, nicht als Grundlage der Differenzialdiagnostik.

ModellGrundgedanke und VoraussetzungBezug zu diesem NervKennzeichen
Head-Zonenüberempfindliche Hautzonen bei Erkrankung eines inneren Organs; setzt viszerale Afferenzen voraus, die auf Hautsegmente überleitenkeine Zone; der Nerv führt keine viszeralen Afferenzen [I][H]
Mackenzie-Zonentastbare Veränderungen in Muskulatur und Unterhaut bei Organerkrankung; setzt viszerale Afferenzen mit Projektion in die Muskulatur vorauskeine Zone; dieselbe Voraussetzung fehlt [I][H]
Bindegewebszonen nach Dickeveränderte Verschieblichkeit des Unterhautgewebes, Grundlage der Bindegewebsmassage; setzt einen Organbezug vorausnicht begründbar, weil der Organbezug fehlt [I][H]
Tabelle 6: Geschichtliche Reflexzonenmodelle und ihr Bezug zu diesem Nerv. Reihenfolge nach Erstbeschreibung.

Für diesen Nerv gibt es keine Vorfassung; die Einordnung folgt den übrigen Seiten der Reihe. Das entfällt: Der Nerv führt empfindende Fasern aus Haut, Muskeln und Gelenken, aber keine aus inneren Organen. [B] Damit fehlt die Voraussetzung der Modelle. [I]

22.1 Der Nucleus intermediolateralis und die vegetativen Fasern

Die vorgeschalteten sympathischen Nervenzellen liegen im Nucleus intermediolateralis von Th1 bis etwa L2; die Segmente dieses Nervs gehören nicht dazu. [B] Nachgeschaltete sympathische Fasern für Gefäße und Gelenkkapsel kommen über die grauen Verbindungsäste aus dem Grenzstrang. [B]

Achtung: Zwei ähnliche Namen

James Mackenzie beschrieb 1909 ein Reflexzonenmodell. [H] Robin McKenzie entwickelte in den 1970er Jahren ein Bewegungsverfahren für die Wirbelsäule. [B] Die beiden Modelle haben nichts miteinander zu tun. [I]

Herkunft: Head, Mackenzie und Dicke als geschichtliche Quellen; Bähr und Frotscher, Duus’ Neurologisch-topische Diagnostik; Standring, Gray’s Anatomy.

Teil F · Anhang

23. Fachbegriffe

BegriffBedeutung
Foramen infrapiriformeunterer Durchtritt im großen Sitzbeinloch, unterhalb des M. piriformis
Ischiofemorale EngeEinklemmung des M. quadratus femoris zwischen Sitzbein und kleinem Rollhügel
Ischiofemoraler Raumkleinster Abstand zwischen Außenrand des Sitzbeins und Innenrand des kleinen Rollhügels
KaudasyndromDruck auf die Nervenwurzeln unterhalb des Rückenmarks mit Störung von Blase, Darm und Beinen
Kleiner Rollhügel (Trochanter minor)Knochenvorsprung innen am oberen Oberschenkelknochen
Mm. gemellizwei kleine Außendreher der Hüfte ober- und unterhalb der Sehne des M. obturatorius internus
Quadratus-femoris-Raumkleinster Abstand zwischen Sehnenansatz der Kniebeuger und kleinem Rollhügel
ReithosengebietHaut an Damm, Gesäßinnenseite und Oberschenkel-Innenseite
Sensitivität und SpezifitätAnteil der Kranken mit positivem Befund und Anteil der Gesunden mit negativem Befund
Tabelle 7: Fachbegriffe dieser Seite, alphabetisch geordnet. Kürzel erklärt die Seite Medizinische Abkürzungen.

24. Lesart dieser Seite

Diese Seite ist ein Fachtext: mit Kürzeln, mit Messwerten und mit benannter Quelle je Aussage. Jede Aussage trägt am Ende ein Kennzeichen. [B] steht für belegt, [I] für eine aus belegten Angaben abgeleitete Interpretation, [H] für ein geschichtliches Modell ohne kontrollierten Nachweis.

In den Tabellen mit Quellenspalte sind alle Zahlen belegt [B]; wo eine Zeile davon abweicht, steht das Kennzeichen in der Zeile selbst. Rohwert und Deutung stehen getrennt: Messwerte in den Tabellen, die Einordnung im Fließtext darunter. Ein Absatz ohne Kennzeichen ist ein Hinweis zur Darstellung, keine Sachaussage.

Herkunftszeilen, die nur Standardwerke nennen, geben den Lehrbuchstand wieder. Die Fundstellen in diesen Werken sind noch nicht mit Seitenzahl geprüft; das steht unter „Offene Punkte“ in Kapitel 25.4.

Die Seite ist in sechs Teile gegliedert. Vorn stehen Überblick, Klinik und Differenzialdiagnostik. Anatomische Einzelheiten wie Maße, Abweichungen vom Regelbau und Ganglien stehen in Teil E.

Eine Quelle mit dem Vermerk „Grenzfall“ erfüllt den Quellenmaßstab nicht vollständig, etwa wegen der Art der Veröffentlichung. Sie bleibt verwendet, weil sie eine Angabe trägt, für die keine gleichwertige Quelle vorliegt. Aussagen aus ihr sind mit Vorsicht zu lesen.

25. Grundlage und Quellen

25.1 Quellenmaßstab

Verwendet wird nur belegte, hochwertige Fachliteratur: Leitlinien und Klassifikationen, systematische Übersichten und Metaanalysen, begutachtete Originalarbeiten mit genannter Fallzahl sowie anatomische und neurologische Standardwerke. Einzelfallberichte sind als solche gekennzeichnet und tragen keine Häufigkeitsaussage. Webseiten, Populärliteratur und Angaben ohne auffindbare Originalquelle sind ausgeschlossen. Geschichtliche Quellen tragen ausschließlich die mit [H] gekennzeichneten Abschnitte.

25.2 Quellenverzeichnis

Nr.QuelleArt und UmfangVermerk
1Aung HH, Sakamoto H, Akita K, Sato T. Anatomical study of the obturator internus, gemelli and quadratus femoris muscles with special reference to their innervation. Anat Rec 2001;263(1):41–52Sezierreihe, 101 BeckenhälftenLeitquelle Anatomie; Zusammenfassung und Auszüge eingesehen
2Suri P, Rainville J, Katz JN, et al. The accuracy of the physical examination for the diagnosis of midlumbar and low lumbar nerve root impingement. Spine 2011;36(1):63–73Querschnittsstudie
3Singer AD, Subhawong TK, Jose J, Tresley J, Clifford PD. Ischiofemoral impingement syndrome: a meta-analysis. Skeletal Radiol 2015;44(6):831–837Metaanalyse, 217 betroffene Hüften, 140 VergleicheLeitquelle Klinik
4Bundesärztekammer, Kassenärztliche Bundesvereinigung, AWMF. Nationale VersorgungsLeitlinie Nicht-spezifischer Kreuzschmerz, 2. Auflage, Version 1, 2017. AWMF nvl-007Leitlinielaut Register abgelaufen; nur für die Warnhinweise
5Ploteau S, Salaud C, Hamel A, Robert R. Entrapment of the posterior femoral cutaneous nerve and its inferior cluneal branches. Surg Radiol Anat 2017;39(8):859–863Anatomie und Operationsbeschreibung
6Standring S (Hrsg.). Gray’s Anatomy. The Anatomical Basis of Clinical Practice. Elsevieranatomisches StandardwerkFundstelle unvollständig: Auflage und Jahr fehlen; Lehrbuchstand, nicht mit Seitenzahl geprüft
7Bähr M, Frotscher M. Duus’ Neurologisch-topische Diagnostik. Thiemeneurologisches StandardwerkFundstelle unvollständig: Auflage und Jahr fehlen; Lehrbuchstand, nicht mit Seitenzahl geprüft
8Head H. On disturbances of sensation with especial reference to the pain of visceral disease. Brain 1893;16:1–133; Teil II Brain 1894;17:339–480; Teil III Brain 1896;19:153–276geschichtliches Modellnur für Aussagen mit [H]
9Mackenzie J. Symptoms and their interpretation. London: Shaw and Sons; 1909geschichtliches Modellnur für Aussagen mit [H]
10Dicke E. Meine Bindegewebsmassage. Stuttgart: Hippokrates; 1953geschichtliches Modellnur für Aussagen mit [H]
Tabelle 8: Verwendete Quellen, geordnet nach dem Jahr der Veröffentlichung; Standardwerke danach; geschichtliche Quellen am Ende.

25.3 Nicht verwendet

Nicht herangezogen wurden Webportale, Lernplattformen, Nachschlagewerke ohne benannte Fachautorenschaft und frei bearbeitbare Wissenssammlungen. Behandlung und Verlauf der ischiofemoralen Enge sind nicht Gegenstand dieser Seite.

25.4 Offene Punkte

  • Die Aussagen, die auf den Standardwerken beruhen, sind noch nicht mit Auflage und Seitenzahl geprüft; betroffen sind vor allem Verlauf und Gelenkast.
  • Die Seite enthält keine Abbildung.

Grenzen der Literatur (Stand der Recherche: 21. September 2026). Zu Klinik, Verlauf und Behandlung dieses Nervs gibt es keine Arbeiten. Die Anatomie stützt sich auf eine große Sezierreihe an 101 Beckenhälften, die Bildgebung der Muskelenge auf eine Metaanalyse.

25.5 Neue Seite

Diese Seite ist neu angelegt; eine Vorfassung gibt es nicht. Gegenüber der Arbeitsvorlage der Reihe sind der M. gemellus inferior und der Gelenkast zum Hüftgelenk ergänzt.

25.6 Änderungsvermerk

Geändert: Seite neu geschrieben nach den gemeinsamen Bausteinen der Nervenseiten. Warum: Erweiterung der Reihe um die sakralen Nerven. Ersetzt: keine Fassung.

V 1.1 – geändert: Leiste auf alle 18 Seiten des Lenden- und Kreuzgeflechts erweitert. Warum: Abschluss der Reihen „Lumbale Nerven“ und „Nervi sacrales“. Ersetzt: V 1.0.

V 1.2 – geändert: Leiste um die Übersicht der Brustnerven ergänzt. Warum: Verbindung zur Reihe „Nervi thoracici“. Ersetzt: V 1.1.

V 1.3 – geändert: Leiste um N. iliohypogastricus, N. ilioinguinalis, N. genitofemoralis und N. cutaneus femoris lateralis ergänzt. Warum: Ergänzung des Lendengeflechts. Ersetzt: V 1.2.

Weiterlesen

V 1.3 · Stand: 21. September 2026 · Quellen geprüft am 21. September 2026